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	<title>Failing Forward &#187; Emerging Church</title>
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	<description>Der Blog von Arne</description>
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		<title>Die Emerging Conversation als Rhizom oder: vom Kuchen, vom Baum und vom Ingwer</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 17:48:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Anschlu&#223; an den letzten kurzen Gedanken noch ein weiterer Nachklapp:
Wer beim ersten Emergent Forum in Erlangen dabei war, kann sich vielleicht an einen Vortrag errinern, in dem Brian McLaren folgendes Bild benutzt hat: die EC ist nicht wie das oft gedacht wird, ein &#8220;St&#252;ck vom Kuchen&#8221;: es gibt den Kuchen, den wir Denominationen nennen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Anschlu&#223; an den letzten kurzen Gedanken noch ein weiterer Nachklapp:</p>
<p>Wer beim ersten Emergent Forum in Erlangen dabei war, kann sich vielleicht an einen Vortrag errinern, in dem Brian McLaren folgendes Bild benutzt hat: die EC ist nicht wie das oft gedacht wird, ein &#8220;St&#252;ck vom Kuchen&#8221;: es gibt den Kuchen, den wir Denominationen nennen, ein Teil ist charismatisch, ein Teil ist katholisch, ein Teil evangelisch.  Nun ist die EC exakt KEIN Teil vom Kuchen im Sinne einer neuen Denomination. So weit so gut. Nun hat McLaren das problematische Bild durch ein anderes Bild ersetzt: die EC ist wie ein Jahresring im Baumstamm. Der &#228;u&#223;erste Ring umfasst quasi &#8220;alle St&#252;cke des Kuchens&#8221; aka alle Denominationen und er bezeichnet den progressiven Teil der verschiedenen Kirchen, die sich j&#252;ngst mit ihrer Umwelt auseinandergesetzt haben. Warum ist dieses Bild nicht gut?</p>
<p>a) es h&#246;rt sich unmittelbar nach Avantgarde Denken an: ok, wir, die wir an der EC teilhaben, sind Teil des neuesten Trends, sind Teil der Progressive im Gegensatz zu all den reaktion&#228;ren, alten Baumelementen.</p>
<p>b) Es verk&#252;rzt stark die Unterschiede zwischen den Kontexten: ich glaube tats&#228;chlich nicht, dass die in der EC bisher diskutierten Erkl&#228;rungsmuster und selbst die Fragen, die aufgeworfen werden in jeden Kontext relevant sind. Ein progressiver s&#252;damerikanische Katholik diskutiert mit Sicherheit andere Themen als ein progressiver indonesischer Pfingstler. Und umgekehrt: nicht alles, was in der EC stattfindet soll unbedingt neu und progressiv sein.</p>
<p>c) es ist ein zu harmonisches, rundes Bild: ein Baum der w&#228;chst, ist ein Bild, dass ja geradezu f&#252;r Stabilit&#228;t, Zentralisierung, ja sogar Harmonie steht. Ich glaube, dieses Bild untersch&#228;tzt den dynamischen, nicht so leicht fa&#223;baren Charakter des Reiches Gottes.</p>
<p>Schon andere vor mir haben ein besseres Bild verwendet, ein Bild, dass ganz nahe an den Begriff der Emergenz r&#252;ckt: das Bild des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rhizom_%28Philosophie%29">Rhizomes</a>. Ein Rhizom ist ein Wurzelgew&#228;chs wie der Ingwer. Durch Gilles Deleuze wurde dieser Begriff in die Philosophie und Kulturwissenschaft eingef&#252;hrt. Deleuze schreibt besonders gegen die Baumlogik in den Wissenschaften an: zB in der Musik: es gibt Wurzeln einer bestimmten Musikrichtung, dann gibt es einen stabilisierenden Stamm und dann verschiedene sich immer weiter verzweigende &#196;ste (aus Gospel zweigt sich Soul ab und darauf mit anderen Einfl&#252;ssen R&#8217;n'B etc.).</p>
<p>Dagegen funktioniert ein Rhizom anders: ein Pflanze, die rhizomorph ist ist durch ein unterirdisches, hoch-vernetztes Netzwerk verkn&#252;pft. In diesen Netzwerk ist kein wahres Zentrum auszumachen. Die Pflanze bricht &#8220;chaotisch&#8221; an einer vorher nicht zu bestimmenden Stelle an die Oberfl&#228;che. Je nach Situation kann sich die Pfalnze wie ein isoliertes, unabh&#228;ngiges Lebewesen verhalten oder im Verbund mit allen vernetzten Teilen agieren. Ein rhizom ist hochdynamisch, ist auf Vielheit und Vernetzung angelegt, chaotisch, komplex, nicht steuerbar, hochsensibel gegen&#252;ber der Umwelt, flexibel und kann selbst weiter wachsen, wenn einige Verbindungen zerst&#246;rt werden.</p>
<p>Dieses Bild scheint mir in mehrfahcer Hinsicht f&#252;r die EC interessant zu sein: a) das was bei den Treffen stattfinden soll, l&#228;sst sich vielleicht mit dieser Logik erkl&#228;ren: recht wenig zentraler Steuerung, recht viel Raum f&#252;r etwas Entstehendes</p>
<p>b) es gibt Verusche aus England so die Dynamik von emergenten Kirchen zu fassen (vA bei Kester Brewin und Christian Raschke)</p>
<p>und der wesentliche Punkt: c) vielleicht ist das Reich Gottes und Gottes Handeln in der Welt gut so zu beschreiben (wie ja einige Gleichnisse anzudeuten scheinen): es ist wenig berechenbar, wenig steuerbar und oft unscheinbar; es ist schweirig ein festes Zentrum auszumachen und ist zugleich regional und global. Das, was uns isoliert und voneinander getrennt erscheint, ist unter der Oberfl&#228;che verbunden. In dieser Sicht w&#228;re die Emerging Conversation zugleich ein Ort von Gottes Wirken (hoffentlich); aber mehr noch ein Ort, an dem, was unthematisch und chaotisch passiert, thematisiert wird und ein Ort, wo das, was nebeneinander und scheinbar getrennt voneinander passiert, verkn&#252;pft werden kann.  Ein Ort, wo F&#228;den zusammenlaufe nur um sofort wieder auseinanderzulaufen.<a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/06/rhizome_example.png"><img class="size-medium wp-image-300 alignright" title="rhizome_example" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/06/rhizome_example-300x296.png" alt="" width="300" height="296" /></a></p>
<p>Es ist nicht der neueste Schrei. &#8220;Denn wenn die Leute sagen werden: hier ist das Reich Gottes oder da ist das Reich Gottes, so glaubt ihenen nicht!&#8221;. Deutschland hatte zu viele &#8220;apostolische&#8221; Erweckungsbewegungen, die sich f&#252;r das neue gro&#223;e Ding hielten. Die Logik der EC ist eine v&#246;llig andere.  Es ist die Logik, in der Zentralisierung nur den Zweck hat, dezentrales und heterogenes zu verkn&#252;pfen. Es ist die Logik des Mosaiks oder der Collage, in der das, was eigentlich nicht zusammengeh&#246;rt in einen Zusammenhang gebracht wird. Deshalb ist es so schwierig zu sagen, was die EC eigentlich gebracht hat. Wenn man sieht, dass sich an den Bibelschulen zB die Lehrpl&#228;ne etwas zu &#228;ndern scheinen, das Fragen wie nach Sozialer Gerechtigkeit usw. auf die Tagesordnung kommen, wenn man sieht, dass sich das Bild von Gemeinde in verschiedenen Kontexten total zu &#228;ndern scheint hin zu einem Verst&#228;ndnis von Gemeinde, die grob gesagt f&#252;r andere da ist, wenn man sieht, dass nach neuen Ausdrucksformen und nach neuen Formulierungen des Glaubens gerungen wird, dann w&#228;re es vermessen zu sagen, das h&#228;tte die EC ausgel&#246;st. Vielleicht ist die EC Teil von Ver&#228;nderungen, die unter der Oberfl&#228;chte passieren; vielleicht ist sie auch schon eine Folge dieser Ver&#228;nderungen, vielleicht ist sie aber auch f&#252;r manche ein Motor dieser Ver&#228;nderungen. Das einzige, dass die EC auszeichnet, ist, dass sie manche dieser Ver&#228;nderungen (denn nie w&#228;re es m&#246;glich, alles was passiert, und alle Arten wie Gott in der Welt handelt konkret zu thematisieren) thematisiert, anspricht, und verkn&#252;pft.</p>
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		<title>[Nichts-sagender Glaube: welche Probleme?]</title>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 09:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Welche Probleme verbinden sich mit so einem apophatischem Ansatz, der Gott als den ganz anderen betont? Ich nenne hier mal 2- 3: naive Unmittelbarkeit, Untreue den Schriften gegen&#252;ber und Ununterscheidbarkeit Gottes.
