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	<title>Failing Forward &#187; Allgemein</title>
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	<description>Der Blog von Arne</description>
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		<title>Die Emerging Conversation als Rhizom oder: vom Kuchen, vom Baum und vom Ingwer</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 17:48:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Anschlu&#223; an den letzten kurzen Gedanken noch ein weiterer Nachklapp:
Wer beim ersten Emergent Forum in Erlangen dabei war, kann sich vielleicht an einen Vortrag errinern, in dem Brian McLaren folgendes Bild benutzt hat: die EC ist nicht wie das oft gedacht wird, ein &#8220;St&#252;ck vom Kuchen&#8221;: es gibt den Kuchen, den wir Denominationen nennen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Anschlu&#223; an den letzten kurzen Gedanken noch ein weiterer Nachklapp:</p>
<p>Wer beim ersten Emergent Forum in Erlangen dabei war, kann sich vielleicht an einen Vortrag errinern, in dem Brian McLaren folgendes Bild benutzt hat: die EC ist nicht wie das oft gedacht wird, ein &#8220;St&#252;ck vom Kuchen&#8221;: es gibt den Kuchen, den wir Denominationen nennen, ein Teil ist charismatisch, ein Teil ist katholisch, ein Teil evangelisch.  Nun ist die EC exakt KEIN Teil vom Kuchen im Sinne einer neuen Denomination. So weit so gut. Nun hat McLaren das problematische Bild durch ein anderes Bild ersetzt: die EC ist wie ein Jahresring im Baumstamm. Der &#228;u&#223;erste Ring umfasst quasi &#8220;alle St&#252;cke des Kuchens&#8221; aka alle Denominationen und er bezeichnet den progressiven Teil der verschiedenen Kirchen, die sich j&#252;ngst mit ihrer Umwelt auseinandergesetzt haben. Warum ist dieses Bild nicht gut?</p>
<p>a) es h&#246;rt sich unmittelbar nach Avantgarde Denken an: ok, wir, die wir an der EC teilhaben, sind Teil des neuesten Trends, sind Teil der Progressive im Gegensatz zu all den reaktion&#228;ren, alten Baumelementen.</p>
<p>b) Es verk&#252;rzt stark die Unterschiede zwischen den Kontexten: ich glaube tats&#228;chlich nicht, dass die in der EC bisher diskutierten Erkl&#228;rungsmuster und selbst die Fragen, die aufgeworfen werden in jeden Kontext relevant sind. Ein progressiver s&#252;damerikanische Katholik diskutiert mit Sicherheit andere Themen als ein progressiver indonesischer Pfingstler. Und umgekehrt: nicht alles, was in der EC stattfindet soll unbedingt neu und progressiv sein.</p>
<p>c) es ist ein zu harmonisches, rundes Bild: ein Baum der w&#228;chst, ist ein Bild, dass ja geradezu f&#252;r Stabilit&#228;t, Zentralisierung, ja sogar Harmonie steht. Ich glaube, dieses Bild untersch&#228;tzt den dynamischen, nicht so leicht fa&#223;baren Charakter des Reiches Gottes.</p>
<p>Schon andere vor mir haben ein besseres Bild verwendet, ein Bild, dass ganz nahe an den Begriff der Emergenz r&#252;ckt: das Bild des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rhizom_%28Philosophie%29">Rhizomes</a>. Ein Rhizom ist ein Wurzelgew&#228;chs wie der Ingwer. Durch Gilles Deleuze wurde dieser Begriff in die Philosophie und Kulturwissenschaft eingef&#252;hrt. Deleuze schreibt besonders gegen die Baumlogik in den Wissenschaften an: zB in der Musik: es gibt Wurzeln einer bestimmten Musikrichtung, dann gibt es einen stabilisierenden Stamm und dann verschiedene sich immer weiter verzweigende &#196;ste (aus Gospel zweigt sich Soul ab und darauf mit anderen Einfl&#252;ssen R&#8217;n'B etc.).</p>
