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	<description>Der Blog von Arne</description>
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		<title>Die Emerging Conversation als Rhizom oder: vom Kuchen, vom Baum und vom Ingwer</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 17:48:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Anschlu&#223; an den letzten kurzen Gedanken noch ein weiterer Nachklapp:
Wer beim ersten Emergent Forum in Erlangen dabei war, kann sich vielleicht an einen Vortrag errinern, in dem Brian McLaren folgendes Bild benutzt hat: die EC ist nicht wie das oft gedacht wird, ein &#8220;St&#252;ck vom Kuchen&#8221;: es gibt den Kuchen, den wir Denominationen nennen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Anschlu&#223; an den letzten kurzen Gedanken noch ein weiterer Nachklapp:</p>
<p>Wer beim ersten Emergent Forum in Erlangen dabei war, kann sich vielleicht an einen Vortrag errinern, in dem Brian McLaren folgendes Bild benutzt hat: die EC ist nicht wie das oft gedacht wird, ein &#8220;St&#252;ck vom Kuchen&#8221;: es gibt den Kuchen, den wir Denominationen nennen, ein Teil ist charismatisch, ein Teil ist katholisch, ein Teil evangelisch.  Nun ist die EC exakt KEIN Teil vom Kuchen im Sinne einer neuen Denomination. So weit so gut. Nun hat McLaren das problematische Bild durch ein anderes Bild ersetzt: die EC ist wie ein Jahresring im Baumstamm. Der &#228;u&#223;erste Ring umfasst quasi &#8220;alle St&#252;cke des Kuchens&#8221; aka alle Denominationen und er bezeichnet den progressiven Teil der verschiedenen Kirchen, die sich j&#252;ngst mit ihrer Umwelt auseinandergesetzt haben. Warum ist dieses Bild nicht gut?</p>
<p>a) es h&#246;rt sich unmittelbar nach Avantgarde Denken an: ok, wir, die wir an der EC teilhaben, sind Teil des neuesten Trends, sind Teil der Progressive im Gegensatz zu all den reaktion&#228;ren, alten Baumelementen.</p>
<p>b) Es verk&#252;rzt stark die Unterschiede zwischen den Kontexten: ich glaube tats&#228;chlich nicht, dass die in der EC bisher diskutierten Erkl&#228;rungsmuster und selbst die Fragen, die aufgeworfen werden in jeden Kontext relevant sind. Ein progressiver s&#252;damerikanische Katholik diskutiert mit Sicherheit andere Themen als ein progressiver indonesischer Pfingstler. Und umgekehrt: nicht alles, was in der EC stattfindet soll unbedingt neu und progressiv sein.</p>
<p>c) es ist ein zu harmonisches, rundes Bild: ein Baum der w&#228;chst, ist ein Bild, dass ja geradezu f&#252;r Stabilit&#228;t, Zentralisierung, ja sogar Harmonie steht. Ich glaube, dieses Bild untersch&#228;tzt den dynamischen, nicht so leicht fa&#223;baren Charakter des Reiches Gottes.</p>
<p>Schon andere vor mir haben ein besseres Bild verwendet, ein Bild, dass ganz nahe an den Begriff der Emergenz r&#252;ckt: das Bild des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rhizom_%28Philosophie%29">Rhizomes</a>. Ein Rhizom ist ein Wurzelgew&#228;chs wie der Ingwer. Durch Gilles Deleuze wurde dieser Begriff in die Philosophie und Kulturwissenschaft eingef&#252;hrt. Deleuze schreibt besonders gegen die Baumlogik in den Wissenschaften an: zB in der Musik: es gibt Wurzeln einer bestimmten Musikrichtung, dann gibt es einen stabilisierenden Stamm und dann verschiedene sich immer weiter verzweigende &#196;ste (aus Gospel zweigt sich Soul ab und darauf mit anderen Einfl&#252;ssen R&#8217;n'B etc.).</p>
<p>Dagegen funktioniert ein Rhizom anders: ein Pflanze, die rhizomorph ist ist durch ein unterirdisches, hoch-vernetztes Netzwerk verkn&#252;pft. In diesen Netzwerk ist kein wahres Zentrum auszumachen. Die Pflanze bricht &#8220;chaotisch&#8221; an einer vorher nicht zu bestimmenden Stelle an die Oberfl&#228;che. Je nach Situation kann sich die Pfalnze wie ein isoliertes, unabh&#228;ngiges Lebewesen verhalten oder im Verbund mit allen vernetzten Teilen agieren. Ein rhizom ist hochdynamisch, ist auf Vielheit und Vernetzung angelegt, chaotisch, komplex, nicht steuerbar, hochsensibel gegen&#252;ber der Umwelt, flexibel und kann selbst weiter wachsen, wenn einige Verbindungen zerst&#246;rt werden.</p>
<p>Dieses Bild scheint mir in mehrfahcer Hinsicht f&#252;r die EC interessant zu sein: a) das was bei den Treffen stattfinden soll, l&#228;sst sich vielleicht mit dieser Logik erkl&#228;ren: recht wenig zentraler Steuerung, recht viel Raum f&#252;r etwas Entstehendes</p>
<p>b) es gibt Verusche aus England so die Dynamik von emergenten Kirchen zu fassen (vA bei Kester Brewin und Christian Raschke)</p>
<p>und der wesentliche Punkt: c) vielleicht ist das Reich Gottes und Gottes Handeln in der Welt gut so zu beschreiben (wie ja einige Gleichnisse anzudeuten scheinen): es ist wenig berechenbar, wenig steuerbar und oft unscheinbar; es ist schweirig ein festes Zentrum auszumachen und ist zugleich regional und global. Das, was uns isoliert und voneinander getrennt erscheint, ist unter der Oberfl&#228;che verbunden. In dieser Sicht w&#228;re die Emerging Conversation zugleich ein Ort von Gottes Wirken (hoffentlich); aber mehr noch ein Ort, an dem, was unthematisch und chaotisch passiert, thematisiert wird und ein Ort, wo das, was nebeneinander und scheinbar getrennt voneinander passiert, verkn&#252;pft werden kann.  Ein Ort, wo F&#228;den zusammenlaufe nur um sofort wieder auseinanderzulaufen.<a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/06/rhizome_example.png"><img class="size-medium wp-image-300 alignright" title="rhizome_example" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/06/rhizome_example-300x296.png" alt="" width="300" height="296" /></a></p>
