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	<title>Failing Forward &#187; Bücher</title>
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	<description>Der Blog von Arne</description>
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		<title>[Nichts-sagender Glaube: welche Probleme?]</title>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 09:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Welche Probleme verbinden sich mit so einem apophatischem Ansatz, der Gott als den ganz anderen betont? Ich nenne hier mal 2- 3: naive Unmittelbarkeit, Untreue den Schriften gegen&#252;ber und Ununterscheidbarkeit Gottes.
Diese Philosophen, die wieder einen R&#252;ckgriff auf die negative und/oder die apophatische Mystik wagen, kommen mehr oder weniger alle aus der ph&#228;nomenologischen Ecke. Sie untersuchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Probleme verbinden sich mit so einem apophatischem Ansatz, der Gott als den ganz anderen betont? Ich nenne hier mal 2- 3: naive Unmittelbarkeit, Untreue den Schriften gegen&#252;ber und Ununterscheidbarkeit Gottes.</p>
<p>Diese Philosophen, die wieder einen R&#252;ckgriff auf die negative und/oder die apophatische Mystik wagen, kommen mehr oder weniger alle aus der ph&#228;nomenologischen Ecke. Sie untersuchen allt&#228;gliche und nicht so allt&#228;gliche Ph&#228;nomene wie Liebe, Angst, die Welt, den Leib und seit Neuestem eben auch Gott mit der Frage: &#8220;Was spielt sich im Kopf ab?&#8221;. Sie versuchen also keine Aussagen &#252;ber Gott an sich zu machen, sondern &#252;ber den Gl&#228;ubigen w&#228;hrend er in Kontakt mit Gott steht.  Dabei vernachl&#228;ssigen sie, dass der christliche Glaube nciht einfach eine Hotline zu Gott darstellt, die direkt an Gott andockt. Der Glaube ist vermittelt. Anders gesagt: Gott offenbahrt sich in Geschichten und erst durch diese Geschichten werden Erfahrungen gemacht und um diese Erfahrungen zu versprachlichen Dogmen gebildet. Die Bibel berichtet zwar von Erfahrungen, aber auch bei direkten Visionen und sonstigen Erfahrungen spielt immer eine Art Vermmitlung eine Rolle. Wenn Gott spricht, dann bedient er sich der Sprache. Philosophisch gesagt: ohne Hermeneutik l&#228;uft nichts; ohne sich mit den Geschichten der Bibel auseinanderzusetzen, zu ringen, N&#228;he und Distanz zu versp&#252;ren, von den Geschichten ein &#8220;erweitertes Selbst&#8221; (Ricœur) zu empfangen; ohne die Welt aus der Perspektive des Textes zu betrachten kein Zugang zum biblischen Gott. Das hei&#223;t nicht, dass man Erfahrungen nur beim Bibellesen macht, aber das die Geschichten der Bibel eine die Perspektive und vor allem: die Vokabeln f&#252;r die Erfahrungen geben. Dagegen ist der Glaube wie er von den neo-apophatischen Denkern vertreten wird, vor allem in dem Vokabular der neueren kontenentalen Philosophie gefasst. Das kann als &#220;bertragungsleistung notwendig und richtig sein, bringt aber Probleme mit sich. Der Glaube wird so wahnsinnig d&#252;nn, so wahnsinnig auf mein kleines Bewu&#223;tsein und meine kleine Erfahrung beschr&#228;nkt, so wahnsinnig unkommunikativ. Man kann sich gut ein bildungsb&#252;rgerliches Akademikerpaar vorstellen, die zwischen all den Vernisagen und Kulturhighlights noch zu hause eine Schweigeminute f&#252;r den &#8220;ganz anderen Gott&#8221; durchf&#252;hren. Aber k&#246;nnen diese Leute noch kommunizieren mit dem einf&#228;ltigen Pfingstler, der voller Begeisterung von seinen Erlebnissen mit Jesus berichtet?</p>
<p>Zweitens: dieser Gott ist doch so sehr undefiniert. Nat&#252;rlich: das ist das Ziel aller ent-grenzenden Rede. &#8220;Das ist kein Computer/kein Stadtteil/kein Getr&#228;nk, sondern ein Lebensgef&#252;hl&#8221;. Aber -nochmals philosophisch gesprochen &#8211; wo ist die Differenz? Wo die Eigent&#252;mlichkeit? Was ist, was den christlichen Gott im Vergleich auszeichnet? Wenn die christlichen Stories etwas sind, dann partikular: es ist dieser Gott, der mit diesem Volk jenes tut. Es ist dieser Mensch in einem Winkel des r&#246;mischen Reiches, in dem die F&#252;lle der Gottheit wohnt. Ja, wir treiben Theologie nur im Nachklapp; nur im Nachhall; nur im Nach-hinein; nur im Aschlu&#223; an das Ereignis Gottes. Aber wir sehen nicht irgendeinem Ereignis hinterher, sondern der Inkarnation. Theologie ist sprechen von Gott nach der Mensch-werdung Gottes. Hier machte sich Gott verwechselbar. Hier trat er ein ins zwielichtige Reich der Sprache, in der er riskierte missbraucht zu werden. Hier gab er uns Namen, Orte, Geschichten und Begriffe, die wir dann sofort wieder f&#252;r unsere Kreuzz&#252;ge benutzten. Aber dennoch sind die Namen, Orte, Geschichten und Begriffe wichtig. Gott ist ein Geheimnis, aber ein umgrenztes Geheimnis. Wir haben das Geheimnis nicht gel&#252;ftet, aber wir k&#246;nnen dar&#252;ber reden, dass wir &#252;ber dieses und nicht jenes Geheimnis reden. Wir k&#246;nnen sagen, dass wir vom Geheimnis des Drei-einigen Gottes reden und nicht vom Geheimnis des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster">Fliegenden Spaghettimonsters </a>. Das ist zwar dogmatischer und enger als ein alles einschlie&#223;ender Taizé Mystizismus, aber auch nicht nur bedeutsam f&#252;r die Identit&#228;t des christlichen Glaubens, sondern auch ethisch. Wenn wir von einem v&#246;llig unbestimmten Gott ausgehen, der nur noch pure Differenz, pures Geheimnis, pures Ereignis ist, so wie Caputo es zB tut, dann fragt sich: ist dieses Geheimnis gut genug und ist es stark genug. Ist dieser Gott der Dunkelheit nicht m&#246;glicherweise ein Gott, der mit einredet in eine Fu&#223;g&#228;ngerzone zu laufen und um mich zu schie&#223;en? Was wenn Gottes Stimme mir sagt, ich soll mich scheiden lassen und eine mit fremde Person heiraten? Was wenn sie mir einredet, ich w&#228;re ein V&#246;lkerapostel und h&#228;tte besondere Authorit&#228;t? Nein, die Bibel beschreibt das Heilige nicht als v&#246;lliges Unbestimmtes, sondern ruft zum Pr&#252;fen, zum Unterscheiden auf und nur der Geist, der sich zur&#252;ckbindet an die Geschichten vom Fleisch gewordenen Gottes ist der Heilige Geist. Zum Punkt &#8220;stark genug&#8221;: die Frage, ob ein unbestimmter Glaube die Energien f&#252;r prophetischen Protest aufbringen kann. Ja klar: Dogmatismus ist oft das Sprechen der M&#228;chtigen &#252;ber wahr und falsch; legitim und illegitim; berechtigt und unberechtigt; aber der biblische Glauben wird begleitet von Randgestalten, die die offizielle Wahrheit und das offiziell geltende Recht unterwandern; dieses aber nicht in Namen eines unbestimmten &#8220;wir k&#246;nnten das jetzt auch mal anders machen&#8221; sondern im Bewusstsein von einer tieferen Wahrheit und einer tieferen Gerechtigkeit ergriffen zu sein. Wir brauchen Wahrheit, wir brauchen Grenzen, auch wenn wir es nicht sind, die die Grenzen immer zu ziehen verm&#246;gen.</p>
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		<title>[Nichts sagender Glaube - Peter Rollins I]</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 18:47:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[So, einige Tage war ich jetzt nicht in der Lage meine Blogreihe weiterzuverfolgen, da ich einige Besucher hier in Prag hatte.  Jetzt m&#246;chte ich ein bisschen Werbung betreiben: kauft und lest Peter Rollins Buch &#8220;Hot (not) to speak of God&#8221;, denn dies hat vor einigen Jahren quasi diese Fragen aufgeworfen mit denen ich mich hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, einige Tage war ich jetzt nicht in der Lage meine Blogreihe weiterzuverfolgen, da ich einige Besucher hier in Prag hatte.  Jetzt m&#246;chte ich ein bisschen Werbung betreiben: kauft und lest Peter Rollins Buch &#8220;Hot (not) to speak of God&#8221;, denn dies hat vor einigen Jahren quasi diese Fragen aufgeworfen mit denen ich mich hier besch&#228;ftige und diese Blogreihe steht in einen impliziten Dialog mit dem Buch. Es ist ein kurzes/kurzweiliges Buch, dass sich nicht in akademischen Gepl&#228;nkel verliert, sehr provokant ist -dabei auch an einigen Stellen etwas Schieflage hat &#8211; und: es ist in der Sprache der Poesie geschrieben: Metaphern, Vergleiche, Geschichten dominieren das Buch, dass im zweiten Teil davon berichtet, wie diese Gedanken in experimentellen, liturgisch-poetischen Gottesdiensten der Belfaster IKON Community umgesetzt worden. BTW: wenn jemand Bock hat: ich k&#246;nnte mir vorstellen einmal gemeinsam dieses Buch via Blog(?) durchzuarbeiten und zu besprechen&#8230;.</p>
<p><a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/18/nichts-sagender-glaube-peter-rollins-i/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p><span id="more-273"></span></p>