Diese Philosophen, die wieder einen R&#252;ckgriff auf die negative und/oder die apophatische Mystik wagen, kommen mehr oder weniger alle aus der ph&#228;nomenologischen Ecke. Sie untersuchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Probleme verbinden sich mit so einem apophatischem Ansatz, der Gott als den ganz anderen betont? Ich nenne hier mal 2- 3: naive Unmittelbarkeit, Untreue den Schriften gegen&#252;ber und Ununterscheidbarkeit Gottes.</p>
<p>Diese Philosophen, die wieder einen R&#252;ckgriff auf die negative und/oder die apophatische Mystik wagen, kommen mehr oder weniger alle aus der ph&#228;nomenologischen Ecke. Sie untersuchen allt&#228;gliche und nicht so allt&#228;gliche Ph&#228;nomene wie Liebe, Angst, die Welt, den Leib und seit Neuestem eben auch Gott mit der Frage: &#8220;Was spielt sich im Kopf ab?&#8221;. Sie versuchen also keine Aussagen &#252;ber Gott an sich zu machen, sondern &#252;ber den Gl&#228;ubigen w&#228;hrend er in Kontakt mit Gott steht.  Dabei vernachl&#228;ssigen sie, dass der christliche Glaube nciht einfach eine Hotline zu Gott darstellt, die direkt an Gott andockt. Der Glaube ist vermittelt. Anders gesagt: Gott offenbahrt sich in Geschichten und erst durch diese Geschichten werden Erfahrungen gemacht und um diese Erfahrungen zu versprachlichen Dogmen gebildet. Die Bibel berichtet zwar von Erfahrungen, aber auch bei direkten Visionen und sonstigen Erfahrungen spielt immer eine Art Vermmitlung eine Rolle. Wenn Gott spricht, dann bedient er sich der Sprache. Philosophisch gesagt: ohne Hermeneutik l&#228;uft nichts; ohne sich mit den Geschichten der Bibel auseinanderzusetzen, zu ringen, N&#228;he und Distanz zu versp&#252;ren, von den Geschichten ein &#8220;erweitertes Selbst&#8221; (Ricœur) zu empfangen; ohne die Welt aus der Perspektive des Textes zu betrachten kein Zugang zum biblischen Gott. Das hei&#223;t nicht, dass man Erfahrungen nur beim Bibellesen macht, aber das die Geschichten der Bibel eine die Perspektive und vor allem: die Vokabeln f&#252;r die Erfahrungen geben. Dagegen ist der Glaube wie er von den neo-apophatischen Denkern vertreten wird, vor allem in dem Vokabular der neueren kontenentalen Philosophie gefasst. Das kann als &#220;bertragungsleistung notwendig und richtig sein, bringt aber Probleme mit sich. Der Glaube wird so wahnsinnig d&#252;nn, so wahnsinnig auf mein kleines Bewu&#223;tsein und meine kleine Erfahrung beschr&#228;nkt, so wahnsinnig unkommunikativ. Man kann sich gut ein bildungsb&#252;rgerliches Akademikerpaar vorstellen, die zwischen all den Vernisagen und Kulturhighlights noch zu hause eine Schweigeminute f&#252;r den &#8220;ganz anderen Gott&#8221; durchf&#252;hren. Aber k&#246;nnen diese Leute noch kommunizieren mit dem einf&#228;ltigen Pfingstler, der voller Begeisterung von seinen Erlebnissen mit Jesus berichtet?</p>
<p>Zweitens: dieser Gott ist doch so sehr undefiniert. Nat&#252;rlich: das ist das Ziel aller ent-grenzenden Rede. &#8220;Das ist kein Computer/kein Stadtteil/kein Getr&#228;nk, sondern ein Lebensgef&#252;hl&#8221;. Aber -nochmals philosophisch gesprochen &#8211; wo ist die Differenz? Wo die Eigent&#252;mlichkeit? Was ist, was den christlichen Gott im Vergleich auszeichnet? Wenn die christlichen Stories etwas sind, dann partikular: es ist dieser Gott, der mit diesem Volk jenes tut. Es ist dieser Mensch in einem Winkel des r&#246;mischen Reiches, in dem die F&#252;lle der Gottheit wohnt. Ja, wir treiben Theologie nur im Nachklapp; nur im Nachhall; nur im Nach-hinein; nur im Aschlu&#223; an das Ereignis Gottes. Aber wir sehen nicht irgendeinem Ereignis hinterher, sondern der Inkarnation. Theologie ist sprechen von Gott nach der Mensch-werdung Gottes. Hier machte sich Gott verwechselbar. Hier trat er ein ins zwielichtige Reich der Sprache, in der er riskierte missbraucht zu werden. Hier gab er uns Namen, Orte, Geschichten und Begriffe, die wir dann sofort wieder f&#252;r unsere Kreuzz&#252;ge benutzten. Aber dennoch sind die Namen, Orte, Geschichten und Begriffe wichtig. Gott ist ein Geheimnis, aber ein umgrenztes Geheimnis. Wir haben das Geheimnis nicht gel&#252;ftet, aber wir k&#246;nnen dar&#252;ber reden, dass wir &#252;ber dieses und nicht jenes Geheimnis reden. Wir k&#246;nnen sagen, dass wir vom Geheimnis des Drei-einigen Gottes reden und nicht vom Geheimnis des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster">Fliegenden Spaghettimonsters </a>. Das ist zwar dogmatischer und enger als ein alles einschlie&#223;ender Taizé Mystizismus, aber auch nicht nur bedeutsam f&#252;r die Identit&#228;t des christlichen Glaubens, sondern auch ethisch. Wenn wir von einem v&#246;llig unbestimmten Gott ausgehen, der nur noch pure Differenz, pures Geheimnis, pures Ereignis ist, so wie Caputo es zB tut, dann fragt sich: ist dieses Geheimnis gut genug und ist es stark genug. Ist dieser Gott der Dunkelheit nicht m&#246;glicherweise ein Gott, der mit einredet in eine Fu&#223;g&#228;ngerzone zu laufen und um mich zu schie&#223;en? Was wenn Gottes Stimme mir sagt, ich soll mich scheiden lassen und eine mit fremde Person heiraten? Was wenn sie mir einredet, ich w&#228;re ein V&#246;lkerapostel und h&#228;tte besondere Authorit&#228;t? Nein, die Bibel beschreibt das Heilige nicht als v&#246;lliges Unbestimmtes, sondern ruft zum Pr&#252;fen, zum Unterscheiden auf und nur der Geist, der sich zur&#252;ckbindet an die Geschichten vom Fleisch gewordenen Gottes ist der Heilige Geist. Zum Punkt &#8220;stark genug&#8221;: die Frage, ob ein unbestimmter Glaube die Energien f&#252;r prophetischen Protest aufbringen kann. Ja klar: Dogmatismus ist oft das Sprechen der M&#228;chtigen &#252;ber wahr und falsch; legitim und illegitim; berechtigt und unberechtigt; aber der biblische Glauben wird begleitet von Randgestalten, die die offizielle Wahrheit und das offiziell geltende Recht unterwandern; dieses aber nicht in Namen eines unbestimmten &#8220;wir k&#246;nnten das jetzt auch mal anders machen&#8221; sondern im Bewusstsein von einer tieferen Wahrheit und einer tieferen Gerechtigkeit ergriffen zu sein. Wir brauchen Wahrheit, wir brauchen Grenzen, auch wenn wir es nicht sind, die die Grenzen immer zu ziehen verm&#246;gen.</p>
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		<title>[Nichts sagender Glaube - Peter Rollins I]</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 18:47:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[So, einige Tage war ich jetzt nicht in der Lage meine Blogreihe weiterzuverfolgen, da ich einige Besucher hier in Prag hatte.  Jetzt m&#246;chte ich ein bisschen Werbung betreiben: kauft und lest Peter Rollins Buch &#8220;Hot (not) to speak of God&#8221;, denn dies hat vor einigen Jahren quasi diese Fragen aufgeworfen mit denen ich mich hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, einige Tage war ich jetzt nicht in der Lage meine Blogreihe weiterzuverfolgen, da ich einige Besucher hier in Prag hatte.  Jetzt m&#246;chte ich ein bisschen Werbung betreiben: kauft und lest Peter Rollins Buch &#8220;Hot (not) to speak of God&#8221;, denn dies hat vor einigen Jahren quasi diese Fragen aufgeworfen mit denen ich mich hier besch&#228;ftige und diese Blogreihe steht in einen impliziten Dialog mit dem Buch. Es ist ein kurzes/kurzweiliges Buch, dass sich nicht in akademischen Gepl&#228;nkel verliert, sehr provokant ist -dabei auch an einigen Stellen etwas Schieflage hat &#8211; und: es ist in der Sprache der Poesie geschrieben: Metaphern, Vergleiche, Geschichten dominieren das Buch, dass im zweiten Teil davon berichtet, wie diese Gedanken in experimentellen, liturgisch-poetischen Gottesdiensten der Belfaster IKON Community umgesetzt worden. BTW: wenn jemand Bock hat: ich k&#246;nnte mir vorstellen einmal gemeinsam dieses Buch via Blog(?) durchzuarbeiten und zu besprechen&#8230;.</p>
<p><a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/18/nichts-sagender-glaube-peter-rollins-i/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p><span id="more-273"></span></p>