<p>Es ist nicht der neueste Schrei. &#8220;Denn wenn die Leute sagen werden: hier ist das Reich Gottes oder da ist das Reich Gottes, so glaubt ihenen nicht!&#8221;. Deutschland hatte zu viele &#8220;apostolische&#8221; Erweckungsbewegungen, die sich f&#252;r das neue gro&#223;e Ding hielten. Die Logik der EC ist eine v&#246;llig andere.  Es ist die Logik, in der Zentralisierung nur den Zweck hat, dezentrales und heterogenes zu verkn&#252;pfen. Es ist die Logik des Mosaiks oder der Collage, in der das, was eigentlich nicht zusammengeh&#246;rt in einen Zusammenhang gebracht wird. Deshalb ist es so schwierig zu sagen, was die EC eigentlich gebracht hat. Wenn man sieht, dass sich an den Bibelschulen zB die Lehrpl&#228;ne etwas zu &#228;ndern scheinen, das Fragen wie nach Sozialer Gerechtigkeit usw. auf die Tagesordnung kommen, wenn man sieht, dass sich das Bild von Gemeinde in verschiedenen Kontexten total zu &#228;ndern scheint hin zu einem Verst&#228;ndnis von Gemeinde, die grob gesagt f&#252;r andere da ist, wenn man sieht, dass nach neuen Ausdrucksformen und nach neuen Formulierungen des Glaubens gerungen wird, dann w&#228;re es vermessen zu sagen, das h&#228;tte die EC ausgel&#246;st. Vielleicht ist die EC Teil von Ver&#228;nderungen, die unter der Oberfl&#228;chte passieren; vielleicht ist sie auch schon eine Folge dieser Ver&#228;nderungen, vielleicht ist sie aber auch f&#252;r manche ein Motor dieser Ver&#228;nderungen. Das einzige, dass die EC auszeichnet, ist, dass sie manche dieser Ver&#228;nderungen (denn nie w&#228;re es m&#246;glich, alles was passiert, und alle Arten wie Gott in der Welt handelt konkret zu thematisieren) thematisiert, anspricht, und verkn&#252;pft.</p>
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		<title>Die Emerging Conversation als &#8220;schwache Bewegung&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 16:36:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit gab es die Diskussion, ob die Emerging Conversation eigentlich eine B ewegung sei. Wenn man nat&#252;rlich die EC mit den starken Anspr&#252;uchen von charismatischen Gro&#223;bewegungen vergleicht, die sich gerne als Gottes entscheidender Move, als ausgew&#228;hlte Generation, als Retter der Christenheit sehen, so scheint die Frage berechtigt. Aber auf der anderen Seite scheint [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit gab es die Diskussion, ob die Emerging Conversation eigentlich eine B ewegung sei. Wenn man nat&#252;rlich die EC mit den starken Anspr&#252;uchen von charismatischen Gro&#223;bewegungen vergleicht, die sich gerne als Gottes entscheidender Move, als ausgew&#228;hlte Generation, als Retter der Christenheit sehen, so scheint die Frage berechtigt. Aber auf der anderen Seite scheint es nicht von der Hand zu weisen, dass die EC auch so etwas wie Strukturen in Deutschland entwickelt.</p>
<p>Ich w&#252;rde vorschlagen, die EC in Anschlu&#223; an Gianni Vattimo eine &#8220;schwache Bewegung&#8221; nennen. Vattimo vertrat seinerzeit ein sogenanntes &#8220;schwaches Denken&#8221;, ein Denken, dass sich vom bisherigen philosophischen Denken abgrenzte, weil es nicht unbedingt von sich &#252;berzeugt war. Weil es nicht Recht behalten wollte. In Analogie dazu k&#246;nnte man die EC als eine Beweung chrakterisieren, die zwar etwas will, aber nicht v&#246;llig von sich &#252;berzeugt ist. In der EC wird das f&#252;r einen Moment zentralisiert, was eigentlich nicht zu zentralisieren ist: n&#228;mlich das Mosaik, dass Menschen und Gruppen bilden, die in ihrem speziellen Kontext m&#246;glicherweise  von Gottes Geist ergriffen m&#246;glicherweise Reich Gottes erleben und daran vielleicht Anteil haben.  Die Logik der EC ist das voneinander lernen, das Verkn&#252;pfen und das Raum geben. Es geht nicht darum, etwas modellhaft vorzugeben, was dann in anderen Kontexten einfach so funktioniert. Passt das eurer Meinung nach?</p>
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		<title>[Nichts-sagender Glaube: welche Probleme?]</title>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 09:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Welche Probleme verbinden sich mit so einem apophatischem Ansatz, der Gott als den ganz anderen betont? Ich nenne hier mal 2- 3: naive Unmittelbarkeit, Untreue den Schriften gegen&#252;ber und Ununterscheidbarkeit Gottes.
Diese Philosophen, die wieder einen R&#252;ckgriff auf die negative und/oder die apophatische Mystik wagen, kommen mehr oder weniger alle aus der ph&#228;nomenologischen Ecke. Sie untersuchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Probleme verbinden sich mit so einem apophatischem Ansatz, der Gott als den ganz anderen betont? Ich nenne hier mal 2- 3: naive Unmittelbarkeit, Untreue den Schriften gegen&#252;ber und Ununterscheidbarkeit Gottes.</p>
<p>Diese Philosophen, die wieder einen R&#252;ckgriff auf die negative und/oder die apophatische Mystik wagen, kommen mehr oder weniger alle aus der ph&#228;nomenologischen Ecke. Sie untersuchen allt&#228;gliche und nicht so allt&#228;gliche Ph&#228;nomene wie Liebe, Angst, die Welt, den Leib und seit Neuestem eben auch Gott mit der Frage: &#8220;Was spielt sich im Kopf ab?&#8221;. Sie versuchen also keine Aussagen &#252;ber Gott an sich zu machen, sondern &#252;ber den Gl&#228;ubigen w&#228;hrend er in Kontakt mit Gott steht.  Dabei vernachl&#228;ssigen sie, dass der christliche Glaube nciht einfach eine Hotline zu Gott darstellt, die direkt an Gott andockt. Der Glaube ist vermittelt. Anders gesagt: Gott offenbahrt sich in Geschichten und erst durch diese Geschichten werden Erfahrungen gemacht und um diese Erfahrungen zu versprachlichen Dogmen gebildet. Die Bibel berichtet zwar von Erfahrungen, aber auch bei direkten Visionen und sonstigen Erfahrungen spielt immer eine Art Vermmitlung eine Rolle. Wenn Gott spricht, dann bedient er sich der Sprache. Philosophisch gesagt: ohne Hermeneutik l&#228;uft nichts; ohne sich mit den Geschichten der Bibel auseinanderzusetzen, zu ringen, N&#228;he und Distanz zu versp&#252;ren, von den Geschichten ein &#8220;erweitertes Selbst&#8221; (Ricœur) zu empfangen; ohne die Welt aus der Perspektive des Textes zu betrachten kein Zugang zum biblischen Gott. Das hei&#223;t nicht, dass man Erfahrungen nur beim Bibellesen macht, aber das die Geschichten der Bibel eine die Perspektive und vor allem: die Vokabeln f&#252;r die Erfahrungen geben. Dagegen ist der Glaube wie er von den neo-apophatischen Denkern vertreten wird, vor allem in dem Vokabular der neueren kontenentalen Philosophie gefasst. Das kann als &#220;bertragungsleistung notwendig und richtig sein, bringt aber Probleme mit sich. Der Glaube wird so wahnsinnig d&#252;nn, so wahnsinnig auf mein kleines Bewu&#223;tsein und meine kleine Erfahrung beschr&#228;nkt, so wahnsinnig unkommunikativ. Man kann sich gut ein bildungsb&#252;rgerliches Akademikerpaar vorstellen, die zwischen all den Vernisagen und Kulturhighlights noch zu hause eine Schweigeminute f&#252;r den &#8220;ganz anderen Gott&#8221; durchf&#252;hren. Aber k&#246;nnen diese Leute noch kommunizieren mit dem einf&#228;ltigen Pfingstler, der voller Begeisterung von seinen Erlebnissen mit Jesus berichtet?</p>
