[Nichts sagender Glaube - Peter Rollins I]
So, einige Tage war ich jetzt nicht in der Lage meine Blogreihe weiterzuverfolgen, da ich einige Besucher hier in Prag hatte. Jetzt möchte ich ein bisschen Werbung betreiben: kauft und lest Peter Rollins Buch “Hot (not) to speak of God”, denn dies hat vor einigen Jahren quasi diese Fragen aufgeworfen mit denen ich mich hier beschäftige und diese Blogreihe steht in einen impliziten Dialog mit dem Buch. Es ist ein kurzes/kurzweiliges Buch, dass sich nicht in akademischen Geplänkel verliert, sehr provokant ist -dabei auch an einigen Stellen etwas Schieflage hat – und: es ist in der Sprache der Poesie geschrieben: Metaphern, Vergleiche, Geschichten dominieren das Buch, dass im zweiten Teil davon berichtet, wie diese Gedanken in experimentellen, liturgisch-poetischen Gottesdiensten der Belfaster IKON Community umgesetzt worden. BTW: wenn jemand Bock hat: ich könnte mir vorstellen einmal gemeinsam dieses Buch via Blog(?) durchzuarbeiten und zu besprechen….
(more…)
Nichts-sagender Glaube
Es wird Zeit, den Blog wiederzubeleben. Eigentlich hatte ich schon lange vor wieder zu bloggen; aber ich wollte vorher den Blog neu designen. Da das aber jetzt aber so schnell nichts zu werden scheint; fange ich einfach dennoch wieder an mich internet-technisch zu Wort zu zu melden.
Und ich beginne;-wie sollte es anders sein- mit einer kurzen Serie. Es geht um ein Thema, welches spätestens mit Pete Rollins – How (not) to speak of God aktuell geworden ist, nämlich ein gewisser mystischer Zugang zu Gott als dem, der alle Begriffe übersteigt, alsdem ganz Anderen über den wir nicht so recht sprechen können. Kurz den Gedanker der apophatischen Theologie und Spiritualität.
Ich will zeigen, warum ein gewissen Maß an apophatischer Theologie, an Nichts-sagenden glauben, gut und wichtig ist und warum man dennoch darüber hinauswachsen muss. Ressourcen für dieses Hinauswachsen findet man unter anderem in der östlich-orthodoxen Theologie und Spiritualität, welche seit Jahrhunderten Apophatische Theologie mit Dogmatischer Theologie (man wird sehen, was genau das heißt) zusammen denkt, lebt und erfährt.
Also auf geht’s.
Gott als Person
Gestern war ich auf der Hochzeit von 2 der ältesten Kontakte hier in Heidelberg und ich bin grad dabei nach der schönen Feier die “Daten die ich in den letzten Tagen gesammelt habe auszuwerten”; um mal ein wenig technokratisch daherzureden. Die Hochzeitsfeier lebte mit einer gewissen Spannung von den nicht- oder postchristlichen Umfeld von Matze und der doch recht freikirchlich geprägten Gestaltung der Trauung. Ich liebe ja so Gelegenheiten, wenn Welten zusammenprallen. Denn soziale Gruppen haben ja die Tendenz starke Plausibilitäten aufzubauen (zB wie man zu leben und sich zu verhalten hat, welche Art Geschichten man erzählt etc.) und diese ständig zu verstärken und nach außen abzuschotten. Und da macht es doch Spaß, zu beobachten was passiert, wenn zwei dieser Plausibilitätsstrukturen an- und durcheinandergeraten.
Anyways. Auf dem Rückweg begann ich mit einem Freund und kritisch-distanzierten Theologiestudenten über die Hochzeitsfeier und damit auch schnell über das Thema Religion zu reden. Ihm stießen im Besonderen die Lieder und Gebete auf. Er kann mit einem persönlichen Gott nichts anfangen. Teerstegens “Gott ist gegenwärtig” empfand er als Zumutung. Ich bin der Meinung, dass er damit ausspricht, was viele bei der Feier empfunden haben und was symptomatisch für den geistlichen Zustand unserer Kultur ist. Also – wir befanden uns mitlerweile auf dem Balkon vom Wohnheim, es war halb 4 in der Nacht – bohrte ich ein wenig nach. Was genau soll denn das Problem eines persönlichen Gottes sein? Ist das nicht gerad die Schönheit des Theismusses: die persönliche Beziehung mit Gott?