<p>Peter Rollins beginnt in dem Buch mit einem Dilemma: eigentlich, kann man &#252;ber Gott nicht reden, denn &#252;ber ihn reden hie&#223;e, ihn zu benutzen, ihn zu reduzieren und ihn zu kontrollieren. Auf der anderen Seite dr&#228;ngen ihn seine Erfahrungen in der evangelikal-charismatischen Bewegung dazu, &#252;ber Gott sprechen zu m&#252;ssen. So landet er zuletzt bei der mittelalterlichen Mystik und der Postmodernen Philosophie (zun&#228;chzst Derrida via John Caputo und zuletzt auch Zizek) . Denn mittelalterliche Mystik schafft es Rollins Meinung nach dieses Paradox zu &#252;berwinden:</p>
<blockquote><p>&#8220;Each time I returned to the horns of that dilemma, I found myself drawn to the Christian mystics (such as Meister Eckhardt), for while they did not embrace total silence, they balked at the presumption of thoose who would seek to colonize the name &#8220;God&#8221; with concepts. Instead of vieweing the unspeakable as that which bring all language to a halt, they realized that the unspeakable was precisely the place where the most inspiring language began. This God whose name was above every name gave birth, not to a poverty of words, but to an excess of them&#8221; (How(not) to speak of God, xii)</p></blockquote>
<p>Das Buch exisiert um diesen Abschnitt herum, es soll umschreiben, was das bedeuten kann und wie das zusammenpasst mit Konzepten wie &#8220;Offenbahrung&#8221;, mit der Bibel, mit  Sehnsucht, Begehren, Zweifel und Liebe.</p>
<p>Rollins will Gott als den &#8220;ganz Anderen&#8221; vorstellen, als einen Gott, der &#252;ber jedes Konzept hinausgeht, der alle Sprache  und alle Vernunft &#252;bersteigt.  Er will die Alternative zwischen einen offenbarten Glauben, in dem Gott wie ein Geheimnis erscheint, das gel&#252;ftet worden ist und einem humanistisch-liberalen Mystizismus, in dem Gott einfach nicht erkannt werden kann und wir uns deshalb auf die Ethik beschr&#228;nken sollten, aufbrechen.  (Meine Kritik hier ist, dass er wirklich ehrgeizig nur gegen religi&#246;se Dogmatismen vorgeht, allerdings nicht die Probleme eines seichten Mystizismusses darstellt).</p>
<p>Um diese falsche Alternative aufzubrechen muss er zum einen &#252;ber das Wesen von &#8220;Offenbahrung&#8221; reden und zum anderen &#252;ber Gott und seiner Beziehung zur Offenbahrung.</p>
<p>Rollins schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8220;[...]Revelation, far from being the opposite of concealment, has concealment built into its very heart. [...] Hence revelation ought not to be thought of either as that which makes God known or as that which leaves God unknown, but rather as the overpowering light that renders God known <em>as</em> unknown.&#8221; (How (not)to speak of God, 17)&#8221;</p></blockquote>
<p>Dies ist deshalb so, weil Gott weder nah noch fern, weder anwesend noch abwesend sondern hyperpresent ist. Dies ist eine Wortsch&#246;pfung, die eins andeuten soll: Gott ist nicht unbekannt als einer, der zu weit entfernt ist, um ihn zu sehen, sondern er erf&#252;llt und &#252;berfordert unseren Verstand mit Informationen, mit seiner Anwesenheit. &#8220;Anstatt durch die Armut der Abwesenheit begrezt zu sein, werden wir &#252;berlastet durch den Exzess der Anwesenheit&#8221; (24). Er verwendet daf&#252;r viele Bilder. Eines der &#228;ltesten der Philosophiegeschichte &#252;berhaupt ist das Bild der Sonne. Die Erfahrung Gottes ist, wie in die Sonne zu schauen. Durch die Hyperpres&#228;nz des Lichtes sehen wir nichts mehr. Die Offenbahrung ist wie ein Kunstwerk: es vermittelt etwas, aber es gibt nicht die eine Nachricht, sondern man kann auf unendlich viele Weisen &#252;ber das Kunstwerk sprechen und immer wieder v&#246;llig neue Botschaften darin sehen.</p>
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		<title>Nichts-sagender Glaube</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 12:54:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Gottkram]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wird Zeit, den Blog wiederzubeleben. Eigentlich hatte ich schon lange vor wieder zu bloggen; aber ich wollte vorher den Blog neu designen. Da das aber jetzt aber so schnell nichts zu werden scheint; fange ich einfach dennoch wieder an mich internet-technisch zu Wort zu zu melden.
Und ich beginne;-wie sollte es anders sein- mit einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird Zeit, den Blog wiederzubeleben. Eigentlich hatte ich schon lange vor wieder zu bloggen; aber ich wollte vorher den Blog neu designen. Da das aber jetzt aber so schnell nichts zu werden scheint; fange ich einfach dennoch wieder an mich internet-technisch zu Wort zu zu melden.</p>
<p>Und ich beginne;-wie sollte es anders sein- mit einer kurzen Serie. Es geht um ein Thema, welches sp&#228;testens mit Pete Rollins &#8211; How (not) to speak of God aktuell geworden ist, n&#228;mlich ein gewisser mystischer Zugang zu Gott als dem, der alle Begriffe &#252;bersteigt, alsdem ganz Anderen &#252;ber den wir nicht so recht sprechen k&#246;nnen. Kurz den Gedanker der apophatischen Theologie und Spiritualit&#228;t.</p>
<p>Ich will zeigen, warum ein gewissen Ma&#223; an apophatischer Theologie, an Nichts-sagenden glauben, gut und wichtig ist und warum man dennoch dar&#252;ber hinauswachsen muss. Ressourcen f&#252;r dieses Hinauswachsen findet man unter anderem in der &#246;stlich-orthodoxen Theologie und Spiritualit&#228;t, welche seit Jahrhunderten Apophatische Theologie mit Dogmatischer Theologie (man wird sehen, was genau das hei&#223;t) zusammen denkt, lebt und erf&#228;hrt.</p>
<p>Also auf geht&#8217;s.<br />
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		<title>Gott als Person</title>
		<link>http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2009/05/24/gott-als-person/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 14:20:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde und Bekannte]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern war ich auf der Hochzeit von 2 der &#228;ltesten Kontakte hier in Heidelberg und ich bin grad dabei nach der sch&#246;nen Feier die &#8220;Daten die ich in den letzten Tagen gesammelt habe auszuwerten&#8221;; um mal ein wenig technokratisch daherzureden. Die Hochzeitsfeier lebte mit einer gewissen Spannung von den nicht- oder postchristlichen Umfeld von Matze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war ich auf der Hochzeit von 2 der <a href="http://chrissieundmatze.wordpress.com/">&#228;ltesten Kontakte</a> hier in Heidelberg und ich bin grad dabei nach der sch&#246;nen Feier die &#8220;Daten die ich in den letzten Tagen gesammelt habe auszuwerten&#8221;; um mal ein wenig technokratisch daherzureden. Die Hochzeitsfeier lebte mit einer gewissen Spannung von den nicht- oder postchristlichen Umfeld von Matze und der doch recht freikirchlich gepr&#228;gten Gestaltung der Trauung. Ich liebe ja so Gelegenheiten, wenn Welten zusammenprallen. Denn soziale Gruppen haben ja die Tendenz starke Plausibilit&#228;ten aufzubauen (zB wie man zu leben und sich zu verhalten hat, welche Art Geschichten man erz&#228;hlt etc.) und diese st&#228;ndig zu verst&#228;rken und nach au&#223;en abzuschotten. Und da macht es doch Spa&#223;, zu beobachten was passiert, wenn zwei dieser Plausibilit&#228;tsstrukturen an- und durcheinandergeraten.</p>
<p>Anyways. Auf dem R&#252;ckweg begann ich mit einem Freund und kritisch-distanzierten Theologiestudenten &#252;ber die Hochzeitsfeier und damit auch schnell &#252;ber das Thema Religion zu reden. Ihm stie&#223;en im Besonderen die Lieder und Gebete auf. Er kann mit einem pers&#246;nlichen Gott nichts anfangen. Teerstegens &#8220;Gott ist gegenw&#228;rtig&#8221; empfand er als Zumutung. Ich bin der Meinung, dass er damit ausspricht, was viele bei der Feier empfunden haben und was symptomatisch f&#252;r den geistlichen Zustand unserer Kultur ist. Also &#8211; wir befanden uns mitlerweile auf dem Balkon vom Wohnheim, es war halb 4 in der Nacht &#8211; bohrte ich ein wenig nach. Was genau soll denn das Problem eines pers&#246;nlichen Gottes sein? Ist das nicht gerad die Sch&#246;nheit des Theismusses: die pers&#246;nliche Beziehung mit Gott?</p>
<p>Mein Freund nannte zwei Punkte, die sich schlecht voneinander trennen lassen: Autonomie und Verantwortung.</p>
