Gott als Person
Gestern war ich auf der Hochzeit von 2 der ältesten Kontakte hier in Heidelberg und ich bin grad dabei nach der schönen Feier die “Daten die ich in den letzten Tagen gesammelt habe auszuwerten”; um mal ein wenig technokratisch daherzureden. Die Hochzeitsfeier lebte mit einer gewissen Spannung von den nicht- oder postchristlichen Umfeld von Matze und der doch recht freikirchlich geprägten Gestaltung der Trauung. Ich liebe ja so Gelegenheiten, wenn Welten zusammenprallen. Denn soziale Gruppen haben ja die Tendenz starke Plausibilitäten aufzubauen (zB wie man zu leben und sich zu verhalten hat, welche Art Geschichten man erzählt etc.) und diese ständig zu verstärken und nach außen abzuschotten. Und da macht es doch Spaß, zu beobachten was passiert, wenn zwei dieser Plausibilitätsstrukturen an- und durcheinandergeraten.
Anyways. Auf dem Rückweg begann ich mit einem Freund und kritisch-distanzierten Theologiestudenten über die Hochzeitsfeier und damit auch schnell über das Thema Religion zu reden. Ihm stießen im Besonderen die Lieder und Gebete auf. Er kann mit einem persönlichen Gott nichts anfangen. Teerstegens “Gott ist gegenwärtig” empfand er als Zumutung. Ich bin der Meinung, dass er damit ausspricht, was viele bei der Feier empfunden haben und was symptomatisch für den geistlichen Zustand unserer Kultur ist. Also – wir befanden uns mitlerweile auf dem Balkon vom Wohnheim, es war halb 4 in der Nacht – bohrte ich ein wenig nach. Was genau soll denn das Problem eines persönlichen Gottes sein? Ist das nicht gerad die Schönheit des Theismusses: die persönliche Beziehung mit Gott?
Mein Freund nannte zwei Punkte, die sich schlecht voneinander trennen lassen: Autonomie und Verantwortung.
Wer zu einem persönlichen Gott betet, macht sich abhängig von einem anderen Wesen dort oben. Er gibt sich in die Hände eines Gedankenkonstruktes, er lebt nicht mehr selbstbestimmt. Aber vor allem: er stößt Verantwortung von sich. Wenn jemand mit der Bitte zu Gott kommt: “zeige mir, ob ich die Person heiraten soll!”, steht er nicht mehr in der quälenden Situation, Entscheidungen treffen zu müssen. Eigentlich wird – über seinen Kopf hinweg – entschieden. Das Gute daran ist: wenn etwas schief geht, is er selbst nicht schuld.Ein solcher Glauben muss auf jemanden, der gelernt hat, allein zurechtzukommen kindisch oder gar gefärhlich wirken. Ohne sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, vertraut man auf Stimmen im Kopf und Bücher, die einen die eigene Ängstlichkeit vor den Entscheidungen des Lebens nehmen.
Hinzu kommt eine ästhetische Abscheu gegen die Majestätsmetapher in all den Liedern. Warum verdammt nochmal soll man sich vor Gott verbeugen? Warum sitzt er auf nem Thron? Warum ihm gehorchen?
Soweit schien mein Gesprächspartner also eine recht aufklärerisch-moderne Haltung zu haben, aber dann kam noch ein twist in das Gespräch herrein. Gott ist für ihn keine Person, sondern eine Art intersubjektive Transzendenz. In einem Hegels Pantheismus des Geistes nicht unähnlichen Move erspürte er Gott in einem bestimmten “spirit” in einer Gruppe. In der Fähigkeit, trotz unterschiedlichster Lebenserfahrungen, dennoch Empathie füreinander zu empfinden. Im Gänsehautfeeling eines Fußballstadions, im Rausch des Feierns und im Exzess der Liebe.Christliche Gemeinschaft kann diesen spirit ganz vorzüglich erzeugen bzw. bewußt machen aber mit all dem Gerede über Gott als Person verstellt das Christentum wiederrum den Blick auf den “spirit”. Ich fand die Position von meinen Freund sehr erstaunlich, vor allem da ich weiß, dass er zu Beginn des Studiums quasi Atheist war und er sicherlich von Hegel auch nicht viel gelesen haben konnte.