<p>Peter Rollins beginnt in dem Buch mit einem Dilemma: eigentlich, kann man &#252;ber Gott nicht reden, denn &#252;ber ihn reden hie&#223;e, ihn zu benutzen, ihn zu reduzieren und ihn zu kontrollieren. Auf der anderen Seite dr&#228;ngen ihn seine Erfahrungen in der evangelikal-charismatischen Bewegung dazu, &#252;ber Gott sprechen zu m&#252;ssen. So landet er zuletzt bei der mittelalterlichen Mystik und der Postmodernen Philosophie (zun&#228;chzst Derrida via John Caputo und zuletzt auch Zizek) . Denn mittelalterliche Mystik schafft es Rollins Meinung nach dieses Paradox zu &#252;berwinden:</p>
<blockquote><p>&#8220;Each time I returned to the horns of that dilemma, I found myself drawn to the Christian mystics (such as Meister Eckhardt), for while they did not embrace total silence, they balked at the presumption of thoose who would seek to colonize the name &#8220;God&#8221; with concepts. Instead of vieweing the unspeakable as that which bring all language to a halt, they realized that the unspeakable was precisely the place where the most inspiring language began. This God whose name was above every name gave birth, not to a poverty of words, but to an excess of them&#8221; (How(not) to speak of God, xii)</p></blockquote>
<p>Das Buch exisiert um diesen Abschnitt herum, es soll umschreiben, was das bedeuten kann und wie das zusammenpasst mit Konzepten wie &#8220;Offenbahrung&#8221;, mit der Bibel, mit  Sehnsucht, Begehren, Zweifel und Liebe.</p>
<p>Rollins will Gott als den &#8220;ganz Anderen&#8221; vorstellen, als einen Gott, der &#252;ber jedes Konzept hinausgeht, der alle Sprache  und alle Vernunft &#252;bersteigt.  Er will die Alternative zwischen einen offenbarten Glauben, in dem Gott wie ein Geheimnis erscheint, das gel&#252;ftet worden ist und einem humanistisch-liberalen Mystizismus, in dem Gott einfach nicht erkannt werden kann und wir uns deshalb auf die Ethik beschr&#228;nken sollten, aufbrechen.  (Meine Kritik hier ist, dass er wirklich ehrgeizig nur gegen religi&#246;se Dogmatismen vorgeht, allerdings nicht die Probleme eines seichten Mystizismusses darstellt).</p>
<p>Um diese falsche Alternative aufzubrechen muss er zum einen &#252;ber das Wesen von &#8220;Offenbahrung&#8221; reden und zum anderen &#252;ber Gott und seiner Beziehung zur Offenbahrung.</p>
<p>Rollins schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8220;[...]Revelation, far from being the opposite of concealment, has concealment built into its very heart. [...] Hence revelation ought not to be thought of either as that which makes God known or as that which leaves God unknown, but rather as the overpowering light that renders God known <em>as</em> unknown.&#8221; (How (not)to speak of God, 17)&#8221;</p></blockquote>
<p>Dies ist deshalb so, weil Gott weder nah noch fern, weder anwesend noch abwesend sondern hyperpresent ist. Dies ist eine Wortsch&#246;pfung, die eins andeuten soll: Gott ist nicht unbekannt als einer, der zu weit entfernt ist, um ihn zu sehen, sondern er erf&#252;llt und &#252;berfordert unseren Verstand mit Informationen, mit seiner Anwesenheit. &#8220;Anstatt durch die Armut der Abwesenheit begrezt zu sein, werden wir &#252;berlastet durch den Exzess der Anwesenheit&#8221; (24). Er verwendet daf&#252;r viele Bilder. Eines der &#228;ltesten der Philosophiegeschichte &#252;berhaupt ist das Bild der Sonne. Die Erfahrung Gottes ist, wie in die Sonne zu schauen. Durch die Hyperpres&#228;nz des Lichtes sehen wir nichts mehr. Die Offenbahrung ist wie ein Kunstwerk: es vermittelt etwas, aber es gibt nicht die eine Nachricht, sondern man kann auf unendlich viele Weisen &#252;ber das Kunstwerk sprechen und immer wieder v&#246;llig neue Botschaften darin sehen.</p>
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		<title>Was hei&#223;t denn hier &#8220;Beziehung&#8221;?</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 15:48:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arne erklärt die Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[beobachtet]]></category>
		<category><![CDATA[das Leben und so]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Hintergrund l&#228;uft Element of Crime mit Sven Regeners schwerer Whiskeystimme, den Mexikanerhut-Trompeten und den Altherrentexten zwischen trotzigem Schwermut und verspielt balladesken Liebeshymnen, die es auch nur so beinahe schaffen, nicht peinlich zu sein. Optimale Untermalung f&#252;r das Thema, welches mir f&#252;r heut Abend aufgetragen wurde. In unserem Gemeinde Emergenz-Cluster nehmen wir gerade die ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Hintergrund l&#228;uft Element of Crime mit Sven Regeners schwerer Whiskeystimme, den Mexikanerhut-Trompeten und den Altherrentexten zwischen trotzigem Schwermut und verspielt balladesken Liebeshymnen, die es auch nur so beinahe schaffen, nicht peinlich zu sein. Optimale Untermalung f&#252;r das Thema, welches mir f&#252;r heut Abend aufgetragen wurde. In unserem Gemeinde Emergenz-Cluster nehmen wir gerade die ersten vier Kapitel von Tom Wrights &#8220;simply christian&#8221; durch. Er meint dabei 4 Sehns&#252;chte des Menschen in unserer Zeit zu finden, die wie 4 Echoes einer l&#228;ngst verlorenen Stimme sind, die in uns nachhallt. Der Stimme Gottes.</p>
<p>Und eine dieser Echoes ist, nachdem jetzt schon die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Spiritualit&#228;t durchdekliniert wurden, die Sehnsucht nach Beziehungen. Wright meint dabei zu beobachten, dass in unserre Kultur das Reden &#252;ber Beziehungen und Gemeinschaft sprunghaft angestiegen ist. Gerade das Reden &#252;ber ein Thema, weist ja oft auf ein bestimmtes Defizit einer Kultur in diesem Bereich hin. Hier k&#246;nnte man jetzt bequem die kommunitaristische Liberalismuskritik eines Charles Taylors eintragen, aber um das jetzt aufzurollen, bin ich eindeutig zu faul. Heut abend gibt es schon genug Theoriecocktail (von Taylor &#252;ber Stanley Grenz bis Bonhoeffer).<br />
Aber. Ich bin auf ein Buch, einen Klassiker der Sozialpsychologie gesto&#223;en, den ich schon immer mal quer lesen wollte. N&#228;mlich den Beck-Gernsheim: <a href="http://www.amazon.de/Das-ganz-normale-Chaos-Liebe/dp/351838225X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1247411245&#038;sr=8-1">Das ganz normale Chaos der Liebe</a>. In diesem Buch versucht das Authorenpaar(!) die Liebes- und Paarbeziehungen in modernen, individualisierten Gesellschaften zu untersuchen. Und in dem fulminanten ersten Kapitel wird gleich mal ein glei&#223;endes Licht auf die Liebe und ihre Probleme, Aporien, &#220;berh&#246;hung und Verdrehungen geworfen. Eine der Thesen lautet: mit dem Wegfall der Transzendenz (klassisch gedacht als Gott) folgt eine Erh&#246;hung jener Unmittelbarkeit, die wir als Liebe zu bezeichnen gelernt haben. Mit dieser &#220;berh&#246;hung geht dann aber gleich die Entt&#228;uschung, die Heuschreckenexistenz einher.Ich zitiere:</p>
<p>&#8220;Der ganz allt&#228;gliche Krieg der Geschlechter, laut und leise, innerhalb, vor, nach,neben der Ehe ist vielleicht der eindringlichste Ma&#223;sstab f&#252;r den Hunger nach Liebe, mit dem die Menschen heute &#252;bereinander herfallen: paradise now! ist die Devise der Irdischen, deren Himmel und H&#246;lle entweder nirgendwo oder auf der Erde liegen. &#8230; Die Menschen heiraten um der Liebe willen und lassen sich um der Liebe willen scheiden. Die Partnerschaft wird ausstauschbar praktiziert, nihct um die die Last der Liebe endlich abzustreifen, sondern weil das Gesetz der erf&#252;llten Liebe dies verlangt. Der sp&#228;te Turmbau zu Babel, aus Scheidungsurteilen errichtet, ist ein Denkmal der entt&#228;uschten, &#252;berh&#246;hten Liebe. &#8230; Der irdische Glaube der religionslosen, scheinbar rationalen Gegenwartsmenschen ist das Du, die Suche nach der Liebe im anderen. Oft nicht eingestandenerma&#223;en, da dadurch jeder sich an etwas ausliefert, das den Prinzipien des kalkulierten Lebens wiederspricht. &#8230; Die Sucht nach Liebe ist DER Fundamentalismus der Moderne. Liebe ist religion nach der Religion, der Fundamentalismus nach der &#220;berwindung desselben. Der Gott der Privatheit ist die Liebe. Wir leben im Zeitalter des real existierenden Schlagertextes. Die Romantik hat gesiegt, die Therapeuten kassieren.&#8221;<br />
Starke Worte, auch wenn man den gleichen Zustand sicher auch weniger im Duktus des Abgesangs und einer prophetischen Gerichtsrede und mit mehr Gesp&#252;r f&#252;r die suche nach dem Unbekannten Gott halten k&#246;nnte. Nur die Szenerie ist richtig. Wir sind &#8211; wie jede Generation, die &#8220;unter der Sonne&#8221; (Prediger) und &#8220;auf verfluchten Ackerboden&#8221; (Genesis) lebt &#8211; in Aporien gerate. Und diese Situation der Zweideutigkeit n&#246;tigen uns zuder Frage: &#8220;Wie sollen wir heute lieben? Wie K&#214;NNEN wir heute lieben?&#8221;</p>
<p>Mittlerweile bin ich bei der Band Slut angekommen.</p>
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		<item>
		<title>[Atheism for lent - Marx 2]</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 17:20:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Gottkram]]></category>