<p>Wer zu einem pers&#246;nlichen Gott betet, macht sich abh&#228;ngig von einem anderen Wesen <em>dort oben</em>. Er gibt sich in die H&#228;nde eines Gedankenkonstruktes, er lebt nicht mehr selbstbestimmt. Aber vor allem: er st&#246;&#223;t Verantwortung von sich. Wenn jemand mit der Bitte zu Gott kommt: &#8220;zeige mir, ob ich die Person heiraten soll!&#8221;, steht er nicht mehr in der qu&#228;lenden Situation, Entscheidungen treffen zu m&#252;ssen. Eigentlich wird &#8211; &#252;ber seinen Kopf hinweg &#8211; entschieden. Das Gute daran ist: wenn etwas schief geht, is er selbst nicht schuld.Ein solcher Glauben muss auf jemanden, der gelernt hat, allein zurechtzukommen kindisch oder gar gef&#228;rhlich wirken. Ohne sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, vertraut man auf Stimmen im Kopf und B&#252;cher, die einen die eigene &#196;ngstlichkeit vor den Entscheidungen des Lebens nehmen.</p>
<p>Hinzu kommt eine &#228;sthetische Abscheu gegen die Majest&#228;tsmetapher in all den Liedern. Warum verdammt nochmal soll man sich vor Gott verbeugen? Warum sitzt er auf nem Thron? Warum ihm gehorchen?</p>
<p>Soweit schien mein Gespr&#228;chspartner also eine recht aufkl&#228;rerisch-moderne Haltung zu haben, aber dann kam noch ein twist in das Gespr&#228;ch herrein. Gott ist f&#252;r ihn keine Person, sondern eine Art intersubjektive Transzendenz. In einem Hegels Pantheismus des Geistes nicht un&#228;hnlichen Move ersp&#252;rte er Gott in einem bestimmten &#8220;spirit&#8221; in einer Gruppe. In der F&#228;higkeit, trotz unterschiedlichster Lebenserfahrungen, dennoch Empathie f&#252;reinander zu empfinden. Im G&#228;nsehautfeeling eines Fu&#223;ballstadions, im Rausch des Feierns und im Exzess der Liebe.Christliche Gemeinschaft kann diesen spirit ganz vorz&#252;glich erzeugen bzw. bewu&#223;t machen aber mit all dem Gerede &#252;ber Gott als Person verstellt das Christentum wiederrum den Blick auf den &#8220;spirit&#8221;. Ich fand die Position von meinen Freund sehr erstaunlich, vor allem da ich wei&#223;, dass er zu Beginn des Studiums quasi Atheist war und er sicherlich von Hegel auch nicht viel gelesen haben konnte.</p>
<p>Ich glaube, diese Art abstrakten Theismus weg vom Personalen hin zu einem stark immanenten Gott, der kaum noch von der Welt zu trennen ist, ist f&#252;r mich eine gro&#223;e Versuchung. Mir ist klar: die Anfrage von seiten eines autonomen Selbstverst&#228;ndnisses m&#252;ssen sein. Hier ist und bleibt das Christentum eine gewollte Zumutung an den sich selbst gen&#252;gsamen Menschen. Aber: wo hat mein Freund mit seinen Beobachtungen recht? Wo beobachtet er einen ungesunden, einen schlechten Theismus bei uns? Wie w&#252;rde Paulus auf dem Aeropag unserer Kultur &#8220;mit den Epikureern und Stoikern&#8221; (Apg. 17), mit den lebensfrohen und nach Gl&#252;ck strebenden Deisten und den selbstbestimmten und in sich ruhenden Pantheisten reden? Welche &#8220;Alt&#228;re an den unbekannten Gott&#8221; w&#252;rde er entdecken? Wo w&#252;rde es ihm den Magen umdrehen ob unserer G&#246;tzen? Wie w&#252;rde er Gott und das Christusereignis bei uns verk&#252;nden? Wie soll ich mit meinen Freund reden? Soll ich ihm entgegenkommen und die Allgegenwart des Geistes Gottes verk&#252;nden, der alle gute (Selbst)transzendenz verursacht? Oder soll ich gerade gegen m&#246;gliche Ausw&#252;chse eines gez&#228;hmten Theismus einen radikaleren Theismus stark machen?</p>
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		<title>subjektivististischer Glaube und die Emerging Conversation</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 20:41:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Mahnende und prophetischer Worte sind besonders dann interessant, wenn sie von Personen ge&#228;u&#223;ert werden, die nicht gerade als notorische N&#246;rgler bekannt sind. So geschehen heute von Professor Welker in der sehr sch&#246;nen Christologie Vorlesung. Welker (ein gro&#223;er Hegel-Fan und reformierter Prozesstheologe) warnte eindringlich vor einer Form des Glaubens, die besonders im Neuprotestantismus beliebt ist, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mahnende und prophetischer Worte sind besonders dann interessant, wenn sie von Personen ge&#228;u&#223;ert werden, die nicht gerade als notorische N&#246;rgler bekannt sind. So geschehen heute von Professor Welker in der sehr sch&#246;nen Christologie Vorlesung. Welker (ein gro&#223;er Hegel-Fan und reformierter Prozesstheologe) warnte eindringlich vor einer Form des Glaubens, die besonders im Neuprotestantismus beliebt ist, weil sie sich f&#252;r eine gewisse Spiritualit&#228;t ausspricht, diese auch im s&#228;kularen Umfeld zu vertreten wei&#223; aber ansonsten kaum inhaltlich gef&#252;llt ist. Diese Form des Glaubens nennt Welker subjektivistischer Glaube oder eben &#8220;transzendentales Spie&#223;ertum&#8221;.</p>
<p>Diese Art der Spiritualit&#228;t versucht nachzuweisen, wie jeder reflektierte Mensch eigentlich auf Gott trifft. Das geht so:</p>
<p>wenn man in sich geht und sich in einer Suche nach Gewi&#223;heit auf einen Kern seiner Existenz besinnt, trifft man auf eine Struktur (die das sogenannte reflexionstheoretische Problem des Selbstbewu&#223;tseins genannt wurde), dass man Selbst Beobachtender und Beobachter, Subjekt und Objekt zugleich; dass man sich selbst ganz vertraut und v&#246;llig fremd ist. Und in dieser Selbstreflexion nimmt man sich pl&#246;tzlich als Gegebenes wahr. Man hat sich nicht selbst hervorgebracht sondern etwas anderes wohnt in unserer Subjektivit&#228;t. Dieses andere in uns ist dann nat&#252;rlich Gott.</p>
<p>Welker polemisiert gegen diese Form der Spiritualit&#228;t, die teilweise auf Kierkegaard und vielleicht auch auf Buber gr&#252;ndet, denn sie bringe den Kirchen zwar die Kirchensteuerzahler ein, sorge aber auf der anderen Seite f&#252;r eine notorische Selbsts&#228;kularisierung und Selbstbanalisierung der Kirche. Sie f&#252;hrt zu einer inhaltsleeren Gewi&#223;heit, denn sie hat kaum Platz f&#252;r das Sprachspiel der Bibel. Sie unterscheidet nicht mehr zwischen Gewi&#223;heit und Wahrheit. Sie f&#246;rdert keine Selsbterkenntnis, Gemeinschaftserkenntnis und Welterkenntnis. Sie hat eine neurotisierende suchtartige Form, indem sie st&#228;ndige &#8220;Selbstsorge&#8221; produziert und nciht gerade die Freude an Gott weckt. Und sie hat eskapistischen Charakter, denn sie untergr&#228;bt die Kommunikation und Sprachf&#228;higkeit und das gemeinsame Feiern Gottes. Sie ist eine Form der nat&#252;rlichen Theologie nur statt das Erforschen der Welt anzuregen, f&#252;hrt sie nur in die Selbstbeobachtung (und dazu noch die Beobachtungen einer entleerten, transzentalen Subjektivit&#228;t).</p>
<p>Das war erstmal der etwas hilflose Versuch, die stichpunktartigen Mitschriebe der Vorlesung -noch recht unverdaut &#8211; wiederzugeben. Und es ist wie immer: je weniger man verstanden hat, desto komplizierter die Sprache. Aber ich frage mich: kann es sein, dass dies eine Kritik ist, die auch f&#252;r die Emerging Conversation von Bedeutung ist? Wenn wir &#8211; und das ist eine Richtung mit der ich gro&#223;e Sympathie habe &#8211; von einem post-metaphysischen Gott reden, wenn Peter Rollins und andere aus Gott die Erfahrung des ganz Anderen machen, die eigentlich von unserer Theologie nicht mehr ganz einzufangen ist, wenn wir immer mehr meditative Formen der Spiritualit&#228;t f&#246;rdern und eine gro&#223;e Skepsis gegen&#252;ber allzu dogmatischen Formen des Glaubens haben, f&#246;rdern wir damit die Entleerung des Glaubens? Trifft diese Kritik manches was in der Emerging Conversation abl&#228;uft? Fordert sie uns heraus? Oder betrifft sie vielleicht nur landeskirchliche Fr&#246;mmigkeit und wir tun gut daran,weiter dem Dogmatismus zu untergraben?</p>
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		<title>Exclusion &amp; Embrace &#8211; die Umarmung</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2009 18:41:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Gutes Neues Jahr w&#252;nsche ich den Lesern. F&#252;hlt euch umarmt! Nach ein bisschen Pause will ich jetzt mal wieder einsteigen. Ich hab ja ein wenig &#252;ber Miroslav Volfs Exclusion &#038; Embrace gebloggt und ich komme jetzt zum zentralen Kapitel des Buchs. 