<p>Zweitens: dieser Gott ist doch so sehr undefiniert. Nat&#252;rlich: das ist das Ziel aller ent-grenzenden Rede. &#8220;Das ist kein Computer/kein Stadtteil/kein Getr&#228;nk, sondern ein Lebensgef&#252;hl&#8221;. Aber -nochmals philosophisch gesprochen &#8211; wo ist die Differenz? Wo die Eigent&#252;mlichkeit? Was ist, was den christlichen Gott im Vergleich auszeichnet? Wenn die christlichen Stories etwas sind, dann partikular: es ist dieser Gott, der mit diesem Volk jenes tut. Es ist dieser Mensch in einem Winkel des r&#246;mischen Reiches, in dem die F&#252;lle der Gottheit wohnt. Ja, wir treiben Theologie nur im Nachklapp; nur im Nachhall; nur im Nach-hinein; nur im Aschlu&#223; an das Ereignis Gottes. Aber wir sehen nicht irgendeinem Ereignis hinterher, sondern der Inkarnation. Theologie ist sprechen von Gott nach der Mensch-werdung Gottes. Hier machte sich Gott verwechselbar. Hier trat er ein ins zwielichtige Reich der Sprache, in der er riskierte missbraucht zu werden. Hier gab er uns Namen, Orte, Geschichten und Begriffe, die wir dann sofort wieder f&#252;r unsere Kreuzz&#252;ge benutzten. Aber dennoch sind die Namen, Orte, Geschichten und Begriffe wichtig. Gott ist ein Geheimnis, aber ein umgrenztes Geheimnis. Wir haben das Geheimnis nicht gel&#252;ftet, aber wir k&#246;nnen dar&#252;ber reden, dass wir &#252;ber dieses und nicht jenes Geheimnis reden. Wir k&#246;nnen sagen, dass wir vom Geheimnis des Drei-einigen Gottes reden und nicht vom Geheimnis des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster">Fliegenden Spaghettimonsters </a>. Das ist zwar dogmatischer und enger als ein alles einschlie&#223;ender Taizé Mystizismus, aber auch nicht nur bedeutsam f&#252;r die Identit&#228;t des christlichen Glaubens, sondern auch ethisch. Wenn wir von einem v&#246;llig unbestimmten Gott ausgehen, der nur noch pure Differenz, pures Geheimnis, pures Ereignis ist, so wie Caputo es zB tut, dann fragt sich: ist dieses Geheimnis gut genug und ist es stark genug. Ist dieser Gott der Dunkelheit nicht m&#246;glicherweise ein Gott, der mit einredet in eine Fu&#223;g&#228;ngerzone zu laufen und um mich zu schie&#223;en? Was wenn Gottes Stimme mir sagt, ich soll mich scheiden lassen und eine mit fremde Person heiraten? Was wenn sie mir einredet, ich w&#228;re ein V&#246;lkerapostel und h&#228;tte besondere Authorit&#228;t? Nein, die Bibel beschreibt das Heilige nicht als v&#246;lliges Unbestimmtes, sondern ruft zum Pr&#252;fen, zum Unterscheiden auf und nur der Geist, der sich zur&#252;ckbindet an die Geschichten vom Fleisch gewordenen Gottes ist der Heilige Geist. Zum Punkt &#8220;stark genug&#8221;: die Frage, ob ein unbestimmter Glaube die Energien f&#252;r prophetischen Protest aufbringen kann. Ja klar: Dogmatismus ist oft das Sprechen der M&#228;chtigen &#252;ber wahr und falsch; legitim und illegitim; berechtigt und unberechtigt; aber der biblische Glauben wird begleitet von Randgestalten, die die offizielle Wahrheit und das offiziell geltende Recht unterwandern; dieses aber nicht in Namen eines unbestimmten &#8220;wir k&#246;nnten das jetzt auch mal anders machen&#8221; sondern im Bewusstsein von einer tieferen Wahrheit und einer tieferen Gerechtigkeit ergriffen zu sein. Wir brauchen Wahrheit, wir brauchen Grenzen, auch wenn wir es nicht sind, die die Grenzen immer zu ziehen verm&#246;gen.</p>
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		<title>Umweg II &#8211; Der Gott, der da sein k&#246;nnte</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Um nochmal meiner Vorliebe von etwas gewagten Aussagen &#252;ber Gott zu fr&#246;nen, die am Rande der Nichts-sagenden Reihe auftauchen, hier noch eine &#220;berlegung, die f&#252;r den Philosophen, Literaten und gelernten Schauspieler aus Irland, Richard Kearney bestimmend ist. Es beginnt mit einer Frage:
H&#228;tte Jesaja &#8220;nein&#8221; sagen k&#246;nnen, als Gott ihn fragte, ob er f&#252;r ihn Zeuge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um nochmal meiner Vorliebe von etwas gewagten Aussagen &#252;ber Gott zu fr&#246;nen, die am Rande der Nichts-sagenden Reihe auftauchen, hier noch eine &#220;berlegung, die f&#252;r den Philosophen, Literaten und gelernten Schauspieler aus Irland, Richard Kearney bestimmend ist. Es beginnt mit einer Frage:</p>
<p>H&#228;tte Jesaja &#8220;nein&#8221; sagen k&#246;nnen, als Gott ihn fragte, ob er f&#252;r ihn Zeuge sein wolle? H&#228;tte Maria &#8220;nein&#8221; sagen k&#246;nnen, als sie Jesus in die Welt tragen sollte? <a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/02/85525696.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-287" title="L&#246;wenzahn" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/02/85525696-284x300.jpg" alt="" width="284" height="300" /></a>F&#252;r Richard Kearney ist das genau die Art &#252;ber Gott zu denken: Gott setzt sich auf&#8217;s Spiel, Gott braucht uns in gewisser Weise, damit &#8220;Sein name geheiligt&#8221; und &#8220;sein Reich kommen&#8221; kann.</p>