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		<description><![CDATA[Weiter geht mit meine Auseinandersetzung mit den &#8220;masters of suspicion&#8221;. Im letzten Post zeigte ich auf, wie allergisch Marx auf das Staatschristentum reagierte. &#8220;Der Gott der Christen ist ihre Nation&#8221; (was in der hegelianischen Atmosph&#228;re seiner Zeit durchaus ein denkbarer Gedanke war). Er kritsierte die Verbindung zwischen Protestantismus und repressiv-autori&#228;ten preu&#223;ischem Staat. Und hier w&#252;rde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weiter geht mit meine Auseinandersetzung mit den &#8220;masters of suspicion&#8221;. Im letzten Post zeigte ich auf, wie allergisch Marx auf das Staatschristentum reagierte. &#8220;Der Gott der Christen ist ihre Nation&#8221; (was in der hegelianischen Atmosph&#228;re seiner Zeit durchaus ein denkbarer Gedanke war). Er kritsierte die Verbindung zwischen Protestantismus und repressiv-autori&#228;ten preu&#223;ischem Staat. Und hier w&#252;rde jetzt der normale Freikirchler mit einer Formel kommen, die ihm eingepr&#252;gelt wurde: &#8220;Ja genau DAS ist die Realit&#228;tder Staatskirche. Da geht es um Macht und Einfluss und nicht um echten Glauben. Das ist &#8220;RELIGION&#8221; (ein Ha&#223;wort bei Freikirchlern), das sind starre Strukturen, das ist Pharis&#228;ertum. Wir geisterf&#252;llten Freikirchler w&#252;rden das nicht tun. Bei uns geht es um Jesus, um Spiritualit&#228;t, um Spontanit&#228;t, um Liebe und nicht um Macht. Wir &#252;ben Barmherzigkeit und sind f&#252;r die Leute da.&#8221;</p>
<p>Ok ein valider Punkt. Aber gucken wir uns ein historisches Beispiel an, das f&#252;r viele immer noch als DAS Beispiel f&#252;r genuines Geistwirken gilt: die Entstehung der Pfingstbewegung. Bei der Azusa-Street-Erweckung, die viele als ein authentisches Wirken des Heiligen Geistes und als Geburtsstunde der mitlerweile dynamischten Bewegung des Christentums ansehen, gab es dieses Moment, wo in dieser Ekstase und in dieser Unmittelbarkeit ein Ri&#223; in der sozialen Ordnung entstand. Denn zun&#228;chst war die gesetzlich geregelte Rassentrennung aufgehoben. Doch wie lange hielt das? Einige Wochen. Dann kam jemand auf die Idee: nein nein wir m&#252;ssen uns an die gesellschfatlichen Konventionen halten damit alles hier ordentlich abl&#228;uft.</p>
<p><span id="more-251"></span></p>
<p>Man sieht hier, dass offensichtlich im ekstatischen, unmittelbaren Erleben etwas ist, dass den Status Quo herausfordert. Dies war schon in Joel so,in dem das Geisteswirken so ebschrieben wird, dass es gesellschaftliche Schranken &#252;berwindet. Da ist offensichtlich etwas in der j&#252;disch-christlichen Tradition, das Ungerechtigkeit herausfordert, namentlich die Prohetische Tradition. Ein kritisches Potenzial, eine M&#246;glichkeit, sich innerlich zu distanzieren von der Gesellschaft ohne aus ihr hinauzugehen. Nur irgendwie scheint dieses Potenzial ausgehbelt zu werden. Wie?</p>
<p>Merold Westphal nennt 3 Strategien:</p>
<p>1. offenkundige Verm&#228;hlung: Kirche und Welt werden quasi zusammengedacht. Dies passierte in Deutschland zum Beispiel vor dem ersten Weltkrieg: die liberale Theologie f&#252;hrte zu einem Evangelium, welches nur die Kultur spiegelte ohne jegliches krtische Potenzial. Dies f&#252;hrte dazu, dass die gro&#223;en liberalen Theologen eine Erkl&#228;rung unterschrieben (&#8220;an das Deutsche Kulturvolk!&#8221;) welche den ersten Weltkrieg als Willen Gottes erkl&#228;rte. Bob Dillan sagt: &#8220;when God is on our side, we gonna start the next war!&#8221;. Das gleiche passierte auf dem konservativen Spektrum in der USA von den Puritanern, die mit ihrer Lehre von der manifest destiny die USA als neues Israel und die Ureinwohner als neue Kanaan&#228;er , die zu vertreiben sind, bezeichneten.<br />
2. Die zweite Strategie ist hei&#223;t: &#8220;vage Allgemeinheit&#8221;. &#8220;Gerechtigkeit find ich gut. Bin ich 110%ig daf&#252;r&#8221; wie Stromberg sagen w&#252;rde. Nur man bleibt in Modus des Konjunktivs (&#8220;man k&#246;nnte mal&#8221;). Dabei bleibt das gesellschaftliche Wirken oft hyper-abstrakt. Namentlich: man baut gro&#223;fl&#228;chige Institutionen (Diakonie), diese m&#252;ssen aber um zu funktionieren wiederrum die Logik des Marktes annehmen. Also wird das gef&#228;rhliche Wirken des Geistes gez&#228;hmt, indem man entweder redet ohne zu handeln oder in hochabstrakter Form handelt und so Gefahr l&#228;uft sich in der Realpolitik zu verirren.</p>
<p>3. dualistische Hermeneutik: Man liest die Bibel in einer Weise, dass die Unterscheidung zwischen Welt und Kirche, zwischen Gott und Welt etc. un&#252;berbr&#252;ckbar werden. So zieht man sich in seine apokalyptische Gemeinscahft zur&#252;ck und k&#252;mmert sich im Wesentlichen um die geistlichen Bed&#252;rfnisse der Anderen. Oder aber man wirkt karitativ und diakonisch ohne jedoch die Frage nach der Gerechtigkeit zu stellen (man will ja die Politik au&#223;en vor lassen). So bleibt das Evangelium zwar kraftvoll aber nicht nach au&#223;en; es tendiert dazu zum neuen Konsumgut zu werden.</p>
<p>Marx macht uns darauf aufmerksam, dass es kein unpolitisches Evangelium gibt. Wir beten den Gott an, der aus &#196;gypten herausf&#252;hrt und die Unterdr&#252;ckten befreit. Kann es sein, dass wenn wir nicht beginnen uns aktiv f&#252;r emanzipatorische Anliegen einzusetzen, dass wir nur zum Spiegel der Unterdr&#252;ckung werden? Wenn Religion nicht f&#252;r das Ausgegrenzte einsteht, wird es selbst zum Motor und zur Legitimierung der Ausgrenzung bzw. zu einer billigen Flucht der ausgegrenzten vor dieser Ausgrenzung; zum Opium f&#252;rs Volk.</p>
<p>Bob Marley hatte vielleicht recht: half the story has never been told.</p>
<p><a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2009/03/09/atheism-for-lent-marx-2/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Get up, stand up: stand up for your rights!<br />
Get up, stand up: stand up for your rights!<br />
Get up, stand up: stand up for your rights!<br />
Get up, stand up: dont give up the fight!</p>
<p>Preacherman, dont tell me,<br />
Heaven is under the earth.<br />
I know you dont know<br />
What life is really worth.<br />
Its not all that glitters is gold;<br />
alf the story has never been told:<br />
So now you see the light, eh!<br />
Stand up for your rights. come on!</p>
<p>Get up, stand up: stand up for your rights!<br />
Get up, stand up: dont give up the fight!<br />
Get up, stand up: stand up for your rights!<br />
Get up, stand up: dont give up the fight!</p>
<p>Most people think,<br />
Great God will come from the skies,<br />
Take away everything<br />
And make everybody feel high.<br />
But if you know what life is worth,<br />
You will look for yours on earth:<br />
And now you see the light,<br />
You stand up for your rights. jah!</p>
<p>Get up, stand up!  (jah, jah!)<br />
Stand up for your rights!  (oh-hoo!)<br />
Get up, stand up!  (get up, stand up!)<br />
Dont give up the fight!	 (life is your right!)<br />
Get up, stand up!  (so we cant give up the fight!)<br />
Stand up for your rights!  (lord, lord!)<br />
Get up, stand up!  (keep on struggling on!)<br />
Dont give up the fight!   (yeah!)</p>
<p>We sick an tired of-a your ism-skism game -<br />
Dyin n goin to heaven in-a jesus name, lord.<br />
We know when we understand:<br />
Almighty God is a living man.<br />
You can fool some people sometimes,<br />
But you cant fool all the people all the time.<br />
So now we see the light (what you gonna do? ),<br />
We gonna stand up for our rights! (yeah, yeah, yeah!)</p>
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		<title>[Atheism for lent - Einleitung]</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Feb 2009 18:19:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern begann die Fastenzeit. Eine Zeit, in der &#8211; so man sie denn irgendwie begeht &#8211; der Glaube gereinigt werden soll; in der man sich besinnt und auf das Wesentliche konzentriert. Bei meiner Vorbereitung f&#252;r einen Workshop auf den Emergent Forum bin ich auf ein Buch gesto&#223;e, dass einen ungew&#246;hnlichen Vorschlag macht: Dr. Merold Westphal, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern begann die Fastenzeit. Eine Zeit, in der &#8211; so man sie denn irgendwie begeht &#8211; der Glaube gereinigt werden soll; in der man sich besinnt und auf das Wesentliche konzentriert. Bei meiner Vorbereitung f&#252;r einen Workshop auf den Emergent Forum bin ich auf <a href="http://www.amazon.de/Suspicion-Faith-Religious-Modern-Atheism/dp/0823218759/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#038;s=books-intl-de&#038;qid=1235672214&#038;sr=8-2">ein Buch</a> gesto&#223;e, dass einen ungew&#246;hnlichen Vorschlag macht: Dr. Merold Westphal, Dozent f&#252;r kontinentale Philosophie an der von Jesuiten betriebenen Fordham Universitiy in New York, machte eine Beobachtung:</p>