Volf zeigte ja, wie im Konzept von Idenit&#228;t schon ein Moment der Gewalt steckt: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gutes Neues Jahr w&#252;nsche ich den Lesern. F&#252;hlt euch umarmt! Nach ein bisschen Pause will ich jetzt mal wieder einsteigen. Ich hab ja ein wenig &#252;ber Miroslav Volfs Exclusion &#038; Embrace gebloggt und ich komme jetzt zum zentralen Kapitel des Buchs. </em></p>
<p>Volf zeigte ja, wie im Konzept von Idenit&#228;t schon ein Moment der Gewalt steckt: man zieht einen Kreis um sich und entwirft sich als von anderen getrennt. Zusammen mit anderen Mechanismen f&#252;hrt das schnell zu mehr oder weniger subtilen Formen der Gewalt und Ausgrenzung. Auf der anderen Seite sucht Volf auch einen Ausweg aus den radikalen postmodernen Denken alá Derrida und Levinas, in dem von einer radikalen Andersartigkeit gesprochen wird. Man kann den anderen nie wirklich einholen, nie wirklich verstehen, eine Begegnung im Sinne von Buber (Stichwort: Dialog, Ich-werdung am Anderen etc.) w&#228;re in diesem Sinne schon bestenfalls ein Mi&#223;verst&#228;ndnis, m&#246;glicherweise sogar selbst ein Akt der Gewalt. Lustigerweise wird Buber im ganzen Buch nicht zitiert und dennoch weht ein Hauch von seinem Denken gerade in diesem Kapitel, nur eben dass das Projekt &#8220;Begegnung&#8221; durch die postmoderne Kritik hindurchgerettet werden soll.</p>
<p>Volf will also unter manch anderem eine Sicht von Identit&#228;t f&#246;rdern, die a) Raum in sich hat f&#252;r den Anderen b)eine echte Begegnung mit dem anderen erlaubt und c) immer noch Momente von Subjektivit&#228;t zul&#228;sst; das Subjekt also nicht v&#246;llig aufl&#246;st d) die der Kirche n&#252;tzt und der Welt dient.  Er vollzieht das einmal anhand von Begriffen und einmal anhand von einer Metapher.</p>
<p>Die Begriffe sind: katholische Person/Gemeinschaft; evangelische Pers&#246;nlichkeit und &#246;komenische Pers&#246;nlichkeit.</p>
<p><span id="more-236"></span></p>
<p>Mit katholisch (das ja erstmal nur: &#8220;das Ganze betreffend hei&#223;t&#8221;) meint er: &#8220;eine Person, die von Andersartigkeit bereichert wird; eine Person, die nur so ist, wie sie ist, weil sie verschiedene Andere [oder deren Einfluss] auf einzigartige Weise wiederspiegelt.&#8221; Ich bekomme eine Distanz zu mir, meiner Kultur, meiner Pr&#228;gung etc.; diese Distanz erzeugt einen Riss und durch diesen Riss kann der andere eintreten.  Dieser Prozess braucht eine Gemeinschaft; eine besondere Art der Gemeinschaft, die eben nicht nur durch die herk&#246;mmlichen sozialpsychologischen Mechanismen (Feindbilder, Werte, Homogenit&#228;t etc.) zusammengehalten, sondern in ihrer Verschiedenheit vom Heiligen Geist geeint ist.</p>
<p>Diese Art von Identit&#228;t braucht das Wirken des Heiligen Geistes, sie muss aus der Busse erwachsen, muss vom Evangelium geformt und in der Transformation der Welt engagiert sein. Deshalb spricht Volf von einer evangelischen Pers&#246;nlichkeit.</p>
<p>Und da dieses Engagement ein Zusammenwirken von verschiedenen Gemeinschaft braucht, spricht Volf von einer &#246;kumenischen Gemeinschaft.</p>
<p>Wie kann man sich so eine Pers&#246;nlichkeit vorstellen? Volf benutzt hierf&#252;r das Bild der Umarmung. In der Umarmung gibt es verschiedene Stadien, die immer durchlaufen werden, damit eine Umarmung eine Umarmung ist.</p>
<p><img height="271" width="216" align="left" alt="embrace300.jpg" id="image237" title="embrace300.jpg" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2009/01/embrace300.jpg" /></p>
<p><strong>Stufe 1: Arme &#246;ffnen:</strong> Also nehmen wir an zwei Individuen begegnen sich, einer beginnt damit, die Signale zu senden, die zu einer Umarmung f&#252;hren sollen. Er zeigt damit eine Sehnsucht nach dem Anderen an. Er will nicht nur er selbst bleiben, sondern aus sich heraustreten: der Andere soll Teil von ihm werden und er will Teil des Anderen sein. Die ge&#246;ffneten Arme signalisieren den Schmerz der Abwesenheit des Anderen und die Vorfreude auf seine Anwesenheit. Diese Sehnsucht r&#252;hrt daher, dass ein Mensch ja immer schon die Anderen irgenwie verinnerlicht hat und diese Abwesenheit von etwas, das im gewissen Sinne schon da ist, f&#252;hrt zu einer Spannung. Nur am Rande: diese Spannung ist bei Rob Bells Sex God bzw. Stanley Grenz, dem das Buch zugrunde liegt, das entscheidene Moment der Sexualit&#228;t: ein Hinaustreten, ein sich-aus-strecken.</p>
<p>Wenn die Arme ge&#246;ffnet werden, wird signalisiert: ich mache Raum in mir. Das ist das, was ich an anderer Stelle &#8220;innere Gastfreundschaft&#8221; genannt habe: wenn wir voll von unserer eigenen Pl&#228;nen, Gedanken und Sehns&#252;chten sind, hat der andere nie wirklich Raum; er trifft nicht auf Resonanz. Beim sinnbildlichen &#214;ffnen der Arme versuchen wir, etwas Raum in uns zu schaffen.</p>
<p><strong>2. Stufe: Warten: </strong> Eine Stufe, die man oft &#252;bersieht: da Begegnungen oft mit einer einseitigen Geste beginnen, gibt es einen Zeitraum (zwischen Sekundenbruchteilen und vielen Jahren) im Niemandsland.Wenn eine Umarmung nicht zu einer Invasion, zum Verletzen der Grenzen des Anderen werden soll, muss man warten.  Man muss &#8211; will man den anderen respektieren- die Spannung aushalten und sich damit begn&#252;ge, eine Einladung auszusprechen und zur&#252;ckzutreten.</p>
<p><strong>3. Stufe: das Schlie&#223;en der Arme: </strong>Das ist das Ziel der Umarmung: jeder ist aktiv und passiv, jeder h&#228;lt und wird gehalten, jeder ist Gast und Gastgeber. Man betritt den Bereich des Anderen und f&#252;hlt ihn und jeder muss sich pr&#228;sent und f&#252;hlbar machen. Hier herrscht perfekte Gegenseitigkeit vor. Dabei gilt es aber Verschiedenes zu beachten: man soll den Anderen nicht zu Tode dr&#252;cken, das w&#228;re ein versteckter Akt der Exklusion. Beide m&#252;ssen noch Atmen k&#246;nnen. Zum Anderen soll sich nicht einer der beiden v&#246;llig verschwiden, das w&#228;re ein Akt der Selbstzerst&#246;rung, die wiederrum die Umarmung behindert. Die Andersartigkeit des Anderen wird anerkannt und wird einem teilweise zur Bereicherung. Auf diese Weise werden beide Parteien ver&#228;ndert ohne sich jedoch v&#246;llig zu verlieren.</p>
<p><strong>4. Stufe: das &#214;ffnen der Arme:</strong> Im Christentum geht es nicht um Verschmelzung. Nein, aus zweien wird nicht eins.  Der Mensch wird nicht eins mit Gott und die Ehepartner werden nicht zu einem harmonisch-romantischen Ganzen; das Ich verschwindet nicht, es wird nur ver&#228;ndert. Wir hinterlassen Spuren und Andere hinterlassen in uns Spuren. Die Bewegung der Umarmung ist zirkul&#228;r. Das bedeutet, dass sie nie aufh&#246;rt und das &#214;ffnen der Arme im letzten Schritt signalisiert auch gleich wieder die Bereitschaft, sich auf andere einzulassen, wie wir sie im ersten Schritt gesehen haben.</p>
<p>Dies ist Volfs Bild f&#252;r alle m&#246;glichen Beziehungen und Begegnungen und es ist wie jede Theorie der Umriss f&#252;r etwas, dass im Leben und in der Gemeinschaft stattfinden muss. Man muss es ins Leben &#252;bertragen, muss dar&#252;ber Filme und Lieder und Geschichten machen, muss m&#246;glicherweise Beziehungen die man hat, daran messen und vor allem muss man die Bereitschaft lernen, sich einzulassen auf das, was uns Gott unerwartet  &#252;ber den Weg schickt.</p>
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		<title>[Exlusion &amp; Embrace] Gender Identit&#228;t 1</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Dec 2008 13:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Ok um jetzt etwas zu der Feminismus Debatte beitragen zu k&#246;nnen, verschiebe ich Volfs absolut zentralen Kapitel &#252;ber Identit&#228;t und Umarmung und gehe gleich in das Gender Kapitel. Dieses hat eine zentrale Stelle in seinen Buch und erh&#228;lt somit mehr Raum als die Fragen nach Gewalt und Gewaltlosigkeit, was ja schonmal ein Statement f&#252;r sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ok um jetzt etwas zu der Feminismus Debatte beitragen zu k&#246;nnen, verschiebe ich Volfs absolut zentralen Kapitel &#252;ber Identit&#228;t und Umarmung und gehe gleich in das Gender Kapitel. Dieses hat eine zentrale Stelle in seinen Buch und erh&#228;lt somit mehr Raum als die Fragen nach Gewalt und Gewaltlosigkeit, was ja schonmal ein Statement f&#252;r sich ist.</p>