<p>&#8220;Gott braucht uns, um in der Welt Fleisch zu werden &#8211; Gott, der die bedingungslose Liebe, die Gerechtigkeit, eine Einladung, ein Ruf, eine Bitte und eine Verhei&#223;ung f&#252;r uns ist. Aber wenn wir keine Ohren zu h&#246;ren, keine Augen zu sehen haben, um auf diesen Ruf zu reagieren, wie Maria und Jesaja es getan haben k&#246;nnten, dann w&#228;re Gott nicht da gewesen in Maria oder in Jesaja und wir h&#228;tten keine Inkarnation, kein Buch Jesaja und keine prophetische Tradition. Also m&#246;chte ich die M&#246;glichkeit offen lassen -im Opposition zu einer Metaphysik der Allmacht &#8211; das es m&#246;glich war, dasss Gott nicht als Jesus in die Welt gekommen w&#228;re, oder prophetisch sichtbar und h&#246;rbar durch Jesaja geworden w&#228;re. Also braucht Gott uns. Ja, Gott brauchte Moses damit ER h&#246;ren konnte, &#8220;Ich bin, der ich bin&#8221; und dann losgehen konnte und dieses missionarische Statement der Befreieung anwenden konnte, so wie er es getan hatte. Also gibt es da ein Bed&#252;fnis in Gott, eine Sehnsucht in Gott nach uns, die in jeden Moment mehr und mehr Fleish werden muss (in uns).&#8221;</p>
<p>Es ist jetzt glaube ich von Kearney gar nicht so unbedingt die Absicht, dar&#252;ber zu spekulieren, ob Jesu Geburt notwendig so passiert ist, wie sie passierte. Der Punkt ist: wenn man an einen Gott glaubt, den man erkennen kann, der dort drau&#223;en ist, hei&#223;t das wenig. Es geht darum, dass wir wie Maria, Gott Platz in unserem Leben machen Raum schaffen, dass er Gestalt gewinnen kann und in die Welt geboren wird. Denn Gottes Handeln ist in der Regel Handeln durch Menschen, die von Gott ergriffen wurden. In diesem Sinne w&#228;re die Punchline dieses hochphilosophischen und leicht h&#228;retischen Gedanken erstaunlich sentimental, pietistisch (oder eben: moralistisch-politisch):  Gott k&#246;nnte in unserer Welt pr&#228;senter sein, wenn es mehr Menschen g&#228;be, die ihm Raum gew&#228;hren w&#252;rde in ihren Leben.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>[Nichts-sagender Glaube - God happens]</title>
		<link>http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/21/nichts-sagender-glaube-god-happens/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 23:02:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Soweit ich im letzten Post &#252;ber Peter Rollins gepostet habe, klingt vieles sehr abstrakt, ungewohnt, mystisch und -vielleicht &#8211; etwas wischiwaschi. Soweit w&#228;re es nur ein Staunen &#252;ber ein Wesen, dass zu hoch f&#252;r uns ist und weit entfernt ist. Das erinnert soweit alles sehr an den Philosophen Jaques Derrida, der bei einen Vortrag einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soweit ich im letzten Post &#252;ber Peter Rollins gepostet habe, klingt vieles sehr abstrakt, ungewohnt, mystisch und -vielleicht &#8211; etwas wischiwaschi. Soweit w&#228;re es nur ein Staunen &#252;ber ein Wesen, dass zu hoch f&#252;r uns ist und weit entfernt ist. Das erinnert soweit alles sehr an den Philosophen Jaques Derrida, der bei einen Vortrag einmal 30 Minuten lang &#252;ber sein Gebetsleben sprach, in diesen 30 Minuten aber geschickt einer klaren Antwort auswich und so -wie eins seiner Buchtitel -  keine &#8220;Confession&#8221; sondern eine &#8220;Circumfession&#8221; lieferte. [<a href="http://www.youtube.com/watch?v=MG_nyd45czM">Hier </a>Link zum Youtube Video, indem Derrida von John Caputo interviewt wird]. Das ist bisher nichts als eine poetische Unbestimmtheit, eine Weigerung, die Dinge beim Namen zu nennen, eine Weigerung, seine Erfahrungen zu katalogisieren und sie mit einem Label zu versehen. Diese Furcht vor Labels liegt nat&#252;rlich im Trend: die existentialistischen Philosophen haben immer das Label &#8220;Exiustentialismus&#8221; abgelehnt; die Poststrukturalistischen Philosophen wollten nicht so genannt werden und eine Emoband zu finden, die sich freiweillig &#8220;Emo&#8221; nennt, ist ungef&#228;hr so schwer, wie eine Sekte zu finden, die sich Sekte nennt.</p>
<p><span id="more-280"></span></p>
<p>Aber Peter Rollins geht einen kleinen, aber wichtigen Schritt weiter. Gott ist nicht einfach nur irgendwo im Weltall und au&#223;erhalb der Reichweite von unserem Verstand und unserer Erfahrung: Gott passiert. Wenn man von Gott nicht in den Kategorien wie &#8220;Wesen&#8221; &#8220;Substanz&#8221; etc. reden will, dann bietet sich eine andere Rede an: Gott tritt in unser Sichtfeld als ein Ereignis. Wie ein Meteorit, der auf die Erde st&#252;rzt, ereignet sich Gott in unserem Leben. Man kann nicht genau beschreiben, was passiert ist; aber man sieht die Auswirkungen im Leben derer, die es betrifft. Theologie ist f&#252;r Rollins nicht der Diskurs &#252;ber Gott, es ist der Ort, an dem Gott in den diskurs tritt und redet. Theologie findet immer im Nachhall an das Ereignis statt, im Nachklang Gottes. Wir stehen am Kraterrand und schauen, was dort passiert ist.</p>
<p>Wie die Geschichte in Exodus, in der Moses Gott bittet, Gottes Antlitz sehen zu d&#252;rfen. Gott aber sagt, dass kein Mensch sein Antliz ertragen kann, man kann ihm nur hinterhersehen. Das ist worum es laut Rollins in der Theologie geht: Wir schauen Gott hinterher. gott hat sich ereignet und wir versuchen mit dieser Erfahrung zu ringen, versuchen auszuloten, welche Auswirkung diese Erfahrung hat. &#8220;Come to terms with&#8221; hei&#223;t es im Englischen. Das ist auch was bei Paulus Bekehrung in der Apostelgeschichte passiert. Paulus wird geblendet und muss nun 2 Tage lang sein Leben &#252;berdenken. Vielleicht sind diese 2 Tage der Kern von dem, was man &#8220;Theologie treiben&#8221; nennt und der Rest seines Lebens einfach nur ein ausbreiten dieser Erfahrung. Der Knackpunkt f&#252;r Peter Rollins ist also die Transformation, die Ver&#228;nderung von Menschen. Erst das zeichnet wahre Orthodoxie aus: das Menschen von sich weggucken  und sich in Liebe dem Anderen zuwenden lernen.</p>
<p>Das ist dann auch der Begriff von der Bibel: die Bibel ist der Ort, an dem sich Gott ereignet hat und Menschen versucht haben das in Worte zu fassen und es ist der Ort, an dem wir durch diese gro&#223;en Symbole, Geschichten und Metaphern Zugang kriegen zu dem Ereignis, dass auch die Autoren der Bibel ersch&#252;ttert hat.</p>