Ich glaube, diese Art abstrakten Theismus weg vom Personalen hin zu einem stark immanenten Gott, der kaum noch von der Welt zu trennen ist, ist für mich eine große Versuchung. Mir ist klar: die Anfrage von seiten eines autonomen Selbstverständnisses müssen sein. Hier ist und bleibt das Christentum eine gewollte Zumutung an den sich selbst genügsamen Menschen. Aber: wo hat mein Freund mit seinen Beobachtungen recht? Wo beobachtet er einen ungesunden, einen schlechten Theismus bei uns? Wie würde Paulus auf dem Aeropag unserer Kultur “mit den Epikureern und Stoikern” (Apg. 17), mit den lebensfrohen und nach Glück strebenden Deisten und den selbstbestimmten und in sich ruhenden Pantheisten reden? Welche “Altäre an den unbekannten Gott” würde er entdecken? Wo würde es ihm den Magen umdrehen ob unserer Götzen? Wie würde er Gott und das Christusereignis bei uns verkünden? Wie soll ich mit meinen Freund reden? Soll ich ihm entgegenkommen und die Allgegenwart des Geistes Gottes verkünden, der alle gute (Selbst)transzendenz verursacht? Oder soll ich gerade gegen mögliche Auswüchse eines gezähmten Theismus einen radikaleren Theismus stark machen?
Insaint Collective
Die neue Bohème nennt man das auch ganz gerne mal: die aufkommende Generation von ungebundenen, rastlosen, kreativen, exzentrischen Menschen, deren Leben aus dem Stadium des “Umbruchs” nicht so recht rauskommen will, die auf dem Weg sind und nie so recht ankommen wollen.
Naja auch wenn ich wenn schon weniger die digitale Bohème sondern eher das digitale Proletariat sein wollte, so bin ich seit diesem Wochenende wohl offiziell Teil davon; oder so ähnlich….

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Der Trend geht zum Zweitblog…
Ich hab mich mit mir verkracht. Wir beiden kamen überein, dass es erstmal besser sei, wenn ich auf Abstand zu mir gehe. Das Ergebnis davon: mein Zweitblog. Obwohl ich nciht mal Zeit für einen Blog habe, hatte ich die impulsive Idee zu einem Popkulturblog zum Abspacken. Das mag keine lange Lebensdauer haben, aber dafür bleibt das hier dann der Ideen Blog und ihr verschont von doofen Youtube Videos.
Hier gehts lang.
actually about skills AND balls
Manchen Leuten darf man nicht sagen: “Hast du nicht drauf!”, denn dann werden sie es auf jedenfall machen. Noch vor dem Hardcorekonzert am Samstag, kriegten zwei meiner alten Karlsruher Kumpels wieder eine dieser “Hast-du-nicht-drauf-Ideen”.
Martin ist Chemiker und Björn ist Informatikirgendwas. Beide sind Nerds und wenn sie zusammenkommen, passiert in der Regel was ungewöhnliches. Ich weiß noch, vor einigen Jahren, als wir aus Hasendraht und einen Stock einen tragbahren Grill gebaut haben und damit 10 km marschiert sind (man muss wissen: meistens hat das ungewöhnliche mit Grillen zu tun). Also sagten wir uns am Samstag: heute wieder grillen. Und es hat nicht viel Verrücktheit gefehlt, dass wir an den Rhein gefahren wären.
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not about skills but about balls…
Der Samstag war nun ganz anderen Strickmusters.
Hardcore. Der Sound meiner Jugend (höhö). Ich muss echt sagen: da geht in Karlsruhe relativ viel. (komischerweise in Heidelberg gar nichts) Der Grund: ein paar Leute, die Verantwortung übernehmen und das Ding ins Rollen bringen. Namentlich: die Leute von Mount Caldera. Find ich interessant: eine Hand voll Leute übernehmen den Streß und das Risiko, Konzerte zu organisieren und deshalb grupiert sich um die herum Szene. Sie eröffnen einen Ort, wo Vernetzung stattfindet und Leute sich auch mal außerhalb von Myspace sehen. Nur am Rande: erstaunlich finde ich, dass mittlerweile der Frauenanteil in dieser Szene doch recht hoch ist. 40% würde ich schätzen. Und davon waren weiß Gott nicht alle von ihrem Freund mitgeschleppt.
Jedenfalls war gestern ein Festival.
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Die zwei Kontexte- Beispiel Musik
Heute war also der Vortrag über Alternative Worship.
Als ich so ein bisschen über die Ästhetik, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von verschiedenen Alt. Worship Gruppen gesprochen habe, hatte ich einen Satz vorrangestellt. Nämlich, das Alt. Worship keine Methode an sich ist, sondern eine Frage, ein auf-der-Suche-sein.
Ich habe ein bisschen bei dieser Präsentation den Einwand erwartet, dass man ja nichts übernehmen soll und stattdessen rausfindet, was für die Gruppe funktioniert. Ein sehr guter Einwand es sei denn er wird dazu benutzt, bestimmten Fragen aus den Weg zu gehen.
Ich glaube, man muss diese Inspirationen der Alt. Worship Bewegung in zwei Kontexte übersetzen: Zum einen die eigene Gruppe, zum Anderen, die Stadt/die Kultur in der man lebt.
Man kann nicht in guter alter Evangelikaler Tradition versuchen, ‘die Leute zu erreichen’ und dabei etwas darstellen, was man nicht ist. Man kann nicht einfach mit Copy+Paste vermeintlich erfolgreiche Konzepte kopieren.