<p>Dagegen funktioniert ein Rhizom anders: ein Pflanze, die rhizomorph ist ist durch ein unterirdisches, hoch-vernetztes Netzwerk verkn&#252;pft. In diesen Netzwerk ist kein wahres Zentrum auszumachen. Die Pflanze bricht &#8220;chaotisch&#8221; an einer vorher nicht zu bestimmenden Stelle an die Oberfl&#228;che. Je nach Situation kann sich die Pfalnze wie ein isoliertes, unabh&#228;ngiges Lebewesen verhalten oder im Verbund mit allen vernetzten Teilen agieren. Ein rhizom ist hochdynamisch, ist auf Vielheit und Vernetzung angelegt, chaotisch, komplex, nicht steuerbar, hochsensibel gegen&#252;ber der Umwelt, flexibel und kann selbst weiter wachsen, wenn einige Verbindungen zerst&#246;rt werden.</p>
<p>Dieses Bild scheint mir in mehrfahcer Hinsicht f&#252;r die EC interessant zu sein: a) das was bei den Treffen stattfinden soll, l&#228;sst sich vielleicht mit dieser Logik erkl&#228;ren: recht wenig zentraler Steuerung, recht viel Raum f&#252;r etwas Entstehendes</p>
<p>b) es gibt Verusche aus England so die Dynamik von emergenten Kirchen zu fassen (vA bei Kester Brewin und Christian Raschke)</p>
<p>und der wesentliche Punkt: c) vielleicht ist das Reich Gottes und Gottes Handeln in der Welt gut so zu beschreiben (wie ja einige Gleichnisse anzudeuten scheinen): es ist wenig berechenbar, wenig steuerbar und oft unscheinbar; es ist schweirig ein festes Zentrum auszumachen und ist zugleich regional und global. Das, was uns isoliert und voneinander getrennt erscheint, ist unter der Oberfl&#228;che verbunden. In dieser Sicht w&#228;re die Emerging Conversation zugleich ein Ort von Gottes Wirken (hoffentlich); aber mehr noch ein Ort, an dem, was unthematisch und chaotisch passiert, thematisiert wird und ein Ort, wo das, was nebeneinander und scheinbar getrennt voneinander passiert, verkn&#252;pft werden kann.  Ein Ort, wo F&#228;den zusammenlaufe nur um sofort wieder auseinanderzulaufen.<a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/06/rhizome_example.png"><img class="size-medium wp-image-300 alignright" title="rhizome_example" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/06/rhizome_example-300x296.png" alt="" width="300" height="296" /></a></p>
<p>Es ist nicht der neueste Schrei. &#8220;Denn wenn die Leute sagen werden: hier ist das Reich Gottes oder da ist das Reich Gottes, so glaubt ihenen nicht!&#8221;. Deutschland hatte zu viele &#8220;apostolische&#8221; Erweckungsbewegungen, die sich f&#252;r das neue gro&#223;e Ding hielten. Die Logik der EC ist eine v&#246;llig andere.  Es ist die Logik, in der Zentralisierung nur den Zweck hat, dezentrales und heterogenes zu verkn&#252;pfen. Es ist die Logik des Mosaiks oder der Collage, in der das, was eigentlich nicht zusammengeh&#246;rt in einen Zusammenhang gebracht wird. Deshalb ist es so schwierig zu sagen, was die EC eigentlich gebracht hat. Wenn man sieht, dass sich an den Bibelschulen zB die Lehrpl&#228;ne etwas zu &#228;ndern scheinen, das Fragen wie nach Sozialer Gerechtigkeit usw. auf die Tagesordnung kommen, wenn man sieht, dass sich das Bild von Gemeinde in verschiedenen Kontexten total zu &#228;ndern scheint hin zu einem Verst&#228;ndnis von Gemeinde, die grob gesagt f&#252;r andere da ist, wenn man sieht, dass nach neuen Ausdrucksformen und nach neuen Formulierungen des Glaubens gerungen wird, dann w&#228;re es vermessen zu sagen, das h&#228;tte die EC ausgel&#246;st. Vielleicht ist die EC Teil von Ver&#228;nderungen, die unter der Oberfl&#228;chte passieren; vielleicht ist sie auch schon eine Folge dieser Ver&#228;nderungen, vielleicht ist sie aber auch f&#252;r manche ein Motor dieser Ver&#228;nderungen. Das einzige, dass die EC auszeichnet, ist, dass sie manche dieser Ver&#228;nderungen (denn nie w&#228;re es m&#246;glich, alles was passiert, und alle Arten wie Gott in der Welt handelt konkret zu thematisieren) thematisiert, anspricht, und verkn&#252;pft.</p>