<p><a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/21/nichts-sagender-glaube-god-happens/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Im n&#228;chsten Post dann meine Fragen an diesen Ansatz. So und jetzt guck ich noch schnell ne Folge Bing Bang Theory. Gut&#8217; Nacht!</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>[Nichts sagender Glaube - Peter Rollins I]</title>
		<link>http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/18/nichts-sagender-glaube-peter-rollins-i/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 18:47:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[So, einige Tage war ich jetzt nicht in der Lage meine Blogreihe weiterzuverfolgen, da ich einige Besucher hier in Prag hatte.  Jetzt m&#246;chte ich ein bisschen Werbung betreiben: kauft und lest Peter Rollins Buch &#8220;Hot (not) to speak of God&#8221;, denn dies hat vor einigen Jahren quasi diese Fragen aufgeworfen mit denen ich mich hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, einige Tage war ich jetzt nicht in der Lage meine Blogreihe weiterzuverfolgen, da ich einige Besucher hier in Prag hatte.  Jetzt m&#246;chte ich ein bisschen Werbung betreiben: kauft und lest Peter Rollins Buch &#8220;Hot (not) to speak of God&#8221;, denn dies hat vor einigen Jahren quasi diese Fragen aufgeworfen mit denen ich mich hier besch&#228;ftige und diese Blogreihe steht in einen impliziten Dialog mit dem Buch. Es ist ein kurzes/kurzweiliges Buch, dass sich nicht in akademischen Gepl&#228;nkel verliert, sehr provokant ist -dabei auch an einigen Stellen etwas Schieflage hat &#8211; und: es ist in der Sprache der Poesie geschrieben: Metaphern, Vergleiche, Geschichten dominieren das Buch, dass im zweiten Teil davon berichtet, wie diese Gedanken in experimentellen, liturgisch-poetischen Gottesdiensten der Belfaster IKON Community umgesetzt worden. BTW: wenn jemand Bock hat: ich k&#246;nnte mir vorstellen einmal gemeinsam dieses Buch via Blog(?) durchzuarbeiten und zu besprechen&#8230;.</p>
<p><a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/18/nichts-sagender-glaube-peter-rollins-i/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p><span id="more-273"></span></p>
<p>Peter Rollins beginnt in dem Buch mit einem Dilemma: eigentlich, kann man &#252;ber Gott nicht reden, denn &#252;ber ihn reden hie&#223;e, ihn zu benutzen, ihn zu reduzieren und ihn zu kontrollieren. Auf der anderen Seite dr&#228;ngen ihn seine Erfahrungen in der evangelikal-charismatischen Bewegung dazu, &#252;ber Gott sprechen zu m&#252;ssen. So landet er zuletzt bei der mittelalterlichen Mystik und der Postmodernen Philosophie (zun&#228;chzst Derrida via John Caputo und zuletzt auch Zizek) . Denn mittelalterliche Mystik schafft es Rollins Meinung nach dieses Paradox zu &#252;berwinden:</p>
<blockquote><p>&#8220;Each time I returned to the horns of that dilemma, I found myself drawn to the Christian mystics (such as Meister Eckhardt), for while they did not embrace total silence, they balked at the presumption of thoose who would seek to colonize the name &#8220;God&#8221; with concepts. Instead of vieweing the unspeakable as that which bring all language to a halt, they realized that the unspeakable was precisely the place where the most inspiring language began. This God whose name was above every name gave birth, not to a poverty of words, but to an excess of them&#8221; (How(not) to speak of God, xii)</p></blockquote>
<p>Das Buch exisiert um diesen Abschnitt herum, es soll umschreiben, was das bedeuten kann und wie das zusammenpasst mit Konzepten wie &#8220;Offenbahrung&#8221;, mit der Bibel, mit  Sehnsucht, Begehren, Zweifel und Liebe.</p>
<p>Rollins will Gott als den &#8220;ganz Anderen&#8221; vorstellen, als einen Gott, der &#252;ber jedes Konzept hinausgeht, der alle Sprache  und alle Vernunft &#252;bersteigt.  Er will die Alternative zwischen einen offenbarten Glauben, in dem Gott wie ein Geheimnis erscheint, das gel&#252;ftet worden ist und einem humanistisch-liberalen Mystizismus, in dem Gott einfach nicht erkannt werden kann und wir uns deshalb auf die Ethik beschr&#228;nken sollten, aufbrechen.  (Meine Kritik hier ist, dass er wirklich ehrgeizig nur gegen religi&#246;se Dogmatismen vorgeht, allerdings nicht die Probleme eines seichten Mystizismusses darstellt).</p>
<p>Um diese falsche Alternative aufzubrechen muss er zum einen &#252;ber das Wesen von &#8220;Offenbahrung&#8221; reden und zum anderen &#252;ber Gott und seiner Beziehung zur Offenbahrung.</p>
<p>Rollins schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8220;[...]Revelation, far from being the opposite of concealment, has concealment built into its very heart. [...] Hence revelation ought not to be thought of either as that which makes God known or as that which leaves God unknown, but rather as the overpowering light that renders God known <em>as</em> unknown.&#8221; (How (not)to speak of God, 17)&#8221;</p></blockquote>
<p>Dies ist deshalb so, weil Gott weder nah noch fern, weder anwesend noch abwesend sondern hyperpresent ist. Dies ist eine Wortsch&#246;pfung, die eins andeuten soll: Gott ist nicht unbekannt als einer, der zu weit entfernt ist, um ihn zu sehen, sondern er erf&#252;llt und &#252;berfordert unseren Verstand mit Informationen, mit seiner Anwesenheit. &#8220;Anstatt durch die Armut der Abwesenheit begrezt zu sein, werden wir &#252;berlastet durch den Exzess der Anwesenheit&#8221; (24). Er verwendet daf&#252;r viele Bilder. Eines der &#228;ltesten der Philosophiegeschichte &#252;berhaupt ist das Bild der Sonne. Die Erfahrung Gottes ist, wie in die Sonne zu schauen. Durch die Hyperpres&#228;nz des Lichtes sehen wir nichts mehr. Die Offenbahrung ist wie ein Kunstwerk: es vermittelt etwas, aber es gibt nicht die eine Nachricht, sondern man kann auf unendlich viele Weisen &#252;ber das Kunstwerk sprechen und immer wieder v&#246;llig neue Botschaften darin sehen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Dis-kurs: Gott im Werden?</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 18:37:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Gut, dann bin ich heute eben mal im &#8220;Flow&#8221; und wenn man gerade Schwung hat, soll man auch weitermachen.