Aber auf der anderen Seite: nur weil bestimmte Dinge in der eigenen Gruppe gut funktionieren heißt es nicht, dass diese immer hilfreich für unsere Freunde sind. Wir alle kennen von früher vielleicht die älteren Damen, die wünschten, dass man mehr “aus dem grünen Liederbuch”/aus dem Gesangbuch singen würde; diese waren zufrieden und gesättigt, diese verbanden mit einer bestimmten Form viel (es ist absolut verständlich, wie man Paul Gerhard Lieder über alles mögen kann). Aber wir kamen daher und wollten Rockmusik, weil das besser funktionierte. Nur was ist, wenn Rockmusik nicht mehr funktioniert? (das sage ich als einer, der fast den ganzen Tag solche Musik hört). Hier müssen wir auch manchmal um unserer Freund willen, unsere eigene Tradition, in der wir uns wohlfühlen hinterfragen.
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Roundhouse Kick IV
Wieder einmal ein paar Links:
Bei Mixotic kann man sich ein nettes Ambien-nebenbeihör Elektro Mix (1Stunde) downloaden. (via DJ).
Marlin empfiehlt Bücher von Malcolm Gladwell und lässt sich über seinen Stil aus. Ich glaub, ich lass mir ein Buch von ihm zum, Geburtstag schenken.
Schöne Indiemusik machen Josh Ottum. Zu der anstehenden Europatour sitzt Micha aus meinem Hauskreis hinter den Drums. Ich werd am Samstag zu dem Konzert in Karlsruhe gehen und danach in mein Geburtstag reinfeiern.
Roundhouse Kick II
Ok ein paar nette Links:
Imgriff ist eine Seite für alle Knowledgeworker; Studenten, Kreative Leute, Blogger, Leute, die Pläne schmieden etc. Es geht um Ideenmanagement, Effizienz, wie man endlich mal “die Dinge geregelt kriegt”. Höchst nützlich dsa Ganze, das übrigens von Johannes Kleske mitbetrieben wird. Es geht dann um so Sachen, wie “Rss Newsreade ausmisten“, oder ob man “Ideen besser digital oder mitStift und Papier” festhällt.
Ganz frisch ist der Blog von “DJ”, einem netten Zeitgenossen aus Adelshofen (und früher DJ in Berlin), der über christliche Mystik bloggt. Bisher hat er vor allem Texte abgetippt (vor allem solche, auf die man selbst so schnell nicht stößt). Gute Idee; gibts meines Wissens nach im deutschen Bloguniversum noch nicht.
Und wenn wir gerad bei Mystik sind: Pray as you go ist eine Initiative von englischen Jesuiten, die täglich Meditationen/Andachten ins Netz stellen und die ich gerne und für meine Verhältnisse sehr regelmässig auf dem Handy im Bus höre.
Homestory: Was macht eigentlich Arne privat?
Tobi warf und ich fing. (Auch wenn erst sehr spät) Und zwar ein virtuelles Poesiealbum. Es ist ja so: der erlauchte Kreis meiner treuen Leser soll auch mal den Arne Privat kennenlernen. Das ist quasi ne Home Story. Hier soll auch die MENSCHLICHE Seite rüberkommen. Die Leute sollen sehen: Junge, der Arne ist nicht nur eine Denkmaschiene oder Pseudodenkmaschiene, sondern der ist ein bodenständiger Typ wie du und ich, der auch nur einen schlechten Geschmack hat wie wir und auch ellenlange, sinnlose Einleitungen schreibt.
Hier die Fragen:
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Ostern – Ressourcen I

Da, wie ich bereits sagte, es nicht so einfach sein dürfte, heute in Karfreitagsstimmung zu kommen, ein paar Ressourcen zur Manipulation der Gefühle.
Musik:
Da wäre zum einen das wundervolle Album von Zao- the funeral of God. Das darum geht, was passiert, wenn Gott beschlösse, einfach mal keinen Bock auf den ganzen Scheiss mehr zu haben und.einfach.zu. sterben: “no miracles, no bleeding hands”.
“Man’s will be done,
The last lamb,
The last hope,
The last song from Zion.”
Hier ein paar Songs (Tipp: Truly, truly, this is the end” -> lyrics) Achja, ich sollte erwähnen, das das ganze zünftiger Metalcore ist.
Zum anderen der Song “For me ten others” von This beautiful Mess- wunderschön melancholische Worship Musik. (->Lyrics)
Oder, wenn wir beim Thema sind: Freund Jansalleines Worship Lied Emo oder die Sachen von Lampshade.
sonstiges:
Ein alter Osterklassiker: Nietzsche- der tolle Mensch.
Aber wirklich wirkich geil sind die Sachen von Rejesus. Vor allem die 7 sayings of Jesus.
In dem Sinne: besinnliche Ostern (Teil 1)