<p>In der Bibel wird h&#228;ufig die M&#246;glichkeit erw&#228;hnt (zB in der Geschichte mit dem goldenen Kalb), dass ein Glaube, der nach au&#223;en hin stark und echt aussieht, in Wirklichkeit G&#246;tzendienst sein kann. G&#246;tzendienst bedeutet, dass wir einen Gott anbeten, den wir kontrollieren k&#246;nnen, der uns vor den H&#228;rten des Lebens besch&#252;tzt und der nicht in unser Leben hineinredet. Ein G&#246;tze muss dabei nicht unbedingt ein bequemes Konstrukt von Gott sein, im Gegenteil: in der Bibel sind die G&#246;tzen oft sehr fordernde Wesen, die oft gro&#223;e Opfer verlangen. Auch ist nicht jeder G&#246;tze prinzipiell unmoralisch; Paulus k&#228;mpft in Kolosser 2:17 &#8211; 23 gegen eine Art von hypermoralischer, abgehobener Fr&#246;mmigkeit, die dem Einzelnen viel abverlangt, die aber dennoch ein G&#246;tzendienst ist. Also stellt sich die Frage: wenn es so einfach ist, einer Art G&#246;tzendienst zu verfallen und es so schwierig ist, diese Art von inauthentischen, selbstzerst&#246;rerischen, kraftlosen Glauben bei sich zu entdecken, wie kann man dann &#252;berhaupt dieser Falle entgehen?</p>
<p>Ich glaube, man muss zun&#228;chst sehen, dass das Christentum sicher keine Religion, die gegen diesen Pseudo-Glauben, gegen Ideologien und Verstrickungen mit anderen zerst&#246;rerischen Weltanschaungen gefeilt ist. Aber im Christentum ist ein Impuls: Der Impuls zur (Selbst-)kritik, den man Busse nennt. Ich denke, das ist die tiefere Bedeutung der Fastenzeit. Es geht nicht nur um Abweichungen von einer moralischen Leitlinie, um &#8220;Tschuldigung&#8221; sagen und darum Besserung zu geloben: nein, in der Fastenzeit soll der heilsame Impuls gn&#228;diger (Selbst-)kritik hindurchkommen. Es sollen Fragen aufgeworfen werden: Wo lebe ich eine andere Geschichte als die, die ich behaupte zu leben? Wo ist mein Glaube eine Flucht vor der Realit&#228;t? Wo verhindert meine Art den Glauben zu leben, dass ich Segen erfahren und Segen sein kann in der Welt? Wo h&#228;lt mich mein Glauben klein, wo macht er mich blind f&#252;r meinen N&#228;chsten, wo macht er mein Leben eng?</p>
<p>Dieses sind Fragen f&#252;r die Fastenzeit. Und Merold Westphal kommt mit einen ungew&#246;hnlichen Vorschlag: lasst uns bei diesen Fragen auf die Stimmen von au&#223;erhalb h&#246;ren. Gott spricht manchmal durch Esel, durch verlauste Au&#223;enseiter in der W&#252;ste des Lebens, also warum kann Gott nicht durch den vereinsamten Nietzsche, durch den prophetenb&#228;rtigen Marx und durch Freud reden? Warum kann er nicht sogar durch unsere Nichtchristlichen Freunde reden? K&#246;nnte es sein, dass all diese Leute manchmal ein sehr feines Gesp&#252;r daf&#252;r haben, wo unser Glauben zum G&#246;tzendienst wird? K&#246;nnte es sein, dass wir ihre Kritik zweckentfremdet vor unseren Karren schnallen k&#246;nnen, auf dass wir ein St&#252;ck weiter kommen hin zu einem authentischen Glauben?</p>
<p>Ich m&#246;chte euch dazu einladen, in den n&#228;chsten Wochen bis Ostern mit auf die Reise zu kommen, auf der wir vielen ungew&#246;hnlichen Stimmen zuh&#246;ren wollen, die uns manchmal schmerzhafte Fragen stellen.</p>
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		<title>Rebellion und rote Ampeln</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 14:09:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arne erklärt die Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Szenekram]]></category>

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		<description><![CDATA[



  

Im Werke Max Goldt’s findet sich manches Schmunzelnswertes, manche falsche Prophetie (z.B. prophezeite er in den 90ern das restlose Verschwinden von Messenger Bags sah aber das Verschwinden von Telefaxen keineswegs voraus), aber es gibt nur eine Aussage, die im platonischen Sinne als Wahrheit, als die Wahrheit selbst angesehen werden kann. Und selbst diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="Content-Type" /><meta content="Word.Document" name="ProgId" /><meta content="Microsoft Word 12" name="Generator" /><meta content="Microsoft Word 12" name="Originator" /></p>
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<p class="MsoNoSpacingCxSpFirst">Im Werke Max Goldt’s findet sich manches Schmunzelnswertes, manche falsche Prophetie (z.B. prophezeite er in den 90ern das restlose Verschwinden von Messenger Bags sah aber das Verschwinden von Telefaxen keineswegs voraus), aber es gibt nur eine Aussage, die im platonischen Sinne als Wahrheit, als <em>die Wahrheit selbst</em> angesehen werden kann. Und selbst diese ist nur andeutungsweise formuliert.</p>
<p class="MsoNoSpacingCxSpMiddle">Es hei&#223;t im Text „Knallfluchttourismus“ da:<img height="165" align="left" width="69" title="pmod0162.JPG" id="image240" alt="pmod0162.JPG" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2009/01/pmod0162.JPG" /></p>
<p style="margin-left: 35.4pt" class="MsoNoSpacingCxSpMiddle">„Gelegentlich liebe ich es, mich fremder Bestimmung auszuliefern. Normalerweise sagt mir nie einer, was ich tun soll, alles entscheide ich selbst. […] Wunderbar ist es, an einer roten Fu&#223;g&#228;ngerampel auch dann stehen zubleiben, wenn alle anderen Passanten es f&#252;r n&#246;tig halten, wie rebellische Teenager zwischen den fahrenden Autos herumzuhecheln. Mir wird von oben, von einer s&#252;&#223;en anonymen Macht, eine Pause angeboten und ich bin so entgegenkommend, dieses Angebot anzunehmen, indem ich friedensreich verharre. Warum soll ich unentwegt um Souver&#228;nit&#228;t und Unabh&#228;ngigkeit ringen? Ich bin doch kein pubertierender Zwergstaat. Der rote Mann bietet mir eine freie Minute an und ich als freier Mann knabbere den Zeitsnack gern. Sich kurz und freiwillig dem Gehei&#223; des roten Mannes zu unterwerfen erspart einem –nicht zuletzt- den Gang zur Domina. Sich einem harmlosen Diktat ganz selbstverst&#228;ndlich zu f&#252;gen ist eine s&#252;&#223;e und runde Sache. Da denke ich: >>Eine mir unbekannte Autorit&#228;t verbietet mir etwas und mir regt sich kein Widerstand. Ich beginne zu ahnen, was Frieden sein k&#246;nnte.<<“</p>
<p class="MsoNoSpacingCxSpMiddle">Eine sehr gute Beschreibung, auch wenn sie noch nicht weit genug geht. Denn es handelt sich hier um den letzten revolution&#228;ren Akt, den letzten Akt der Selbstvergewisserung. Das muss ich erkl&#228;ren. Wenn man in seiner Pers&#246;nlichkeit etwas hat, einen Drang nach Freiheit und Lebendigkeit, der sich dadurch definiert, dass man den Gesetzen, Notwendigkeiten und Zuschreibungen dieser Gesellschaft entkommen will, dann hat man es schwer.  Denn, was macht man in einer Gesellschaft ohne Grenzen, ohne Tabus, ohne traditionelle Werte und ohne Entr&#252;stung? Eine Gesellscahft, in der jedes vermeintliche Tabu schon von den Eltern gebrochen wurde, in der jede Grenze auf RTL von sogenannten Comedians in massenkompatiblen Zynismen &#252;berschritten wird und in dem die Masse die Aristokratie ist, also diejenigen, die sich dadurch definieren, dass sie sich von der Masse abheben? Wie will man rebellieren, wenn Punk Mainstream ist? Wenn alle Autorit&#228;ten auf der Kumpelebene kommunizieren? Wie rebellieren, wenn man dem Dikatat, des Utilitarismus unterworfen ist: Tue, was dir Spass macht! Tue, was dich selbst voran bringt! Handle stets so, dass du „gl&#252;cklich“, „authentisch“ und effizient dein Leben begehst und lass dich von nichts davon abbringen, es sei denn, es gef&#228;hrdet den Anderen, das selbe zu tun.</p>
<p class="MsoNoSpacingCxSpMiddle">
<p class="MsoNoSpacingCxSpMiddle">Da sa&#223; ich neulich mit einer Bekannten aus Berlin – manch einem mag ihr Text aus meinem Seminar aufm Emergent Forum noch erinerlich sein – die sich nach einer evangelikalen Jugendzeit vom christlichen Glauben abgewendet hat, bei nem Wein an einer Bar und unterhielten uns. „Das Problem ist, fr&#252;her hatte ich Verbote gegen die ich rebellieren konnte. Jetzt ist alles erlaubt.“</p>
<p class="MsoNoSpacingCxSpMiddle">In einer liberaldemokratischen Gesellschaft bleibt nur wenig zum rebellieren: du kannst Ausschwitz leugnen und Nazi werden, Darwin leugnen und Fundamentalist werden oder du kannst den Drang nach Rebellion und Authentizit&#228;t leugnen und an roten Ampeln stehen bleiben.</p>
<p class="MsoNoSpacingCxSpMiddle">
<p class="MsoNoSpacingCxSpMiddle"><p><a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2009/01/11/rebellion-und-rote-ampeln/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
<p class="MsoNoSpacingCxSpMiddle">
<p class="MsoNoSpacingCxSpLast">Denn Freiheit bedeutet, freiwillig an roten Ampel stehen zu bleiben.</p>
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		<title>Exclusion &amp; Embrace &#8211; die Umarmung</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2009 18:41:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Gutes Neues Jahr w&#252;nsche ich den Lesern. F&#252;hlt euch umarmt! Nach ein bisschen Pause will ich jetzt mal wieder einsteigen. Ich hab ja ein wenig &#252;ber Miroslav Volfs Exclusion &#038; Embrace gebloggt und ich komme jetzt zum zentralen Kapitel des Buchs. 