Mein Freund nannte zwei Punkte, die sich schlecht voneinander trennen lassen: Autonomie und Verantwortung.
Wer zu einem persönlichen Gott betet, macht sich abhängig von einem anderen Wesen dort oben. Er gibt sich in die Hände eines Gedankenkonstruktes, er lebt nicht mehr selbstbestimmt. Aber vor allem: er stößt Verantwortung von sich. Wenn jemand mit der Bitte zu Gott kommt: “zeige mir, ob ich die Person heiraten soll!”, steht er nicht mehr in der quälenden Situation, Entscheidungen treffen zu müssen. Eigentlich wird – über seinen Kopf hinweg – entschieden. Das Gute daran ist: wenn etwas schief geht, is er selbst nicht schuld.Ein solcher Glauben muss auf jemanden, der gelernt hat, allein zurechtzukommen kindisch oder gar gefärhlich wirken. Ohne sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, vertraut man auf Stimmen im Kopf und Bücher, die einen die eigene Ängstlichkeit vor den Entscheidungen des Lebens nehmen.
Hinzu kommt eine ästhetische Abscheu gegen die Majestätsmetapher in all den Liedern. Warum verdammt nochmal soll man sich vor Gott verbeugen? Warum sitzt er auf nem Thron? Warum ihm gehorchen?
Soweit schien mein Gesprächspartner also eine recht aufklärerisch-moderne Haltung zu haben, aber dann kam noch ein twist in das Gespräch herrein. Gott ist für ihn keine Person, sondern eine Art intersubjektive Transzendenz. In einem Hegels Pantheismus des Geistes nicht unähnlichen Move erspürte er Gott in einem bestimmten “spirit” in einer Gruppe. In der Fähigkeit, trotz unterschiedlichster Lebenserfahrungen, dennoch Empathie füreinander zu empfinden. Im Gänsehautfeeling eines Fußballstadions, im Rausch des Feierns und im Exzess der Liebe.Christliche Gemeinschaft kann diesen spirit ganz vorzüglich erzeugen bzw. bewußt machen aber mit all dem Gerede über Gott als Person verstellt das Christentum wiederrum den Blick auf den “spirit”. Ich fand die Position von meinen Freund sehr erstaunlich, vor allem da ich weiß, dass er zu Beginn des Studiums quasi Atheist war und er sicherlich von Hegel auch nicht viel gelesen haben konnte.
Ich glaube, diese Art abstrakten Theismus weg vom Personalen hin zu einem stark immanenten Gott, der kaum noch von der Welt zu trennen ist, ist für mich eine große Versuchung. Mir ist klar: die Anfrage von seiten eines autonomen Selbstverständnisses müssen sein. Hier ist und bleibt das Christentum eine gewollte Zumutung an den sich selbst genügsamen Menschen. Aber: wo hat mein Freund mit seinen Beobachtungen recht? Wo beobachtet er einen ungesunden, einen schlechten Theismus bei uns? Wie würde Paulus auf dem Aeropag unserer Kultur “mit den Epikureern und Stoikern” (Apg. 17), mit den lebensfrohen und nach Glück strebenden Deisten und den selbstbestimmten und in sich ruhenden Pantheisten reden? Welche “Altäre an den unbekannten Gott” würde er entdecken? Wo würde es ihm den Magen umdrehen ob unserer Götzen? Wie würde er Gott und das Christusereignis bei uns verkünden? Wie soll ich mit meinen Freund reden? Soll ich ihm entgegenkommen und die Allgegenwart des Geistes Gottes verkünden, der alle gute (Selbst)transzendenz verursacht? Oder soll ich gerade gegen mögliche Auswüchse eines gezähmten Theismus einen radikaleren Theismus stark machen?
subjektivististischer Glaube und die Emerging Conversation
Mahnende und prophetischer Worte sind besonders dann interessant, wenn sie von Personen geäußert werden, die nicht gerade als notorische Nörgler bekannt sind. So geschehen heute von Professor Welker in der sehr schönen Christologie Vorlesung. Welker (ein großer Hegel-Fan und reformierter Prozesstheologe) warnte eindringlich vor einer Form des Glaubens, die besonders im Neuprotestantismus beliebt ist, weil sie sich für eine gewisse Spiritualität ausspricht, diese auch im säkularen Umfeld zu vertreten weiß aber ansonsten kaum inhaltlich gefüllt ist. Diese Form des Glaubens nennt Welker subjektivistischer Glaube oder eben “transzendentales Spießertum”.