<p>Er beginnt mit einem Nietzsche Zitat: &#8220;Der Mann erschuf die Frau &#8211; woraus? &#8211; Aus der Rippe seines Gottes, seines Ideals.&#8221;.</p>
<p>Das ist eine clevere Umkehrung der Genesis Geschichte und enth&#228;lt viel Wahres: Frausein ist ein kulturelles Konstrukt, das nicht selten als Gegenst&#252;ck zum Mannsein konstruiert ist: &#8220;Hinter jedem gro&#223;en Mann steht eine treusorgende Hausfrau&#8221;. Die Frau wird zur Antithese des Mannes. Gerade in christlichen Kreisen hat man ja solche Klischees: der Mann ist auf Sex aus, die Frau auf Beziehung; die Frau verkraftet eine Trennung schlechter als der Mann; deshalb ist die chrstl. Sexualmoral vor allem zum Schutz der Frau da blablabla.</p>
<p><a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2008/12/06/exlusion-embrace-gender-identitat-1/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Was macht jetzt Volf. Zuerst untersucht er Ans&#228;tze, (klassiche und feministische) <em>wahres</em> Mann- und Frausein aus der Natur Gottes herzuleiten. Dann utnersucht er den K&#246;rper und die Bibel auf verschiedene Ans&#228;tze zur Genderfrage und kommt schlie&#223;lich auf ein Konzept, dass die Diskussion weiterbringen kann als ein blo&#223;es: &#8220;Die Frau muss aus den Ketten der Unterdr&#252;ckung befreit werden&#8221; oder &#8220;Wir brauchen ein biblisches Verst&#228;ndnis von Mann- und Frausein&#8221;.  Ok, ich versuchs so weit wie m&#246;glich herunterzubrechen. Here we go.</p>
<p><span id="more-232"></span></p>
<p>Zun&#228;chst also die Frage, ob wir aus der Natur Gottes etwas lernen k&#246;nnen, was Mannsein und Frausein bedeutet. Man geht dann oft so vor, dass man nach weiblichen Metaphern f&#252;r Gott sucht (zum beispiel: Gott ist die s&#228;ugende, f&#252;rsorgliche Mutter in Jesaja), der n&#228;chste Schritt w&#228;re vielleicht, zu entdecken, dass ein mitglied der Dreieinigkeit (prominent w&#228;re da der Heilige Geist) vielleicht doch eher weiblich ist. Vielleicht gilt es aber auch nur die Personalpronomen zu &#228;ndern; denn die Logik ist einfach: wenn Gott m&#228;nnlich ist, dann ist der Mann g&#246;ttlich. Diese Konstruktionen k&#246;nnen tats&#228;chlich eine Hilfe sein, wenn es um die Frage der Gleichwertigkeit geht; aber Volf will mehr; er stellt die Frage: was bedeutet das? Frausein und Mannsein? Und genau hier hilft uns die Natur Gottes zun&#228;chst nicht weiter. Gott ist geschlechtslos, nur unsere Rede &#252;ber Gott muss notwendigerweise geschlechtlich sein. Wir sagen &#8220;der Bus&#8221; ohne damit zu verbinden, dass der Bus m&#228;nnlich w&#228;re. Im Altgriechischen ist eins der zenbtralen Werte f&#252;r die Kriegerkaste (&#8220;he andreia&#8221; &#8211; die Tapferkeit) rein grammatiklaisch weiblich. Juhu, k&#246;nnte man jetzt schreien. Ein Zeichen f&#252;r die Fortschrittlichkeit der Griechen? Nein, denn wenn man genau hinguckt sieht man, dass der Wortstamm von &#8220;aner&#8221; &#8211; der Mann abstammt. Will sagen: grammatikalische Konstrukte sind nicht tief mit der Vorstellungswelt verbunden. Und dar&#252;ber hinaus:<br />
<strong>erste Erkenntnis: Gott ist kein Modell f&#252;r unsere geschlechtliche Identit&#228;t. Er ist ein Modell f&#252;r unser gemeinsames Menschsein, nicht ein Modell f&#252;r unser spezifisches Frausein oder Mannsein. </strong></p>
<p>Nat&#252;rlich kann man bestimmte kulturelle Konstellationen einfrieren und durch einen geschickten Move dann von Gott herleiten wollen. Wo das passiert, muss es dekonstruiert werden.</p>
<p>B)die Bibel<br />
Ok, also wir k&#246;nnen den Inhalt der Gender Identit&#228;t nicht von Gottes Natur ablesen. Aber wir haben doch die Bibel und die ist doch in allen Fragen erste Autorit&#228;t, oder? Lasst uns in die Bibel gucken und daraus Modelle f&#252;r das Mann- und Frausein ableiten: Abraham, David, Ruth, Esther, nicht zuletzt Jesus. Oder: alles Stellen &#252;bers Mann- und Frausein zusammentragen und daraus eine Formulierung f&#252;r biblisches Mannsein und biblisches Frausein ableiten. Das Problem daran ist: es geht in der Bibel gar nicht um die Frage, was ein allgemeines Frau- und Mannsein bedeutet k&#246;nnte. Die Bibel macht keine Aussage dar&#252;ber, wie Frau- und Mannsein zu allen Zeiten, in jeder Situation funktionieren k&#246;nnte. Diese Frage ist ihr fremd. Es geht um konkrete Geschichten von konkreten Menschen in konkreten Situationen; es geht um &#8220;kulturell bedingte Beispiele nicht um g&#246;ttlich sanktionierte Modelle&#8221;.</p>
<p>Also <strong>Erkenntnis 2: Der Bibel ist unsere Fragestellung nach dem Inhalt von Weiblichkeit und M&#228;nnlichkeit fremd. </strong><br />
C) VK&#246;rperlichkeit:</p>
<p>In der Sch&#246;pfungsgeschichte ist die M&#228;nnlichkeit und Weiblichkeit kein Apsekt, den wir mit Gott gemein haben, sondern ein Aspekt, den wir mit den Tieren gemein haben. Hier greift er die ber&#252;hmte Unterscheidung zwischen Sex und Gender auf. Sex ist das biologische Geschlecht; unser K&#246;rper platt gesagt. Gender ist das soziale Geschlecht: bestimmte Rollenbilder, Geschichten &#252;ber die Geschlechter, Adjektive, die man ihnen zuweisen will, soziale und politische Verh&#228;ltnisse etc. Man k&#246;nnte sagen: Gender ist relativ im Flu&#223; und Sex relativ stabil (naja, w&#252;rde ich einwenden; weil man so das Problem von Transsexualit&#228;t ausl&#228;sst, aber gut). Volf sieht den geschlechtlichen K&#246;rper als Wurzel und als Grenze der Genderdebatte. Grenze, weil der sexualisierte K&#246;rper die Markierung der Differenz ist. Er spricht von Wurzel und nicht von Inhalt: der K&#246;rper bestimmt nicht den Inhalt des Gender Identit&#228;t; wie wenn man zB sagen w&#252;rde: die Brust der Frau ist ein Zeichen f&#252;r das Bed&#252;rfnis der Frau, Mutter zu sein und dort ihre Erf&#252;llung zu finden. Nein, er sagt er, aber der K&#246;rper ist die Wurzel der Gecschlechterdifferenz; diese wiederrum wird sozial geformt, ausgehandelt, neu verhandelt.</p>
<p>Es gibt auf der einen Seite diese Differenz, aber es gibt keine Essenz: kein ewiges Urbild des Mannes, keine Frau-an-sich. Das bedeutet aber auch, dass neimand von uns im luftleeren Raum lebt. Wir alle leben nach bestimmte Rollenvorstellungen; diese wurden erfunden und k&#246;nnen jederzeit neu erfunden werden. Wir leben in Kraftfeldern sozusagen.</p>
<p><strong>Erkenntnis 3: Die Geschlechterdifferenz hat ihre Wurzel in der K&#246;rperlichkeit. Alles was &#252;ber das rein k&#246;rperliche hinausgeht (Rollen, Modelle, Akzentuierungen) wird sozial vermittelt. </strong><br />
Es geht Volf nicht um die Frage, was die zeitlose Definition der Geschlechter sind, sondern um die Frage: auf welche Art und Weise sollen die Rollen ausgehandelt werden? Welchen Beitrag kann die christliche Theologie zu der Debatte geben? Wie kann man die Fragen nach einer in sich geschlossenen Identit&#228;t hinter sich lassen und zu der Frage gelangen: wie kann man gesunde Beziehungen leben?</p>
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		<title>[Exlusion &amp; Embrace] eine zweischneidige Befreiung</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 23:27:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich &#252;berspringe mal fluchs wichtige Kapitel in Miroslav Volfs Buch &#8220;Exclusion &#038; Embrace&#8221;, um an das Emergent Forum in Erlangen letztes Wochenende anzukn&#252;pfen. Besonders weil ich glaube, dass Miroslav Volf uns DIE Metapher an die Hand gibt, um aus einer neuen Sicht &#252;ber &#8220;Gleichberechtigung&#8221; etc. zu sprechen.