Volf zeigte ja, wie im Konzept von Idenit&#228;t schon ein Moment der Gewalt steckt: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gutes Neues Jahr w&#252;nsche ich den Lesern. F&#252;hlt euch umarmt! Nach ein bisschen Pause will ich jetzt mal wieder einsteigen. Ich hab ja ein wenig &#252;ber Miroslav Volfs Exclusion &#038; Embrace gebloggt und ich komme jetzt zum zentralen Kapitel des Buchs. </em></p>
<p>Volf zeigte ja, wie im Konzept von Idenit&#228;t schon ein Moment der Gewalt steckt: man zieht einen Kreis um sich und entwirft sich als von anderen getrennt. Zusammen mit anderen Mechanismen f&#252;hrt das schnell zu mehr oder weniger subtilen Formen der Gewalt und Ausgrenzung. Auf der anderen Seite sucht Volf auch einen Ausweg aus den radikalen postmodernen Denken alá Derrida und Levinas, in dem von einer radikalen Andersartigkeit gesprochen wird. Man kann den anderen nie wirklich einholen, nie wirklich verstehen, eine Begegnung im Sinne von Buber (Stichwort: Dialog, Ich-werdung am Anderen etc.) w&#228;re in diesem Sinne schon bestenfalls ein Mi&#223;verst&#228;ndnis, m&#246;glicherweise sogar selbst ein Akt der Gewalt. Lustigerweise wird Buber im ganzen Buch nicht zitiert und dennoch weht ein Hauch von seinem Denken gerade in diesem Kapitel, nur eben dass das Projekt &#8220;Begegnung&#8221; durch die postmoderne Kritik hindurchgerettet werden soll.</p>
<p>Volf will also unter manch anderem eine Sicht von Identit&#228;t f&#246;rdern, die a) Raum in sich hat f&#252;r den Anderen b)eine echte Begegnung mit dem anderen erlaubt und c) immer noch Momente von Subjektivit&#228;t zul&#228;sst; das Subjekt also nicht v&#246;llig aufl&#246;st d) die der Kirche n&#252;tzt und der Welt dient.  Er vollzieht das einmal anhand von Begriffen und einmal anhand von einer Metapher.</p>
<p>Die Begriffe sind: katholische Person/Gemeinschaft; evangelische Pers&#246;nlichkeit und &#246;komenische Pers&#246;nlichkeit.</p>
<p><span id="more-236"></span></p>
<p>Mit katholisch (das ja erstmal nur: &#8220;das Ganze betreffend hei&#223;t&#8221;) meint er: &#8220;eine Person, die von Andersartigkeit bereichert wird; eine Person, die nur so ist, wie sie ist, weil sie verschiedene Andere [oder deren Einfluss] auf einzigartige Weise wiederspiegelt.&#8221; Ich bekomme eine Distanz zu mir, meiner Kultur, meiner Pr&#228;gung etc.; diese Distanz erzeugt einen Riss und durch diesen Riss kann der andere eintreten.  Dieser Prozess braucht eine Gemeinschaft; eine besondere Art der Gemeinschaft, die eben nicht nur durch die herk&#246;mmlichen sozialpsychologischen Mechanismen (Feindbilder, Werte, Homogenit&#228;t etc.) zusammengehalten, sondern in ihrer Verschiedenheit vom Heiligen Geist geeint ist.</p>
<p>Diese Art von Identit&#228;t braucht das Wirken des Heiligen Geistes, sie muss aus der Busse erwachsen, muss vom Evangelium geformt und in der Transformation der Welt engagiert sein. Deshalb spricht Volf von einer evangelischen Pers&#246;nlichkeit.</p>
<p>Und da dieses Engagement ein Zusammenwirken von verschiedenen Gemeinschaft braucht, spricht Volf von einer &#246;kumenischen Gemeinschaft.</p>
<p>Wie kann man sich so eine Pers&#246;nlichkeit vorstellen? Volf benutzt hierf&#252;r das Bild der Umarmung. In der Umarmung gibt es verschiedene Stadien, die immer durchlaufen werden, damit eine Umarmung eine Umarmung ist.</p>
<p><img height="271" width="216" align="left" alt="embrace300.jpg" id="image237" title="embrace300.jpg" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2009/01/embrace300.jpg" /></p>
<p><strong>Stufe 1: Arme &#246;ffnen:</strong> Also nehmen wir an zwei Individuen begegnen sich, einer beginnt damit, die Signale zu senden, die zu einer Umarmung f&#252;hren sollen. Er zeigt damit eine Sehnsucht nach dem Anderen an. Er will nicht nur er selbst bleiben, sondern aus sich heraustreten: der Andere soll Teil von ihm werden und er will Teil des Anderen sein. Die ge&#246;ffneten Arme signalisieren den Schmerz der Abwesenheit des Anderen und die Vorfreude auf seine Anwesenheit. Diese Sehnsucht r&#252;hrt daher, dass ein Mensch ja immer schon die Anderen irgenwie verinnerlicht hat und diese Abwesenheit von etwas, das im gewissen Sinne schon da ist, f&#252;hrt zu einer Spannung. Nur am Rande: diese Spannung ist bei Rob Bells Sex God bzw. Stanley Grenz, dem das Buch zugrunde liegt, das entscheidene Moment der Sexualit&#228;t: ein Hinaustreten, ein sich-aus-strecken.</p>
<p>Wenn die Arme ge&#246;ffnet werden, wird signalisiert: ich mache Raum in mir. Das ist das, was ich an anderer Stelle &#8220;innere Gastfreundschaft&#8221; genannt habe: wenn wir voll von unserer eigenen Pl&#228;nen, Gedanken und Sehns&#252;chten sind, hat der andere nie wirklich Raum; er trifft nicht auf Resonanz. Beim sinnbildlichen &#214;ffnen der Arme versuchen wir, etwas Raum in uns zu schaffen.</p>
<p><strong>2. Stufe: Warten: </strong> Eine Stufe, die man oft &#252;bersieht: da Begegnungen oft mit einer einseitigen Geste beginnen, gibt es einen Zeitraum (zwischen Sekundenbruchteilen und vielen Jahren) im Niemandsland.Wenn eine Umarmung nicht zu einer Invasion, zum Verletzen der Grenzen des Anderen werden soll, muss man warten.  Man muss &#8211; will man den anderen respektieren- die Spannung aushalten und sich damit begn&#252;ge, eine Einladung auszusprechen und zur&#252;ckzutreten.</p>
<p><strong>3. Stufe: das Schlie&#223;en der Arme: </strong>Das ist das Ziel der Umarmung: jeder ist aktiv und passiv, jeder h&#228;lt und wird gehalten, jeder ist Gast und Gastgeber. Man betritt den Bereich des Anderen und f&#252;hlt ihn und jeder muss sich pr&#228;sent und f&#252;hlbar machen. Hier herrscht perfekte Gegenseitigkeit vor. Dabei gilt es aber Verschiedenes zu beachten: man soll den Anderen nicht zu Tode dr&#252;cken, das w&#228;re ein versteckter Akt der Exklusion. Beide m&#252;ssen noch Atmen k&#246;nnen. Zum Anderen soll sich nicht einer der beiden v&#246;llig verschwiden, das w&#228;re ein Akt der Selbstzerst&#246;rung, die wiederrum die Umarmung behindert. Die Andersartigkeit des Anderen wird anerkannt und wird einem teilweise zur Bereicherung. Auf diese Weise werden beide Parteien ver&#228;ndert ohne sich jedoch v&#246;llig zu verlieren.</p>
<p><strong>4. Stufe: das &#214;ffnen der Arme:</strong> Im Christentum geht es nicht um Verschmelzung. Nein, aus zweien wird nicht eins.  Der Mensch wird nicht eins mit Gott und die Ehepartner werden nicht zu einem harmonisch-romantischen Ganzen; das Ich verschwindet nicht, es wird nur ver&#228;ndert. Wir hinterlassen Spuren und Andere hinterlassen in uns Spuren. Die Bewegung der Umarmung ist zirkul&#228;r. Das bedeutet, dass sie nie aufh&#246;rt und das &#214;ffnen der Arme im letzten Schritt signalisiert auch gleich wieder die Bereitschaft, sich auf andere einzulassen, wie wir sie im ersten Schritt gesehen haben.</p>
<p>Dies ist Volfs Bild f&#252;r alle m&#246;glichen Beziehungen und Begegnungen und es ist wie jede Theorie der Umriss f&#252;r etwas, dass im Leben und in der Gemeinschaft stattfinden muss. Man muss es ins Leben &#252;bertragen, muss dar&#252;ber Filme und Lieder und Geschichten machen, muss m&#246;glicherweise Beziehungen die man hat, daran messen und vor allem muss man die Bereitschaft lernen, sich einzulassen auf das, was uns Gott unerwartet  &#252;ber den Weg schickt.</p>