Jansalleine hat in seinem Kommentar zum letzten Post eine Frage aufgeworfen, die ich nicht unbedingt in den kleinen Kommentarfeld oder innerhalb der Blogserie beantworten wollte.  Also mache ich einen kleinen Umweg um darauf einzugehen.
Die Frage war, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gut, dann bin ich heute eben mal im &#8220;Flow&#8221; und wenn man gerade Schwung hat, soll man auch weitermachen.</p>
<p>Jansalleine hat in seinem <a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/11/nichts-sagender-glaube-warum-nichts-sagen/#more-266">Kommentar</a> zum letzten Post eine Frage aufgeworfen, die ich nicht unbedingt in den kleinen Kommentarfeld oder innerhalb der Blogserie beantworten wollte.  Also mache ich einen kleinen Umweg um darauf einzugehen.</p>
<p>Die Frage war, wenn ich sie richtig verstanden hab:  Will ich von Gott nicht in &#8220;objektivierter&#8221;, technischer Sprache reden, m&#252;sste ich dann nicht auch von Gott als jemanden reden, der sich ver&#228;ndert?Jemand, der wir, eine Biographie hat? Ist das nicht Blasphemie?`Machen wir damit nicht Gott zu einem launischen, menschen&#228;hnlichen Gott wie die der Griechen? Ich denke, zwei &#220;berlegungen erlauben es mir tats&#228;chlich von Gott als im Werden zu sprechen.</p>
<p><span id="more-271"></span>Aber fangen wir ersteinmal weiter vorne an. Wie kommen wir eigentlich darauf, dass wir Gott vor mit einer statischen Sprache beschreiben: Gott sitzt auf dem Thron; er ist der Selbe gestern, heute und in Ewigkeit etc.? Er ist all-m&#228;chtig, all-gegenw&#228;rtig etc.?</p>
<p>Ich glaube, dass es durchaus Stimmen in der Bibel gibt, die so klingen. Aber selbst wenn diese Sprache im alten Testament auftaucht: es handelt sich um relationale Begriffe. Es beschreibt Gottes Beziehung zu uns, unsere Erfahrung von ihm, unsere Geschichte mit ihm. Wenn in den Psalmen steht: er ist allm&#228;chtig, wor&#252;ber wird dann geredet? &#220;ber dieu Frage, ob er einen Stein erschaffen kann, den er selbst nicht hochheben kann? Nein. Es geht dort um den Exodus: Gott ist m&#228;chtiger als unsere Feinde (Komparativ nicht Superlativ! Relational nicht ontologisch!). Ich glaube dieses Denken in statischen Begriffen von Gott kommt aus dem Zusammenprall von christlicher Theologie mit griechischer Philosophie.</p>
<p>Hier w&#228;re Aristoteles ein gutes Beispiel. Aristoteles sprach von Gott, aber er benutzte ihn um Probleme zu kl&#228;ren, die in seiner Philosophie auftraten. &#8220;Alles muss eine erste Ursache haben. In der Welt kann man Dynamik feststellen. Also hat diese Dynamik ihre Ursache in Gott. Den unbewegten Beweger, den statischen Erschaffer von Dynamik. Den mit sich selbst identischen.&#8221; Und hier h&#228;tte Heidegger recht: dies ist Onto-Theologie. Dies ist ein Gott &#8220;zu dem keiner opfern oder beten k&#246;nnte&#8221;.<br />
Das bringt mich zu dem ersten Punkt: bewirkt die Erfahrung des Gebets nicht genau das? Eine Ver&#228;nderung in Gott? Redet die Bibel nicht von der ersten Seite an von einem leidenschaftlichen, involvierten Gott, der in der Abendhitze nochmal spazieren geht, den es manchmal reut, was er getan hat, der herabkommt um den Turm zu Babel zu betrachen, der sich von dem Schrei der Unterdr&#252;ckten ver&#228;ndern l&#228;sst, der mit seinem Volk unterwegs ist als Feuers&#228;ule und der sich letztlich ganz riskiert indem er seinen Sohn schickt? Ist nicht sowohl die christliche Geschichte als auch die christliche Erfahrung voll von Beispielen, in denen Gott sich wagt, sich riskiert, sich &#228;ndert? Wenn nicht, warum beten?</p>
<p>Der zweite Punkt: wenn man den Gedanken der Dreieinigkeit ernst nimmt, muss dann nicht sogar innerhalb von Gott eine gro&#223;e Dynamik sein? Die &#246;stlich-orthodoxen umschreiben die Trinit&#228;t als einen ewigen Tanz, in denen sich die 3 Personen bereichern und sie in einer liebenden Dynamik leben. Mehr noch: dieser Tanz wird ge&#246;ffnet. Das ist was in Jesus Christus passiert: Gott &#246;ffnet sich und macht Raum in sich, um uns einzuladen an diesen g&#246;ttlichen Leben teilzuhaben. Ist nicht eine Umschreibung des Geschehens: Gott riskiert sich um mehr zu werden, als er jetzt ist: n&#228;mlich &#8220;alles in allem&#8221;.</p>
<p>Ist jetzt alles etwas hastig und vielleicht unausgegoren formuliert, aber vielleicht reicht das um mal ein erster Ansto&#223; zu sein.</p>
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		<title>[Nichts-sagender Glaube -Warum Nichts sagen?]</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 13:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[
Was gibt es &#8211; wenn &#252;berhaupt &#8211; f&#252;r Gr&#252;nde f&#252;r einen apophatischen Glauben? Ich denke, es ist die Reaktion auf Versuche, Gott vor unseren Karren zu spannen, Gott zu benutzen, &#8220;seinen Namen&#8221; zu missbrauchen.Es gibt diese Versuche in der westlichen Philosophie und Theologie, in der Politik, aber auch im ganz normalen kirchlichen Leben.