Diese Art der Spiritualität versucht nachzuweisen, wie jeder reflektierte Mensch eigentlich auf Gott trifft. Das geht so:
wenn man in sich geht und sich in einer Suche nach Gewißheit auf einen Kern seiner Existenz besinnt, trifft man auf eine Struktur (die das sogenannte reflexionstheoretische Problem des Selbstbewußtseins genannt wurde), dass man Selbst Beobachtender und Beobachter, Subjekt und Objekt zugleich; dass man sich selbst ganz vertraut und völlig fremd ist. Und in dieser Selbstreflexion nimmt man sich plötzlich als Gegebenes wahr. Man hat sich nicht selbst hervorgebracht sondern etwas anderes wohnt in unserer Subjektivität. Dieses andere in uns ist dann natürlich Gott.
Welker polemisiert gegen diese Form der Spiritualität, die teilweise auf Kierkegaard und vielleicht auch auf Buber gründet, denn sie bringe den Kirchen zwar die Kirchensteuerzahler ein, sorge aber auf der anderen Seite für eine notorische Selbstsäkularisierung und Selbstbanalisierung der Kirche. Sie führt zu einer inhaltsleeren Gewißheit, denn sie hat kaum Platz für das Sprachspiel der Bibel. Sie unterscheidet nicht mehr zwischen Gewißheit und Wahrheit. Sie fördert keine Selsbterkenntnis, Gemeinschaftserkenntnis und Welterkenntnis. Sie hat eine neurotisierende suchtartige Form, indem sie ständige “Selbstsorge” produziert und nciht gerade die Freude an Gott weckt. Und sie hat eskapistischen Charakter, denn sie untergräbt die Kommunikation und Sprachfähigkeit und das gemeinsame Feiern Gottes. Sie ist eine Form der natürlichen Theologie nur statt das Erforschen der Welt anzuregen, führt sie nur in die Selbstbeobachtung (und dazu noch die Beobachtungen einer entleerten, transzentalen Subjektivität).
Das war erstmal der etwas hilflose Versuch, die stichpunktartigen Mitschriebe der Vorlesung -noch recht unverdaut – wiederzugeben. Und es ist wie immer: je weniger man verstanden hat, desto komplizierter die Sprache. Aber ich frage mich: kann es sein, dass dies eine Kritik ist, die auch für die Emerging Conversation von Bedeutung ist? Wenn wir – und das ist eine Richtung mit der ich große Sympathie habe – von einem post-metaphysischen Gott reden, wenn Peter Rollins und andere aus Gott die Erfahrung des ganz Anderen machen, die eigentlich von unserer Theologie nicht mehr ganz einzufangen ist, wenn wir immer mehr meditative Formen der Spiritualität fördern und eine große Skepsis gegenüber allzu dogmatischen Formen des Glaubens haben, fördern wir damit die Entleerung des Glaubens? Trifft diese Kritik manches was in der Emerging Conversation abläuft? Fordert sie uns heraus? Oder betrifft sie vielleicht nur landeskirchliche Frömmigkeit und wir tun gut daran,weiter dem Dogmatismus zu untergraben?
Exclusion & Embrace – die Umarmung
Gutes Neues Jahr wünsche ich den Lesern. Fühlt euch umarmt! Nach ein bisschen Pause will ich jetzt mal wieder einsteigen. Ich hab ja ein wenig über Miroslav Volfs Exclusion & Embrace gebloggt und ich komme jetzt zum zentralen Kapitel des Buchs.