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		<title>[Exclusion &amp; Embrace] Gender Identit&#228;t 2</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Dec 2008 18:07:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Miroslav Volf teilt mit vielen Postmodernen Denkern die Emphase der Unterschiedlichkeit. Gleichheit/Identit&#228;t f&#252;hrt schnell zur Ausgrenzung und zu Totalitarismus. Deshalb kommt Volf, wie viele Theologen vor ihm, zu der Frage der Dreieinigkeit; besser gesagt zur Trinit&#228;t. Es gibt verschiedene Metaphern, wie man die Trinit&#228;t beschreiben kann. Zum einen das der Theatermasken, hinter denen sich ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Miroslav Volf teilt mit vielen Postmodernen Denkern die Emphase der Unterschiedlichkeit. Gleichheit/Identit&#228;t f&#252;hrt schnell zur Ausgrenzung und zu Totalitarismus. Deshalb kommt Volf, wie viele Theologen vor ihm, zu der Frage der Dreieinigkeit; besser gesagt zur Trinit&#228;t. Es gibt verschiedene Metaphern, wie man die Trinit&#228;t beschreiben kann. Zum einen das der Theatermasken, hinter denen sich ein und dasselbe Gesicht verbirgt. Aber in letzter Zeit kam eine alte griechische Metapher wieder in Mode, die seinerzeit Johannes von Damaskus gepr&#228;gt hat. Dies ist die Metapher des Tanzes: die 3 Personen der Dreieinigkeit tanzen umeinander und geben sich gegenseitig &#8220;die Ehre&#8221;; das hei&#223;t erst durch die Anderen werden sie, was sie sind. Es ist ein Kreislauf von gegenseitiger Selbst-Hingabe und Offenheit f&#252;r den Anderen. Der Andere Teil der Trinit&#228;t ist immer schon Teil von dem Anderen. Volf s&#252;pricht von &#8220;mutual indwelling&#8221; von gegenseitiger Innewohnung/ davon, dass alle Personen gegenseitig Teil von einander sind. Jeder empf&#228;ngt seine Identit&#228;t durch die Hingabe des Anderen und jeder gibt sich an den Anderen.</p>
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<p>Nur was kann man mit dieser komplexen Sicht von Identit&#228;t anfangen? Wie kann der Gedanke von &#8220;Selbsthingabe&#8221; und &#8220;mutual indwelling&#8221; vom Himmel auf die Erde gebracht werden? Das &#8211; so stellt Volf in genialer Weise fest &#8211; ist DIE Frage der Heilsgeschichte. Wie kann das g&#246;ttliche Leben, die g&#246;ttliche Gemeinschaft, die g&#246;ttliche Lebendigkeit und Liebe &#8220;hier unten&#8221; funktionieren? Welche Auswirkungen hat dies auf die Frage nach den Beziehungen zwischen den Geschlchtern?</p>
<p><span id="more-233"></span> <strong>Einsicht 1: Identit&#228;t in Beziehungen</strong></p>
<p>Volf redet von einer Fremdheit, die Frauen oft in der M&#228;nnerdom&#228;ne des &#246;ffentlichen Lebens sp&#252;ren; als ob sie dort nicht hingeh&#246;ren und h&#246;chstens geduldete G&#228;ste sind. M&#228;nner hingegen f&#252;hlen sich tief verunsichert in Beziehungen und Familien, weil alle feststehenden Fixpunkte jetzt problembehaftet sind. In dieser Situation ist es leicht, dass sich beide Geschlechter in irgendeiner Form zur&#252;ckziehen und &#8220;ihr eigenes S&#252;ppchen kochen&#8221;. Meistens in dem man in sich geht und dort sich seines Frauseins/Mannseins vergewisert. Oder wie ich hinzuf&#252;gen w&#252;rde indem man in Enklaven der sogenannten M&#228;nnlichkeit und Weiblichkeit flieht: Ein M&#228;delsabend bei Wein und Dr. House und hysterischen Witzeleien &#252;ber die jweiligen Partner oder ein M&#228;nerabend bei Bier und Fu&#223;ball mit Fleisch, das man am besten fellbehangen selbst im Wald erlegt hat. Soetwas mag therapeutischen Wert haben aber f&#246;rdert oft kleine Ideologien der &#220;berlegenheit. Ohne in Beziehung zu stehen l&#228;sst sich also die Geschlechtlichkeit nicht aushandeln. Wir sind nur insofern m&#228;nnlich und weiblich insofern es einen Anderen gibt, der jeweils nicht-m&#228;nnlich und nicht-weiblich ist.</p>
<p><strong>Erkenntnis 2: Nicht-ohne-den Anderen:</strong></p>
<p>1.Korinther 11:11: &#8220;Denn weder ist die Frau ohne den Mann noch der Mann ohne die Frau, denn so wie die Frau von dem Mann kam, so kam der Mann durch die Frau&#8221;. Diese Formulierung durchbricht die rein feministischen oder sexistischen Formulierungen, in dem a) die Beziehung au&#223;er Acht gelassen wird und b) in irgendeiner Form eines der Geschlechter bevorzugt wird. Au&#223;erdem schlie&#223;t die Formulierung sehr nett an das an, was wir &#252;ber die Trinit&#228;t glauben; das n&#228;mlich der Sohn &#8220;nichts ist ohne den Vater&#8221; und der Vater erst zum Vater wird, weil er einen Sohn hat. Die Identi&#228;t des einen ist undenkbar  ohne die Anwesenheit des Anderen. Man findet hier eine M&#246;glichkeit, Differenzen stehen zu lassen und dennoch diese nicht statisch zu Klischees oder versteckten Dominanzmechanismen verkommen zu lassen. &#8220;Der eine nicht ohne den Anderen&#8221; ist etwas anderes als &#8220;weder der eine, noch der Andere&#8221; was eine Geschlechtslosigkeit konstruieren w&#252;rde oder &#8220;sowohl der eine als auch der andere&#8221; was eine Synthese alá &#8220;best of both worlds&#8221; schaffen will. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern lassen sich nicht aufheben, aber ein Geschlecht ist jeweils im anderen Geschlecht anwesend.</p>
<p><strong>Erkenntnis 3: Selbsthingabe nicht Selbstaufl&#246;sung:</strong></p>
<p>Wenn man &#252;ber Beziehung, Hingabe und Liebe redet, ist es leicht in einen radikalen Altruismus zu fallen (man denke an Levinas), in dem das Selbst sich v&#246;llig f&#252;r den Anderen verzehrt. Dies ist oft eine Konzeption, die dem Patriarchat in die H&#228;nde spielt, da es nun oft die Frau ist, die sich da verzehrt und die sich selbst bereitwillig zur&#252;ckstellt. Und zurecht insinstiert man darauf, dass der Einzelne aus der Besch&#228;ftigung mit sich selbst hinauskommen muss (diese Bewegung nennt Stanley Grenz schon Sexualit&#228;t) und sich um den Anderen k&#252;mmern muss. Au&#223;erdem macht man Raum f&#252;r den Anderen, der dann in dem eigenen Selbst seinen Platz finden kann. Aber der andere bleibt immer der Andere und wird nicht v&#246;llig in das Selbst hineingezogen; er entzieht sich meinen Kategorien, meinen Begriffen und meinen Urteilen. Aber dennoch verschwinde ich nicht v&#246;llig im Anderen. Diese Liebe des Anderen kommt auf mich zur&#252;ck und st&#228;rkt mich in meiner Identit&#228;t und diese Liebe l&#228;sst mir Raum.  Volf zitiert hier Luce Irigary, die schreibt: &#8220;Wenn du dich zur&#252;ckziehst, offenbahrt das meine Existenz und mein Zur&#252;ckweichen ist dir gewidmet.&#8221;</p>
<p><strong>Zusammenfasung:</strong></p>
<p>Volf beginnt und endet mit einem Nietzsche Zitat. Wir sehen darin die traditionelle Anschauung von den Geschlechterbeziehungen wonach der Mann die F&#252;lle ist und die Frau der Mangel. Der Mann ist der Sch&#246;pfer, Erl&#246;ser und der Befehlshaber. Die Frau ist das Chaos, das nach einer ordnenden Hand schreit, sie ist die S&#252;ndhaftigkeit, die nach Erl&#246;sung schreit, sie ist die Irrationalit&#228;t, die sich nach Befehlen sehnt. Doch Volf zeichnet einen Rahmen, der verspricht, dass die Geschlechter hier anders gef&#252;llt werden:</p>
<p>1. Der Mensch existiert in einer nicht zu reduzierenden Dualit&#228;t der Geschlechter, die beide die selbe W&#252;rde haben. Beide Geschlechter sind sowohl F&#252;lle als auch Mangel, beide verf&#252;gen und beide f&#252;gen sich.</p>
<p>2. Die Konstruktion der Geschlechter auf der Basis der K&#246;rper geht beidseitig vonstatten. Beide sind Sch&#246;pfer und Erl&#246;ser des Anderen.</p>
<p>3. Die Identit&#228;t des Einen ist nie ohne des Anderen. Der eine ist immer schon Teil des Anderen.</p>
<p>4. All dies wird am Leben gehalten durch die sich selbst gebende Liebe. Das Ziel dieser ist immer die Gegenseitigkeit der Liebe aber in dieser unperfekten Welt braucht es oft einen einseitigen Akt der Selbsthingabe.</p>
<p>5. Das Model des Zieles der menschlichen Gemeinschaft ist der ewige Tanz, der Kreislauf der Trinit&#228;t. Das Model f&#252;r den schweirigen Weg dorthin ist Jesu Umarmung der s&#252;ndigen Menschheit am Kreuz (dazu sp&#228;ter mehr).</p>
<p>Nietzsche behauptete, <strike>dass die Frau aus der Rippe des Mannes stammte</strike> dass der Mann aus der Rippe seines Gottes erschuf. Volf versuchte auszuloten, was es hei&#223;t, wenn die gegenseitige &#8220;Erschaffung&#8221; von Mann und Frau auss&#228;he, wenn wir glauben, dass wir aus der &#8220;Rippe&#8221; des Dreieinigen Gottes und aus der &#8220;verwundeten Seite des Gekreuzigten&#8221; stammten.</p>