In der Philosophie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/02/4128392893_66c6a0161a_b.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-267" title="Mikroskop" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/02/4128392893_66c6a0161a_b-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Was gibt es &#8211; wenn &#252;berhaupt &#8211; f&#252;r Gr&#252;nde f&#252;r einen apophatischen Glauben? Ich denke, es ist die Reaktion auf Versuche, Gott vor unseren Karren zu spannen, Gott zu benutzen, &#8220;seinen Namen&#8221; zu missbrauchen.Es gibt diese Versuche in der westlichen Philosophie und Theologie, in der Politik, aber auch im ganz normalen kirchlichen Leben.</p>
<p>In der Philosophie spricht seit Martin Heidegger von Onto-Theologie. Wenn man die westliche Theologie anguckt, so ist sie davon gepr&#228;gt, dass sie das Ganze der Realit&#228;t f&#252;r den menschlichen Geist aufzuschlie&#223;en sucht. Man strebt nach dem absoluten Wissen mit reinen Vernunft.  In Zusammenhang mit den Naturwissenschaften entstand dadurch auch der Gedanke des autonomen Individuums, welches losgel&#246;st von der Welt (Distanz) die Welt in St&#252;cke zerschneidet (Analyse) um so ein kontrollierendes Wissen zu erlangen, welches erm&#246;glicht, die Welt zu manipulieren (Technik).  Dieses Subjekt-Objekt-Denken stellte unter anderem Martin Heidegger in Frage indem er deutlich machte: Wir sind immer schon Teil jenes Beziehungsgeflechts das wir &#8220;die Welt&#8221; nennen; wir sind immer In-der-Welt. Onto-Theologie beginnt da, wo wir mit Gott so umgehen. Wo wir Gott unseren Gesetzen und unserer Rationalit&#228;t unterwerfen. Heidegger Beispiel ist das Gesetzt der Kausalit&#228;t. F&#252;r die technische Vernufnt, muss alles ein Ursache haben. Man versteht ein Ph&#228;nomen, indem man sein Ursache kl&#228;rt. Dies war schon im Mittelalter so, aber im Mittelalter war Gott derjenige, der dieses Gesetz in Kraft hielt besser gesagt: Gottes sch&#246;pferisches Handeln WAR das Gesetz der Kausalit&#228;t (oder wie es Johannes sagt: durch ihn ist alles geworden ohne ihn ist Nichts geworden).  Nun passierte im Sp&#228;tmittelalter folgendes: pl&#246;tzlich wurde dieses Gesetz auch auf Gott angewendet. Alles muss eine Ursache haben, was ist die Ursache von Gott? Er selbst! Und so kam man auf die ziemlich verwirrende Formel, Gott<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Causa_sui"> sei seine eigene Ursache</a>.</p>
<p><span id="more-266"></span></p>
<p>Es gibt davon auch theologische Formeln. Im charismatischen Bereich zB hei&#223;t es manchmal Gott sei geistlichen Prinzipien unterworfen oder Gott habe seine Freiheit beschr&#228;nkt und hat sich an die Bibel gebunden. Das bedeutet, wenn man ordentlich Bibel studiert, kann man geistliche Prinzipien, &#8220;Schl&#252;ssel f&#252;r die Erweckung&#8221; etc herausfinden. Aus einer Beziehung wird eine Technik. Die Bibel wird zur Quelle von Geheimwissen. Es handelt sich um Onto-Theologie sobald wir mit Gott umgehen wie mit einem Pantoffeltierchen unter dem Mikroskop. Sobald wir Gott zu einem Objeklt machen, dass wir aus der Distanz studieren k&#246;nnen, sobald wir Gott vor unsren Karren spannen, damit er unsere Projekte legitimiert, machen wir aus ihn einen G&#246;tzen.  Wie oft haben wir erlebt, dass Leute mit den Brustton der &#220;berzeugung davon gesprochen haben, was Gott sagt und was er will. wie oft wurde versucht, mit Gott eine Gesellschaftsordnung (oder auch nur eine Gemeindeordnung!) zu legitimieren. Kant zB machte Gott zu einem Postulat der praktischen Vernunft: &#8220;Ok wir k&#246;nnen ncihts wirklich &#252;ber Gott sagen, oder gar zu ihm beten; aber irgendwie ist es doch ne gute Idee so zu tun, als ob es Gott g&#228;be. Denn nur so wird der Mensch zu einem moralischen Wesen.&#8221;. Oder wenn Gott als eine leistungssteigernde Droge benutzt wird; wenn Gott der Weg zu dem ultimativen emotionalen Kick ist. All dies sind Formen, in denen wir Gott z&#228;hmen; in denen wir uns einen &#8220;lieben&#8221; Gott basteln, der uns nicht in Frage stellt, der sich manipulieren l&#228;sst, der nur so auftreten darf, wie es uns passt.</p>
<p>Dagegen entwickelte sich die apophatische Theologie. Als ein Aufschrei. Als ein Protest. Als ein bestehen auf Gottes Heiligkeit. Mehr davon nach der n&#228;chsten Maus.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nichts-sagender Glaube</title>
		<link>http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/11/nichts-sagender-glaube/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 12:54:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Gottkram]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wird Zeit, den Blog wiederzubeleben. Eigentlich hatte ich schon lange vor wieder zu bloggen; aber ich wollte vorher den Blog neu designen. Da das aber jetzt aber so schnell nichts zu werden scheint; fange ich einfach dennoch wieder an mich internet-technisch zu Wort zu zu melden.