Volf zeigte ja, wie im Konzept von Idenität schon ein Moment der Gewalt steckt: man zieht einen Kreis um sich und entwirft sich als von anderen getrennt. Zusammen mit anderen Mechanismen führt das schnell zu mehr oder weniger subtilen Formen der Gewalt und Ausgrenzung. Auf der anderen Seite sucht Volf auch einen Ausweg aus den radikalen postmodernen Denken alá Derrida und Levinas, in dem von einer radikalen Andersartigkeit gesprochen wird. Man kann den anderen nie wirklich einholen, nie wirklich verstehen, eine Begegnung im Sinne von Buber (Stichwort: Dialog, Ich-werdung am Anderen etc.) wäre in diesem Sinne schon bestenfalls ein Mißverständnis, möglicherweise sogar selbst ein Akt der Gewalt. Lustigerweise wird Buber im ganzen Buch nicht zitiert und dennoch weht ein Hauch von seinem Denken gerade in diesem Kapitel, nur eben dass das Projekt “Begegnung” durch die postmoderne Kritik hindurchgerettet werden soll.
Volf will also unter manch anderem eine Sicht von Identität fördern, die a) Raum in sich hat für den Anderen b)eine echte Begegnung mit dem anderen erlaubt und c) immer noch Momente von Subjektivität zulässt; das Subjekt also nicht völlig auflöst d) die der Kirche nützt und der Welt dient. Er vollzieht das einmal anhand von Begriffen und einmal anhand von einer Metapher.
Die Begriffe sind: katholische Person/Gemeinschaft; evangelische Persönlichkeit und ökomenische Persönlichkeit.
(more…)
[Exlusion & Embrace] Gender Identität 1
Ok um jetzt etwas zu der Feminismus Debatte beitragen zu können, verschiebe ich Volfs absolut zentralen Kapitel über Identität und Umarmung und gehe gleich in das Gender Kapitel. Dieses hat eine zentrale Stelle in seinen Buch und erhält somit mehr Raum als die Fragen nach Gewalt und Gewaltlosigkeit, was ja schonmal ein Statement für sich ist.
Er beginnt mit einem Nietzsche Zitat: “Der Mann erschuf die Frau – woraus? – Aus der Rippe seines Gottes, seines Ideals.”.
Das ist eine clevere Umkehrung der Genesis Geschichte und enthält viel Wahres: Frausein ist ein kulturelles Konstrukt, das nicht selten als Gegenstück zum Mannsein konstruiert ist: “Hinter jedem großen Mann steht eine treusorgende Hausfrau”. Die Frau wird zur Antithese des Mannes. Gerade in christlichen Kreisen hat man ja solche Klischees: der Mann ist auf Sex aus, die Frau auf Beziehung; die Frau verkraftet eine Trennung schlechter als der Mann; deshalb ist die chrstl. Sexualmoral vor allem zum Schutz der Frau da blablabla.
Was macht jetzt Volf. Zuerst untersucht er Ansätze, (klassiche und feministische) wahres Mann- und Frausein aus der Natur Gottes herzuleiten. Dann utnersucht er den Körper und die Bibel auf verschiedene Ansätze zur Genderfrage und kommt schließlich auf ein Konzept, dass die Diskussion weiterbringen kann als ein bloßes: “Die Frau muss aus den Ketten der Unterdrückung befreit werden” oder “Wir brauchen ein biblisches Verständnis von Mann- und Frausein”. Ok, ich versuchs so weit wie möglich herunterzubrechen. Here we go.
(more…)
[Exlusion & Embrace] eine zweischneidige Befreiung
Ich überspringe mal fluchs wichtige Kapitel in Miroslav Volfs Buch “Exclusion & Embrace”, um an das Emergent Forum in Erlangen letztes Wochenende anzuknüpfen. Besonders weil ich glaube, dass Miroslav Volf uns DIE Metapher an die Hand gibt, um aus einer neuen Sicht über “Gleichberechtigung” etc. zu sprechen.
[EDIT:]Das krieg ich auch kürzer hin: Miroslav Volf hat ein Problem mit der Metapher der Befreieung, die die Hauptkategorie ist, in der die letzten Jahre explizit oder bei konservativen eher implizit Sozialtheologie betrieben wurde.