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		<title>[Exlusion &amp; Embrace] Gender Identit&#228;t 1</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Dec 2008 13:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Ok um jetzt etwas zu der Feminismus Debatte beitragen zu k&#246;nnen, verschiebe ich Volfs absolut zentralen Kapitel &#252;ber Identit&#228;t und Umarmung und gehe gleich in das Gender Kapitel. Dieses hat eine zentrale Stelle in seinen Buch und erh&#228;lt somit mehr Raum als die Fragen nach Gewalt und Gewaltlosigkeit, was ja schonmal ein Statement f&#252;r sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ok um jetzt etwas zu der Feminismus Debatte beitragen zu k&#246;nnen, verschiebe ich Volfs absolut zentralen Kapitel &#252;ber Identit&#228;t und Umarmung und gehe gleich in das Gender Kapitel. Dieses hat eine zentrale Stelle in seinen Buch und erh&#228;lt somit mehr Raum als die Fragen nach Gewalt und Gewaltlosigkeit, was ja schonmal ein Statement f&#252;r sich ist.</p>
<p>Er beginnt mit einem Nietzsche Zitat: &#8220;Der Mann erschuf die Frau &#8211; woraus? &#8211; Aus der Rippe seines Gottes, seines Ideals.&#8221;.</p>
<p>Das ist eine clevere Umkehrung der Genesis Geschichte und enth&#228;lt viel Wahres: Frausein ist ein kulturelles Konstrukt, das nicht selten als Gegenst&#252;ck zum Mannsein konstruiert ist: &#8220;Hinter jedem gro&#223;en Mann steht eine treusorgende Hausfrau&#8221;. Die Frau wird zur Antithese des Mannes. Gerade in christlichen Kreisen hat man ja solche Klischees: der Mann ist auf Sex aus, die Frau auf Beziehung; die Frau verkraftet eine Trennung schlechter als der Mann; deshalb ist die chrstl. Sexualmoral vor allem zum Schutz der Frau da blablabla.</p>
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<p>Was macht jetzt Volf. Zuerst untersucht er Ans&#228;tze, (klassiche und feministische) <em>wahres</em> Mann- und Frausein aus der Natur Gottes herzuleiten. Dann utnersucht er den K&#246;rper und die Bibel auf verschiedene Ans&#228;tze zur Genderfrage und kommt schlie&#223;lich auf ein Konzept, dass die Diskussion weiterbringen kann als ein blo&#223;es: &#8220;Die Frau muss aus den Ketten der Unterdr&#252;ckung befreit werden&#8221; oder &#8220;Wir brauchen ein biblisches Verst&#228;ndnis von Mann- und Frausein&#8221;.  Ok, ich versuchs so weit wie m&#246;glich herunterzubrechen. Here we go.</p>
<p><span id="more-232"></span></p>
<p>Zun&#228;chst also die Frage, ob wir aus der Natur Gottes etwas lernen k&#246;nnen, was Mannsein und Frausein bedeutet. Man geht dann oft so vor, dass man nach weiblichen Metaphern f&#252;r Gott sucht (zum beispiel: Gott ist die s&#228;ugende, f&#252;rsorgliche Mutter in Jesaja), der n&#228;chste Schritt w&#228;re vielleicht, zu entdecken, dass ein mitglied der Dreieinigkeit (prominent w&#228;re da der Heilige Geist) vielleicht doch eher weiblich ist. Vielleicht gilt es aber auch nur die Personalpronomen zu &#228;ndern; denn die Logik ist einfach: wenn Gott m&#228;nnlich ist, dann ist der Mann g&#246;ttlich. Diese Konstruktionen k&#246;nnen tats&#228;chlich eine Hilfe sein, wenn es um die Frage der Gleichwertigkeit geht; aber Volf will mehr; er stellt die Frage: was bedeutet das? Frausein und Mannsein? Und genau hier hilft uns die Natur Gottes zun&#228;chst nicht weiter. Gott ist geschlechtslos, nur unsere Rede &#252;ber Gott muss notwendigerweise geschlechtlich sein. Wir sagen &#8220;der Bus&#8221; ohne damit zu verbinden, dass der Bus m&#228;nnlich w&#228;re. Im Altgriechischen ist eins der zenbtralen Werte f&#252;r die Kriegerkaste (&#8220;he andreia&#8221; &#8211; die Tapferkeit) rein grammatiklaisch weiblich. Juhu, k&#246;nnte man jetzt schreien. Ein Zeichen f&#252;r die Fortschrittlichkeit der Griechen? Nein, denn wenn man genau hinguckt sieht man, dass der Wortstamm von &#8220;aner&#8221; &#8211; der Mann abstammt. Will sagen: grammatikalische Konstrukte sind nicht tief mit der Vorstellungswelt verbunden. Und dar&#252;ber hinaus:<br />
<strong>erste Erkenntnis: Gott ist kein Modell f&#252;r unsere geschlechtliche Identit&#228;t. Er ist ein Modell f&#252;r unser gemeinsames Menschsein, nicht ein Modell f&#252;r unser spezifisches Frausein oder Mannsein. </strong></p>
<p>Nat&#252;rlich kann man bestimmte kulturelle Konstellationen einfrieren und durch einen geschickten Move dann von Gott herleiten wollen. Wo das passiert, muss es dekonstruiert werden.</p>
<p>B)die Bibel<br />
Ok, also wir k&#246;nnen den Inhalt der Gender Identit&#228;t nicht von Gottes Natur ablesen. Aber wir haben doch die Bibel und die ist doch in allen Fragen erste Autorit&#228;t, oder? Lasst uns in die Bibel gucken und daraus Modelle f&#252;r das Mann- und Frausein ableiten: Abraham, David, Ruth, Esther, nicht zuletzt Jesus. Oder: alles Stellen &#252;bers Mann- und Frausein zusammentragen und daraus eine Formulierung f&#252;r biblisches Mannsein und biblisches Frausein ableiten. Das Problem daran ist: es geht in der Bibel gar nicht um die Frage, was ein allgemeines Frau- und Mannsein bedeutet k&#246;nnte. Die Bibel macht keine Aussage dar&#252;ber, wie Frau- und Mannsein zu allen Zeiten, in jeder Situation funktionieren k&#246;nnte. Diese Frage ist ihr fremd. Es geht um konkrete Geschichten von konkreten Menschen in konkreten Situationen; es geht um &#8220;kulturell bedingte Beispiele nicht um g&#246;ttlich sanktionierte Modelle&#8221;.</p>
<p>Also <strong>Erkenntnis 2: Der Bibel ist unsere Fragestellung nach dem Inhalt von Weiblichkeit und M&#228;nnlichkeit fremd. </strong><br />
C) VK&#246;rperlichkeit:</p>
<p>In der Sch&#246;pfungsgeschichte ist die M&#228;nnlichkeit und Weiblichkeit kein Apsekt, den wir mit Gott gemein haben, sondern ein Aspekt, den wir mit den Tieren gemein haben. Hier greift er die ber&#252;hmte Unterscheidung zwischen Sex und Gender auf. Sex ist das biologische Geschlecht; unser K&#246;rper platt gesagt. Gender ist das soziale Geschlecht: bestimmte Rollenbilder, Geschichten &#252;ber die Geschlechter, Adjektive, die man ihnen zuweisen will, soziale und politische Verh&#228;ltnisse etc. Man k&#246;nnte sagen: Gender ist relativ im Flu&#223; und Sex relativ stabil (naja, w&#252;rde ich einwenden; weil man so das Problem von Transsexualit&#228;t ausl&#228;sst, aber gut). Volf sieht den geschlechtlichen K&#246;rper als Wurzel und als Grenze der Genderdebatte. Grenze, weil der sexualisierte K&#246;rper die Markierung der Differenz ist. Er spricht von Wurzel und nicht von Inhalt: der K&#246;rper bestimmt nicht den Inhalt des Gender Identit&#228;t; wie wenn man zB sagen w&#252;rde: die Brust der Frau ist ein Zeichen f&#252;r das Bed&#252;rfnis der Frau, Mutter zu sein und dort ihre Erf&#252;llung zu finden. Nein, er sagt er, aber der K&#246;rper ist die Wurzel der Gecschlechterdifferenz; diese wiederrum wird sozial geformt, ausgehandelt, neu verhandelt.</p>
<p>Es gibt auf der einen Seite diese Differenz, aber es gibt keine Essenz: kein ewiges Urbild des Mannes, keine Frau-an-sich. Das bedeutet aber auch, dass neimand von uns im luftleeren Raum lebt. Wir alle leben nach bestimmte Rollenvorstellungen; diese wurden erfunden und k&#246;nnen jederzeit neu erfunden werden. Wir leben in Kraftfeldern sozusagen.</p>
<p><strong>Erkenntnis 3: Die Geschlechterdifferenz hat ihre Wurzel in der K&#246;rperlichkeit. Alles was &#252;ber das rein k&#246;rperliche hinausgeht (Rollen, Modelle, Akzentuierungen) wird sozial vermittelt. </strong><br />
Es geht Volf nicht um die Frage, was die zeitlose Definition der Geschlechter sind, sondern um die Frage: auf welche Art und Weise sollen die Rollen ausgehandelt werden? Welchen Beitrag kann die christliche Theologie zu der Debatte geben? Wie kann man die Fragen nach einer in sich geschlossenen Identit&#228;t hinter sich lassen und zu der Frage gelangen: wie kann man gesunde Beziehungen leben?</p>
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		<item>
		<title>[Exlusion &amp; Embrace] eine zweischneidige Befreiung</title>
		<link>http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2008/12/02/exlusion-embrace-eine-zweischneidige-befreiung/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 23:27:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich &#252;berspringe mal fluchs wichtige Kapitel in Miroslav Volfs Buch &#8220;Exclusion &#038; Embrace&#8221;, um an das Emergent Forum in Erlangen letztes Wochenende anzukn&#252;pfen. Besonders weil ich glaube, dass Miroslav Volf uns DIE Metapher an die Hand gibt, um aus einer neuen Sicht &#252;ber &#8220;Gleichberechtigung&#8221; etc. zu sprechen.