Und ich beginne;-wie sollte es anders sein- mit einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird Zeit, den Blog wiederzubeleben. Eigentlich hatte ich schon lange vor wieder zu bloggen; aber ich wollte vorher den Blog neu designen. Da das aber jetzt aber so schnell nichts zu werden scheint; fange ich einfach dennoch wieder an mich internet-technisch zu Wort zu zu melden.</p>
<p>Und ich beginne;-wie sollte es anders sein- mit einer kurzen Serie. Es geht um ein Thema, welches sp&#228;testens mit Pete Rollins &#8211; How (not) to speak of God aktuell geworden ist, n&#228;mlich ein gewisser mystischer Zugang zu Gott als dem, der alle Begriffe &#252;bersteigt, alsdem ganz Anderen &#252;ber den wir nicht so recht sprechen k&#246;nnen. Kurz den Gedanker der apophatischen Theologie und Spiritualit&#228;t.</p>
<p>Ich will zeigen, warum ein gewissen Ma&#223; an apophatischer Theologie, an Nichts-sagenden glauben, gut und wichtig ist und warum man dennoch dar&#252;ber hinauswachsen muss. Ressourcen f&#252;r dieses Hinauswachsen findet man unter anderem in der &#246;stlich-orthodoxen Theologie und Spiritualit&#228;t, welche seit Jahrhunderten Apophatische Theologie mit Dogmatischer Theologie (man wird sehen, was genau das hei&#223;t) zusammen denkt, lebt und erf&#228;hrt.</p>
<p>Also auf geht&#8217;s.<br />
<iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=000000&#038;IS2=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=0000FF&#038;t=failiforwa-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;md=1M6ABJKN5YT3337HVA02&#038;asins=0281057982" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<item>
		<title>Was hei&#223;t denn hier &#8220;Beziehung&#8221;?</title>
		<link>http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2009/07/12/was-heist-denn-hier-beziehung/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 15:48:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arne erklärt die Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[beobachtet]]></category>
		<category><![CDATA[das Leben und so]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Hintergrund l&#228;uft Element of Crime mit Sven Regeners schwerer Whiskeystimme, den Mexikanerhut-Trompeten und den Altherrentexten zwischen trotzigem Schwermut und verspielt balladesken Liebeshymnen, die es auch nur so beinahe schaffen, nicht peinlich zu sein. Optimale Untermalung f&#252;r das Thema, welches mir f&#252;r heut Abend aufgetragen wurde. In unserem Gemeinde Emergenz-Cluster nehmen wir gerade die ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Hintergrund l&#228;uft Element of Crime mit Sven Regeners schwerer Whiskeystimme, den Mexikanerhut-Trompeten und den Altherrentexten zwischen trotzigem Schwermut und verspielt balladesken Liebeshymnen, die es auch nur so beinahe schaffen, nicht peinlich zu sein. Optimale Untermalung f&#252;r das Thema, welches mir f&#252;r heut Abend aufgetragen wurde. In unserem Gemeinde Emergenz-Cluster nehmen wir gerade die ersten vier Kapitel von Tom Wrights &#8220;simply christian&#8221; durch. Er meint dabei 4 Sehns&#252;chte des Menschen in unserer Zeit zu finden, die wie 4 Echoes einer l&#228;ngst verlorenen Stimme sind, die in uns nachhallt. Der Stimme Gottes.</p>
<p>Und eine dieser Echoes ist, nachdem jetzt schon die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Spiritualit&#228;t durchdekliniert wurden, die Sehnsucht nach Beziehungen. Wright meint dabei zu beobachten, dass in unserre Kultur das Reden &#252;ber Beziehungen und Gemeinschaft sprunghaft angestiegen ist. Gerade das Reden &#252;ber ein Thema, weist ja oft auf ein bestimmtes Defizit einer Kultur in diesem Bereich hin. Hier k&#246;nnte man jetzt bequem die kommunitaristische Liberalismuskritik eines Charles Taylors eintragen, aber um das jetzt aufzurollen, bin ich eindeutig zu faul. Heut abend gibt es schon genug Theoriecocktail (von Taylor &#252;ber Stanley Grenz bis Bonhoeffer).<br />
Aber. Ich bin auf ein Buch, einen Klassiker der Sozialpsychologie gesto&#223;en, den ich schon immer mal quer lesen wollte. N&#228;mlich den Beck-Gernsheim: <a href="http://www.amazon.de/Das-ganz-normale-Chaos-Liebe/dp/351838225X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1247411245&#038;sr=8-1">Das ganz normale Chaos der Liebe</a>. In diesem Buch versucht das Authorenpaar(!) die Liebes- und Paarbeziehungen in modernen, individualisierten Gesellschaften zu untersuchen. Und in dem fulminanten ersten Kapitel wird gleich mal ein glei&#223;endes Licht auf die Liebe und ihre Probleme, Aporien, &#220;berh&#246;hung und Verdrehungen geworfen. Eine der Thesen lautet: mit dem Wegfall der Transzendenz (klassisch gedacht als Gott) folgt eine Erh&#246;hung jener Unmittelbarkeit, die wir als Liebe zu bezeichnen gelernt haben. Mit dieser &#220;berh&#246;hung geht dann aber gleich die Entt&#228;uschung, die Heuschreckenexistenz einher.Ich zitiere:</p>
<p>&#8220;Der ganz allt&#228;gliche Krieg der Geschlechter, laut und leise, innerhalb, vor, nach,neben der Ehe ist vielleicht der eindringlichste Ma&#223;sstab f&#252;r den Hunger nach Liebe, mit dem die Menschen heute &#252;bereinander herfallen: paradise now! ist die Devise der Irdischen, deren Himmel und H&#246;lle entweder nirgendwo oder auf der Erde liegen. &#8230; Die Menschen heiraten um der Liebe willen und lassen sich um der Liebe willen scheiden. Die Partnerschaft wird ausstauschbar praktiziert, nihct um die die Last der Liebe endlich abzustreifen, sondern weil das Gesetz der erf&#252;llten Liebe dies verlangt. Der sp&#228;te Turmbau zu Babel, aus Scheidungsurteilen errichtet, ist ein Denkmal der entt&#228;uschten, &#252;berh&#246;hten Liebe. &#8230; Der irdische Glaube der religionslosen, scheinbar rationalen Gegenwartsmenschen ist das Du, die Suche nach der Liebe im anderen. Oft nicht eingestandenerma&#223;en, da dadurch jeder sich an etwas ausliefert, das den Prinzipien des kalkulierten Lebens wiederspricht. &#8230; Die Sucht nach Liebe ist DER Fundamentalismus der Moderne. Liebe ist religion nach der Religion, der Fundamentalismus nach der &#220;berwindung desselben. Der Gott der Privatheit ist die Liebe. Wir leben im Zeitalter des real existierenden Schlagertextes. Die Romantik hat gesiegt, die Therapeuten kassieren.&#8221;<br />
Starke Worte, auch wenn man den gleichen Zustand sicher auch weniger im Duktus des Abgesangs und einer prophetischen Gerichtsrede und mit mehr Gesp&#252;r f&#252;r die suche nach dem Unbekannten Gott halten k&#246;nnte. Nur die Szenerie ist richtig. Wir sind &#8211; wie jede Generation, die &#8220;unter der Sonne&#8221; (Prediger) und &#8220;auf verfluchten Ackerboden&#8221; (Genesis) lebt &#8211; in Aporien gerate. Und diese Situation der Zweideutigkeit n&#246;tigen uns zuder Frage: &#8220;Wie sollen wir heute lieben? Wie K&#214;NNEN wir heute lieben?&#8221;</p>
<p>Mittlerweile bin ich bei der Band Slut angekommen.</p>
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