[EDIT:]Das krieg ich auch k&#252;rzer hin: Miroslav Volf hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich &#252;berspringe mal fluchs wichtige Kapitel in Miroslav Volfs Buch &#8220;Exclusion &#038; Embrace&#8221;, um an das Emergent Forum in Erlangen letztes Wochenende anzukn&#252;pfen. Besonders weil ich glaube, dass Miroslav Volf uns DIE Metapher an die Hand gibt, um aus einer neuen Sicht &#252;ber &#8220;Gleichberechtigung&#8221; etc. zu sprechen.</em></p>
<p>[EDIT:]Das krieg ich auch k&#252;rzer hin: Miroslav Volf hat ein Problem mit der Metapher der Befreieung, die die Hauptkategorie ist, in der die letzten Jahre explizit oder bei konservativen eher implizit Sozialtheologie betrieben wurde.</p>
<p>Befreiung ist die Negation von Unterdr&#252;ckung; das Sprengen der Fesseln sozusagen. Alles, was gegen Unterdr&#252;ckung gerichtet ist, z&#228;hlt als Befreieung. Zust&#228;nde, die die Unterdr&#252;ckung beenden z&#228;hlen als &#8220;Freiheit&#8221;. Dabei wird aber auch ein T&#228;ter-Opfer Schema produziert, welches in echten Konfliktf&#228;llen nur selten Berechtigung hat. Ja, meistens hat &#8220;irgendwer angefangen&#8221;. Aber umso l&#228;nger der Konflikt geht, umso schwieriger ist es, von unschuldigen Opfern und grausamen T&#228;tern zu sprechen. Selbst wenn es Konflikte gab, in denen man eindeutig T&#228;ter und Opfer ausmachen konnte, &#228;ndern sich, nachdem die T&#228;ter besiegt werden oft die Rollen. Volf unterscheidet zwischen T&#228;ter und Opfer als Kategorie, diese m&#252;ssen weiterhin verwendet werden und zwischen T&#228;ter und Opfer als Schema, dieses ist meist wenig hilfreich.</p>
<p>Dieses Schema f&#252;hrt zu ideologischer Verblendung, da man ja einen gerechten Kampf k&#228;mpft ist man nicht mehr f&#228;ihg, sich in die andere Partei hineinzuversetzen. Zum Anderen wird die Opfer Seite entm&#252;ndigt; sie wird sehr passiv gedacht.</p>
<p>Deshalb pl&#228;diert Volf daf&#252;r, Befreieung als Schema zu ersetzen mit der Metapher der Umarmung. Au&#223;erdem soll Freiheit als finales Ziel von sozialer Theologie ersetzt werden durch das Ziel &#8220;Liebe&#8221;.<br />
[Es folgt die l&#228;ngere, urspr&#252;ngliche Variante]<br />
<span id="more-230"></span></p>
<p>Es geht Miroslav Volf ja darum, dass Evangelium umfassend zu verstehen; es also auf alle verschiedenstm&#246;gliche Kontexte anzuwenden und auch seine Erfahrungen aus den Balkankriegen miteinzubeziehen.</p>
<p><img height="173" align="left" width="150" alt="befreiung-berlin-reichstag-1945.jpg" id="image229" title="befreiung-berlin-reichstag-1945.jpg" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2008/12/befreiung-berlin-reichstag-1945.jpg" /><br />
Er sagt, wenn wir Exklusion &#252;berwinden wollen (und das probieren wir ja mit <a href="http://ekkaleo.de/2008-12/emergenter-forumstag-zwischen-gleichberechtigung-und-reich-gottes-tag-2/">Emergent Deutschland</a>), greifen 2 Konzepte zu kurz: zum einen Inklusion (das muss an anderer Stelle ausbuchstabiert werden) zum anderen Befreiung.</p>
<p>Die Befreiungsmetapher wird explizit in der Befreiungstheologie aber auch etwas versteckter bei konservativen Sozialtheologien angewandt.</p>
<p>Hinter dieser Metapher stecken nat&#252;rlich bestimmte Konzepte von &#8220;Freiheit&#8221;. Zum Beispiel eine liberale Fassung: &#8220;Alle Menschen sind frei und gleichwertig; sie sollen ihre Interessen verfolgen und ihre Pers&#246;nlichkeit entwickeln k&#246;nnen. Dieses Recht darf man ihnen nicht wegnehmen es sei denn, sie verfolgen ihre Interessen auf Kosten anderer. Wenn diese Freiheit verwehrt wird (egal ob im totalit&#228;ren Staat oder von einer dominanten Kultur), sprechen wir von Unterdr&#252;ckung. Wenn die Ketten dieser Unterdr&#252;ckung gesprengt werden, reden wir von Befreiung.&#8221;</p>
<p>Eine andere Tradition fragt eher: &#8220;Was n&#252;tzt mir denn die Freiheit, zu tun was ich will, wenn ich nichts zu essen auf dem Tisch habe? Was n&#252;tzt es mir, meine Pers&#246;nlichkeit entfalten zu k&#246;nnen, wenn ich den ganzen Tag arbeiten muss und am Ende des Tages keine Kraft habe, irgendwie kreativ zu sein?&#8221;Die sozialistische Tradition (hier fasst &#252;brigens Volf erstmal nur Charles Taylor zusammen) erkl&#228;rt also die liberale Tradtion f&#252;r leer. Freiheit als Freiheit von &#228;u&#223;eren Zw&#228;ngen ist zu wenig. Echte Freiheit ist die F&#228;higkeit, sein Leben in W&#252;rde leben zu k&#246;nnen. Solange manche in Armut leben w&#228;hrend andere reich sind und ihre Pers&#246;nlichkeit entfalten k&#246;nnen, sprechen wir von Unterdr&#252;ckung. Wenn diese Strukturen ersetzt werden, so dass Menschen aufrecht stehen k&#246;nnen und ihr eigenes Leben leben k&#246;nnen reden wir von Befreiung.</p>
<p>Beide Projekte, das liberale und das sozialistische, operiert also mit den Kategorien &#8220;Unterdr&#252;ckung&#8221; und &#8220;Befreiung&#8221;. Unterdr&#252;ckung ist das Negative, das bek&#228;mpft wird; Befreiung ist die Negation der Unterdr&#252;ckung und Freiheit dann das daraus resultierende positive.</p>
<p>Sobald man allerdings beginnt, diese Kategorien, auf konkrete Konfliktfelder anzuwenden, konstruiert man &#8220;den gerechten Kampf&#8221;. Wenn eine Partei der Unterdr&#252;cker ist, eine andere das Opfer, folgt daraus zwingend eine Art heiliger Krieg. Diese Kategorien sind f&#252;r den kampf gemacht, nicht f&#252;r Verhandlungen oder dem Feiern. Nat&#252;rlich verliert bei Volf die Kategorie nicht an Bedeutung: Ja, es gibt Situationen, in denen man konkrete Opfer und T&#228;ter ausmachen kann; aber diese Kategorie darf nicht zu einem Schema werden.</p>
<p><img height="161" align="left" width="243" title="controlalt.jpg" id="image231" alt="controlalt.jpg" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2008/12/controlalt.jpg" /> Das Problem mit dem Schema ist zu einem nat&#252;rlich die Tendenz, eine der beiden Seiten als passiv zu konstruieren; so dass diesen ihr Status als Handelnde abgesprochen wird. Zum anderen sind Konflikte meistens kompliziert. Wer will das Chaos eines langandauernden Konfliktes, wie in Pal&#228;stina, denn entwirren? Mal scheint die eine Partei unschuldig, mal die Andere. Da man selten ein unschuldiges Opfer findet (besonders in langandauernden Konflikten) wird man entweder sein Engagement zur&#252;ckziehen (und somit die st&#228;rkere Partei unterst&#252;tzen) oder ein klares schwarz-wei&#223; Bild malen.</p>
<p>Aber selbst wenn es eine eindeutig gute und eine eindeutig schuldige Seite gibt (wie im Falle des zweiten Weltkrieges), was passiert, wenn &#8220;die Guten gewinnen&#8221;? Zeigen nicht viele Beispiele in der Geschichte, dass langsam ein Prozess des Rollentausches einsetzt und die Befreier schnell zu Unterdr&#252;ckern werden?</p>