[EDIT:]Das krieg ich auch k&#252;rzer hin: Miroslav Volf hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich &#252;berspringe mal fluchs wichtige Kapitel in Miroslav Volfs Buch &#8220;Exclusion &#038; Embrace&#8221;, um an das Emergent Forum in Erlangen letztes Wochenende anzukn&#252;pfen. Besonders weil ich glaube, dass Miroslav Volf uns DIE Metapher an die Hand gibt, um aus einer neuen Sicht &#252;ber &#8220;Gleichberechtigung&#8221; etc. zu sprechen.</em></p>
<p>[EDIT:]Das krieg ich auch k&#252;rzer hin: Miroslav Volf hat ein Problem mit der Metapher der Befreieung, die die Hauptkategorie ist, in der die letzten Jahre explizit oder bei konservativen eher implizit Sozialtheologie betrieben wurde.</p>
<p>Befreiung ist die Negation von Unterdr&#252;ckung; das Sprengen der Fesseln sozusagen. Alles, was gegen Unterdr&#252;ckung gerichtet ist, z&#228;hlt als Befreieung. Zust&#228;nde, die die Unterdr&#252;ckung beenden z&#228;hlen als &#8220;Freiheit&#8221;. Dabei wird aber auch ein T&#228;ter-Opfer Schema produziert, welches in echten Konfliktf&#228;llen nur selten Berechtigung hat. Ja, meistens hat &#8220;irgendwer angefangen&#8221;. Aber umso l&#228;nger der Konflikt geht, umso schwieriger ist es, von unschuldigen Opfern und grausamen T&#228;tern zu sprechen. Selbst wenn es Konflikte gab, in denen man eindeutig T&#228;ter und Opfer ausmachen konnte, &#228;ndern sich, nachdem die T&#228;ter besiegt werden oft die Rollen. Volf unterscheidet zwischen T&#228;ter und Opfer als Kategorie, diese m&#252;ssen weiterhin verwendet werden und zwischen T&#228;ter und Opfer als Schema, dieses ist meist wenig hilfreich.</p>
<p>Dieses Schema f&#252;hrt zu ideologischer Verblendung, da man ja einen gerechten Kampf k&#228;mpft ist man nicht mehr f&#228;ihg, sich in die andere Partei hineinzuversetzen. Zum Anderen wird die Opfer Seite entm&#252;ndigt; sie wird sehr passiv gedacht.</p>
<p>Deshalb pl&#228;diert Volf daf&#252;r, Befreieung als Schema zu ersetzen mit der Metapher der Umarmung. Au&#223;erdem soll Freiheit als finales Ziel von sozialer Theologie ersetzt werden durch das Ziel &#8220;Liebe&#8221;.<br />
[Es folgt die l&#228;ngere, urspr&#252;ngliche Variante]<br />
<span id="more-230"></span></p>
<p>Es geht Miroslav Volf ja darum, dass Evangelium umfassend zu verstehen; es also auf alle verschiedenstm&#246;gliche Kontexte anzuwenden und auch seine Erfahrungen aus den Balkankriegen miteinzubeziehen.</p>
<p><img height="173" align="left" width="150" alt="befreiung-berlin-reichstag-1945.jpg" id="image229" title="befreiung-berlin-reichstag-1945.jpg" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2008/12/befreiung-berlin-reichstag-1945.jpg" /><br />
Er sagt, wenn wir Exklusion &#252;berwinden wollen (und das probieren wir ja mit <a href="http://ekkaleo.de/2008-12/emergenter-forumstag-zwischen-gleichberechtigung-und-reich-gottes-tag-2/">Emergent Deutschland</a>), greifen 2 Konzepte zu kurz: zum einen Inklusion (das muss an anderer Stelle ausbuchstabiert werden) zum anderen Befreiung.</p>
<p>Die Befreiungsmetapher wird explizit in der Befreiungstheologie aber auch etwas versteckter bei konservativen Sozialtheologien angewandt.</p>
<p>Hinter dieser Metapher stecken nat&#252;rlich bestimmte Konzepte von &#8220;Freiheit&#8221;. Zum Beispiel eine liberale Fassung: &#8220;Alle Menschen sind frei und gleichwertig; sie sollen ihre Interessen verfolgen und ihre Pers&#246;nlichkeit entwickeln k&#246;nnen. Dieses Recht darf man ihnen nicht wegnehmen es sei denn, sie verfolgen ihre Interessen auf Kosten anderer. Wenn diese Freiheit verwehrt wird (egal ob im totalit&#228;ren Staat oder von einer dominanten Kultur), sprechen wir von Unterdr&#252;ckung. Wenn die Ketten dieser Unterdr&#252;ckung gesprengt werden, reden wir von Befreiung.&#8221;</p>
<p>Eine andere Tradition fragt eher: &#8220;Was n&#252;tzt mir denn die Freiheit, zu tun was ich will, wenn ich nichts zu essen auf dem Tisch habe? Was n&#252;tzt es mir, meine Pers&#246;nlichkeit entfalten zu k&#246;nnen, wenn ich den ganzen Tag arbeiten muss und am Ende des Tages keine Kraft habe, irgendwie kreativ zu sein?&#8221;Die sozialistische Tradition (hier fasst &#252;brigens Volf erstmal nur Charles Taylor zusammen) erkl&#228;rt also die liberale Tradtion f&#252;r leer. Freiheit als Freiheit von &#228;u&#223;eren Zw&#228;ngen ist zu wenig. Echte Freiheit ist die F&#228;higkeit, sein Leben in W&#252;rde leben zu k&#246;nnen. Solange manche in Armut leben w&#228;hrend andere reich sind und ihre Pers&#246;nlichkeit entfalten k&#246;nnen, sprechen wir von Unterdr&#252;ckung. Wenn diese Strukturen ersetzt werden, so dass Menschen aufrecht stehen k&#246;nnen und ihr eigenes Leben leben k&#246;nnen reden wir von Befreiung.</p>
<p>Beide Projekte, das liberale und das sozialistische, operiert also mit den Kategorien &#8220;Unterdr&#252;ckung&#8221; und &#8220;Befreiung&#8221;. Unterdr&#252;ckung ist das Negative, das bek&#228;mpft wird; Befreiung ist die Negation der Unterdr&#252;ckung und Freiheit dann das daraus resultierende positive.</p>
<p>Sobald man allerdings beginnt, diese Kategorien, auf konkrete Konfliktfelder anzuwenden, konstruiert man &#8220;den gerechten Kampf&#8221;. Wenn eine Partei der Unterdr&#252;cker ist, eine andere das Opfer, folgt daraus zwingend eine Art heiliger Krieg. Diese Kategorien sind f&#252;r den kampf gemacht, nicht f&#252;r Verhandlungen oder dem Feiern. Nat&#252;rlich verliert bei Volf die Kategorie nicht an Bedeutung: Ja, es gibt Situationen, in denen man konkrete Opfer und T&#228;ter ausmachen kann; aber diese Kategorie darf nicht zu einem Schema werden.</p>
<p><img height="161" align="left" width="243" title="controlalt.jpg" id="image231" alt="controlalt.jpg" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2008/12/controlalt.jpg" /> Das Problem mit dem Schema ist zu einem nat&#252;rlich die Tendenz, eine der beiden Seiten als passiv zu konstruieren; so dass diesen ihr Status als Handelnde abgesprochen wird. Zum anderen sind Konflikte meistens kompliziert. Wer will das Chaos eines langandauernden Konfliktes, wie in Pal&#228;stina, denn entwirren? Mal scheint die eine Partei unschuldig, mal die Andere. Da man selten ein unschuldiges Opfer findet (besonders in langandauernden Konflikten) wird man entweder sein Engagement zur&#252;ckziehen (und somit die st&#228;rkere Partei unterst&#252;tzen) oder ein klares schwarz-wei&#223; Bild malen.</p>
<p>Aber selbst wenn es eine eindeutig gute und eine eindeutig schuldige Seite gibt (wie im Falle des zweiten Weltkrieges), was passiert, wenn &#8220;die Guten gewinnen&#8221;? Zeigen nicht viele Beispiele in der Geschichte, dass langsam ein Prozess des Rollentausches einsetzt und die Befreier schnell zu Unterdr&#252;ckern werden?</p>
<p>Deshalb ist die Metapher der Befreiung (auch wenn das Konzept selbst immer wieder ben&#246;tigt wird) letztlich nicht ausreichend, um &#252;ber sozio-kulturelle Konflikte zu reden. Letzlich, so Volf, ist nichteinmal &#8220;Freiheit&#8221; ein geeignetes finales Ziel von sozialer Theologie. Wir erhoffen nicht das Reich der Freheit, sondern das Reich Gottes, dass das Reich der Liebe ist. Wenn man Liebe als Priorit&#228;t setzt, hei&#223;t es aber nicht, dass das grunds&#228;tliche Projekt der Befreiung beendet wird. Der Gott Israels ist ein Gott, der die stummen Schreie der Ohnm&#228;chtigen h&#246;rt; ein Gott, der befreit. Aber es bedeutet, dass Projekt der Befreiung von ideologischen Tendenzen zu befreien, die die Feindschaften zwischen den sozialen &#8220;Agenten&#8221; nur verl&#228;ngert. Was wir brauchen, ist eine Theologie der Umarmung.</p>
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