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		<title>Die Emerging Conversation als &#8220;schwache Bewegung&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 16:36:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit gab es die Diskussion, ob die Emerging Conversation eigentlich eine B ewegung sei. Wenn man nat&#252;rlich die EC mit den starken Anspr&#252;uchen von charismatischen Gro&#223;bewegungen vergleicht, die sich gerne als Gottes entscheidender Move, als ausgew&#228;hlte Generation, als Retter der Christenheit sehen, so scheint die Frage berechtigt. Aber auf der anderen Seite scheint [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit gab es die Diskussion, ob die Emerging Conversation eigentlich eine B ewegung sei. Wenn man nat&#252;rlich die EC mit den starken Anspr&#252;uchen von charismatischen Gro&#223;bewegungen vergleicht, die sich gerne als Gottes entscheidender Move, als ausgew&#228;hlte Generation, als Retter der Christenheit sehen, so scheint die Frage berechtigt. Aber auf der anderen Seite scheint es nicht von der Hand zu weisen, dass die EC auch so etwas wie Strukturen in Deutschland entwickelt.</p>
<p>Ich w&#252;rde vorschlagen, die EC in Anschlu&#223; an Gianni Vattimo eine &#8220;schwache Bewegung&#8221; nennen. Vattimo vertrat seinerzeit ein sogenanntes &#8220;schwaches Denken&#8221;, ein Denken, dass sich vom bisherigen philosophischen Denken abgrenzte, weil es nicht unbedingt von sich &#252;berzeugt war. Weil es nicht Recht behalten wollte. In Analogie dazu k&#246;nnte man die EC als eine Beweung chrakterisieren, die zwar etwas will, aber nicht v&#246;llig von sich &#252;berzeugt ist. In der EC wird das f&#252;r einen Moment zentralisiert, was eigentlich nicht zu zentralisieren ist: n&#228;mlich das Mosaik, dass Menschen und Gruppen bilden, die in ihrem speziellen Kontext m&#246;glicherweise  von Gottes Geist ergriffen m&#246;glicherweise Reich Gottes erleben und daran vielleicht Anteil haben.  Die Logik der EC ist das voneinander lernen, das Verkn&#252;pfen und das Raum geben. Es geht nicht darum, etwas modellhaft vorzugeben, was dann in anderen Kontexten einfach so funktioniert. Passt das eurer Meinung nach?</p>
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		<title>Umweg II &#8211; Der Gott, der da sein k&#246;nnte</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 18:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Um nochmal meiner Vorliebe von etwas gewagten Aussagen &#252;ber Gott zu fr&#246;nen, die am Rande der Nichts-sagenden Reihe auftauchen, hier noch eine &#220;berlegung, die f&#252;r den Philosophen, Literaten und gelernten Schauspieler aus Irland, Richard Kearney bestimmend ist. Es beginnt mit einer Frage:
H&#228;tte Jesaja &#8220;nein&#8221; sagen k&#246;nnen, als Gott ihn fragte, ob er f&#252;r ihn Zeuge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um nochmal meiner Vorliebe von etwas gewagten Aussagen &#252;ber Gott zu fr&#246;nen, die am Rande der Nichts-sagenden Reihe auftauchen, hier noch eine &#220;berlegung, die f&#252;r den Philosophen, Literaten und gelernten Schauspieler aus Irland, Richard Kearney bestimmend ist. Es beginnt mit einer Frage:</p>
<p>H&#228;tte Jesaja &#8220;nein&#8221; sagen k&#246;nnen, als Gott ihn fragte, ob er f&#252;r ihn Zeuge sein wolle? H&#228;tte Maria &#8220;nein&#8221; sagen k&#246;nnen, als sie Jesus in die Welt tragen sollte? <a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/02/85525696.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-287" title="L&#246;wenzahn" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/02/85525696-284x300.jpg" alt="" width="284" height="300" /></a>F&#252;r Richard Kearney ist das genau die Art &#252;ber Gott zu denken: Gott setzt sich auf&#8217;s Spiel, Gott braucht uns in gewisser Weise, damit &#8220;Sein name geheiligt&#8221; und &#8220;sein Reich kommen&#8221; kann.</p>