<p>Deshalb ist die Metapher der Befreiung (auch wenn das Konzept selbst immer wieder ben&#246;tigt wird) letztlich nicht ausreichend, um &#252;ber sozio-kulturelle Konflikte zu reden. Letzlich, so Volf, ist nichteinmal &#8220;Freiheit&#8221; ein geeignetes finales Ziel von sozialer Theologie. Wir erhoffen nicht das Reich der Freheit, sondern das Reich Gottes, dass das Reich der Liebe ist. Wenn man Liebe als Priorit&#228;t setzt, hei&#223;t es aber nicht, dass das grunds&#228;tliche Projekt der Befreiung beendet wird. Der Gott Israels ist ein Gott, der die stummen Schreie der Ohnm&#228;chtigen h&#246;rt; ein Gott, der befreit. Aber es bedeutet, dass Projekt der Befreiung von ideologischen Tendenzen zu befreien, die die Feindschaften zwischen den sozialen &#8220;Agenten&#8221; nur verl&#228;ngert. Was wir brauchen, ist eine Theologie der Umarmung.</p>
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		<title>Der vergessene Tillich</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 16:02:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>
		<category><![CDATA[Gottkram]]></category>

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		<description><![CDATA[So die letzten Klausuren geschrieben. Wie kann man sich die Wartezeit, bis die n&#228;chste 24 Folge vollst&#228;ndig geladen ist besser vertreiben als mit nem bisschen bloggen? Alles was sie hier lesen ist &#252;brigens in Echtzeit geschrieben ;-D So here we go:

Patrick sagte mir &#8220;Es geht heutzutage nur noch um Barth. Barth hier, Barth da. Barthkonferenzen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic">So die letzten Klausuren geschrieben. Wie kann man sich die Wartezeit, bis die n&#228;chste <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/24_(Fernsehserie)">24 Folge</a> vollst&#228;ndig geladen ist besser vertreiben als mit nem bisschen bloggen? Alles was sie hier lesen ist &#252;brigens in Echtzeit geschrieben ;-D So here we go:</p>
<p><img align="left" title="paul_johannes_tillichs_gravestone_in_the_paul_tillich_park_new_harmony_indiana.jpg" style="width: 161px; height: 203px" id="image212" alt="paul_johannes_tillichs_gravestone_in_the_paul_tillich_park_new_harmony_indiana.jpg" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2008/07/paul_johannes_tillichs_gravestone_in_the_paul_tillich_park_new_harmony_indiana.jpg" /></p>
<p>Patrick sagte mir &#8220;Es geht heutzutage nur noch um Barth. Barth hier, Barth da. Barthkonferenzen. Barthblogs. Dabei werden andere Theologen total vernachl&#228;ssigt.&#8221; Ich glaub, auch in der Emerging Szene kann es passieren, dass man vielleicht sich zu stark auf ein paar wenige Namen, sagen wir Moltmann und Wright konzentriert. Doch &#228;hnlich wie Patrick von &#8220;<a href="http://shrinkinguni.blogspot.com/">God in a Shrinking Universe</a>&#8221; merke ich langsam, dass Paul Tillich uns heute viel zu sagen hat.</p>
<p><span id="more-213"></span></p>
<p>Ich hatte im ersten Semester gleich ein Seminar &#252;ber Tillich. Das war vielleicht nicht gut; denn wir lasen nichts aus der Systematischen Theologie, sondern aus Liebe, Macht, Gerechtigkeit; seinen am st&#228;rksten philosophischen Werk. Und man muss sagen: es gibt viele Gr&#252;nde, nichts mit Tillich anfangen zu k&#246;nnen: er ist ein h&#246;chst abstrakter Denker, der viele Anleihen (das m&#252;sst ich sp&#228;ter mal spezifizieren) aus der Philosophie nimmt. Ein Hauptst&#252;tzpfeiler seiner Theologie ist die Ontologie, die Lehre vom Sein. Ein Bereich der Philosophie, der a)schwer nachzuvollziehen und b)aus der Mode gekommen ist. Au&#223;erdem ist sein Werk das Werk eines recht klassischen Denkers. Man muss lange suchen um auf Passagen zu treffen, die die rechte Gehirnh&#228;lfte ansprechen. Man muss sich durch sein Werk arbeiten, zuweilen qu&#228;len. Da gibt es wenige clevere Wortspiele; wenige farbenreiche Metaphern und wenig praktische Beispiele.Und dann ist da diese Strenge; eine Strenge, dich ich manchmal auch bei C.S. Lewis fand und die scheinbar sehr von sich &#252;berzeugt ist und stellenweise unerbittlich andere Positionen bek&#228;mpfen kann.<br />
Und dennoch, wo man mit der Art und Weise seines Werkes auch oft Probleme haben k&#246;nnte, Tillichs &#8220;Herz&#8221; ist daf&#252;r umso nachvollziehbarer f&#252;r mich. Neulich bin ich &#252;ber ein Buch gesto&#223;en, dass Tillich noch mehr in seinen Kontext setzt und ihn nochmal etwas runterbricht und mehr und mehr merke ich, wie Tillich f&#252;r mich zu einem der Denke wird, wo ich mich stellenweise zuhause f&#252;hle; wo ich Orte finden, in denen ich nicht nur verstehe, sondern auch mich und meinen Weg verstanden wei&#223;.</p>
<p>Tillich erlebte den ersten Weltkrieg mit und dieses Ereignis ver&#228;nderte ihn. In den Schlachtfeldern von Verdun kehrte er dem Idealismus den R&#252;cken. F&#252;r viele Denker war nicht erst Ausschwitz sondern schon der erste Weltkrieg die gro&#223;e Wende. Tillich wurde zu einem existenziellem Denker, der die Tiefe des Lebens erforschen wollte und dort mitten in der Angst, der Unsicherheit, dem Nicht-Sein, Hoffnung und Mut fand.</p>
<p>Tillich war motiviert von einer bohrenden Unzufriedenheit mit einer Kirche, die nicht gelernt hat, in neuen Zungen zu reden; die immer noch die alten Begriffe benutzt, die im 16. Jahrhundert in den Umlauf gekommen sind. Tillich ist auf der Suche nach einer neuen Sprache, die die Menschen seiner Zeit, den sp&#228;tmodernen Menschen, der in seiner Autonomie unsicher geworden ist (Zahrnt), wieder trifft und sie wieder zur&#252;ck zu der Tiefe des Lebens f&#252;hrt, in der auch Gott zu finden ist. Tillich war einer der ersten kontextuellen Theologen, die mit Blick auf seine Mitmenschen, ja mit einer empathischen Betroffenheit, nach Worten gesucht haben, die die Menschen wieder treffen k&#246;nnen.</p>
<p>Vielleicht w&#252;rde ich, wenn es die Zeit zul&#228;sst mit euch die kommende Zeit hier ein paar Konzepte von Tillich angucken. Ich muss dabei einwenden: ich habe nicht die Zeit, mich ganz in die Sache zu vertiefen, deshalb fu&#223;en meine Posts eher Sekund&#228;rliteratur. Gerade bei einem Denker wie Tillich kann es durchaus sein, dass ich den Gehalt von Tillichs Konzepten nicht gerecht werde. Deshalb will ich euch ermutigen, hier zu kommentieren, wenn euch dazu Unregelm&#228;&#223;igkeiten auffallen oder ihr Fragen habt aber nat&#252;rlich auch, wenn euch dazu andere Gedanken kommen.</p>
<p><span style="font-style: italic">Hm und die 24 Folge ist immer noch nicht zuende geladen. *grummel*</span></p>
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