Befreiung ist die Negation von Unterdrückung; das Sprengen der Fesseln sozusagen. Alles, was gegen Unterdrückung gerichtet ist, zählt als Befreieung. Zustände, die die Unterdrückung beenden zählen als “Freiheit”. Dabei wird aber auch ein Täter-Opfer Schema produziert, welches in echten Konfliktfällen nur selten Berechtigung hat. Ja, meistens hat “irgendwer angefangen”. Aber umso länger der Konflikt geht, umso schwieriger ist es, von unschuldigen Opfern und grausamen Tätern zu sprechen. Selbst wenn es Konflikte gab, in denen man eindeutig Täter und Opfer ausmachen konnte, ändern sich, nachdem die Täter besiegt werden oft die Rollen. Volf unterscheidet zwischen Täter und Opfer als Kategorie, diese müssen weiterhin verwendet werden und zwischen Täter und Opfer als Schema, dieses ist meist wenig hilfreich.
Dieses Schema führt zu ideologischer Verblendung, da man ja einen gerechten Kampf kämpft ist man nicht mehr fäihg, sich in die andere Partei hineinzuversetzen. Zum Anderen wird die Opfer Seite entmündigt; sie wird sehr passiv gedacht.
Deshalb plädiert Volf dafür, Befreieung als Schema zu ersetzen mit der Metapher der Umarmung. Außerdem soll Freiheit als finales Ziel von sozialer Theologie ersetzt werden durch das Ziel “Liebe”.
[Es folgt die längere, ursprüngliche Variante]
(more…)
Der vergessene Tillich
So die letzten Klausuren geschrieben. Wie kann man sich die Wartezeit, bis die nächste 24 Folge vollständig geladen ist besser vertreiben als mit nem bisschen bloggen? Alles was sie hier lesen ist übrigens in Echtzeit geschrieben ;-D So here we go:

Patrick sagte mir “Es geht heutzutage nur noch um Barth. Barth hier, Barth da. Barthkonferenzen. Barthblogs. Dabei werden andere Theologen total vernachlässigt.” Ich glaub, auch in der Emerging Szene kann es passieren, dass man vielleicht sich zu stark auf ein paar wenige Namen, sagen wir Moltmann und Wright konzentriert. Doch ähnlich wie Patrick von “God in a Shrinking Universe” merke ich langsam, dass Paul Tillich uns heute viel zu sagen hat.
(more…)
[Transforming - Risiken und Nebenwirkungen]
Vor Monaten fing ich an, über das Buch “Transformin Spirituality” von Steven Sandage zu bloggen. Ich hatte in letzter Zeit nicht die Ruhe das fortzusetzen, will es aber in Grundzügen dennoch machen, weil ich merke, dass es mir auch selbst hilft, den Inhalt des Buches zu verarbeiten.
Diesmal geht es um die Frage: wann ist Spiritualität gesund?
Ohne große Umschweife: die Punkte die Sandage nennt.
bewusst körperlich (embodied)
Menschen sind Körper. Das sollte man verkraften und keine geistlichen Überbauten konstruieren, die alles verkomplizieren. Deshalb wäre es kein Schock durch bildgebende Verfahren bestimmte Bereiche im Gehirn aktiv zu sehen, während man betet oder via Torontosegen durch die Luft fliegt (wobei das sicher schwierig wäre zu messen). Wir sind Körper. Aber hilft uns unsere Spiritualität, unsere Körperlichkeit bewusst anzunehmen? Oder gilt Körperlichkeit als ungeistlich? Für Sandage ist Spiritualität immer die Spannung zwischen Erregung und Beruhigung; zwischen schnellerem Puls und langsameren Puls. Manche Traditionen betonen dieses, manche jenes. Diese sind meditativ, jene sind enthusiastisch (wobei mein Einwurf: Enthusiasmus ja ursprünglich die Erfahrung des außerhalb-des-Körpers-sein war). Tatsache ist, dass beides Ausdruck von gesundem Verhältnis zum Körper sein kann: Hände heben oder Hände falten, Tanzen oder Bodyprayer.
(more…)
Insaint Collective
Die neue Bohème nennt man das auch ganz gerne mal: die aufkommende Generation von ungebundenen, rastlosen, kreativen, exzentrischen Menschen, deren Leben aus dem Stadium des “Umbruchs” nicht so recht rauskommen will, die auf dem Weg sind und nie so recht ankommen wollen.
Naja auch wenn ich wenn schon weniger die digitale Bohème sondern eher das digitale Proletariat sein wollte, so bin ich seit diesem Wochenende wohl offiziell Teil davon; oder so ähnlich….

(more…)