<p>&#8220;Gott braucht uns, um in der Welt Fleisch zu werden &#8211; Gott, der die bedingungslose Liebe, die Gerechtigkeit, eine Einladung, ein Ruf, eine Bitte und eine Verhei&#223;ung f&#252;r uns ist. Aber wenn wir keine Ohren zu h&#246;ren, keine Augen zu sehen haben, um auf diesen Ruf zu reagieren, wie Maria und Jesaja es getan haben k&#246;nnten, dann w&#228;re Gott nicht da gewesen in Maria oder in Jesaja und wir h&#228;tten keine Inkarnation, kein Buch Jesaja und keine prophetische Tradition. Also m&#246;chte ich die M&#246;glichkeit offen lassen -im Opposition zu einer Metaphysik der Allmacht &#8211; das es m&#246;glich war, dasss Gott nicht als Jesus in die Welt gekommen w&#228;re, oder prophetisch sichtbar und h&#246;rbar durch Jesaja geworden w&#228;re. Also braucht Gott uns. Ja, Gott brauchte Moses damit ER h&#246;ren konnte, &#8220;Ich bin, der ich bin&#8221; und dann losgehen konnte und dieses missionarische Statement der Befreieung anwenden konnte, so wie er es getan hatte. Also gibt es da ein Bed&#252;fnis in Gott, eine Sehnsucht in Gott nach uns, die in jeden Moment mehr und mehr Fleish werden muss (in uns).&#8221;</p>
<p>Es ist jetzt glaube ich von Kearney gar nicht so unbedingt die Absicht, dar&#252;ber zu spekulieren, ob Jesu Geburt notwendig so passiert ist, wie sie passierte. Der Punkt ist: wenn man an einen Gott glaubt, den man erkennen kann, der dort drau&#223;en ist, hei&#223;t das wenig. Es geht darum, dass wir wie Maria, Gott Platz in unserem Leben machen Raum schaffen, dass er Gestalt gewinnen kann und in die Welt geboren wird. Denn Gottes Handeln ist in der Regel Handeln durch Menschen, die von Gott ergriffen wurden. In diesem Sinne w&#228;re die Punchline dieses hochphilosophischen und leicht h&#228;retischen Gedanken erstaunlich sentimental, pietistisch (oder eben: moralistisch-politisch):  Gott k&#246;nnte in unserer Welt pr&#228;senter sein, wenn es mehr Menschen g&#228;be, die ihm Raum gew&#228;hren w&#252;rde in ihren Leben.</p>
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		</item>
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		<title>[Nichts-sagender Glaube - God happens]</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 23:02:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Soweit ich im letzten Post &#252;ber Peter Rollins gepostet habe, klingt vieles sehr abstrakt, ungewohnt, mystisch und -vielleicht &#8211; etwas wischiwaschi. Soweit w&#228;re es nur ein Staunen &#252;ber ein Wesen, dass zu hoch f&#252;r uns ist und weit entfernt ist. Das erinnert soweit alles sehr an den Philosophen Jaques Derrida, der bei einen Vortrag einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soweit ich im letzten Post &#252;ber Peter Rollins gepostet habe, klingt vieles sehr abstrakt, ungewohnt, mystisch und -vielleicht &#8211; etwas wischiwaschi. Soweit w&#228;re es nur ein Staunen &#252;ber ein Wesen, dass zu hoch f&#252;r uns ist und weit entfernt ist. Das erinnert soweit alles sehr an den Philosophen Jaques Derrida, der bei einen Vortrag einmal 30 Minuten lang &#252;ber sein Gebetsleben sprach, in diesen 30 Minuten aber geschickt einer klaren Antwort auswich und so -wie eins seiner Buchtitel -  keine &#8220;Confession&#8221; sondern eine &#8220;Circumfession&#8221; lieferte. [<a href="http://www.youtube.com/watch?v=MG_nyd45czM">Hier </a>Link zum Youtube Video, indem Derrida von John Caputo interviewt wird]. Das ist bisher nichts als eine poetische Unbestimmtheit, eine Weigerung, die Dinge beim Namen zu nennen, eine Weigerung, seine Erfahrungen zu katalogisieren und sie mit einem Label zu versehen. Diese Furcht vor Labels liegt nat&#252;rlich im Trend: die existentialistischen Philosophen haben immer das Label &#8220;Exiustentialismus&#8221; abgelehnt; die Poststrukturalistischen Philosophen wollten nicht so genannt werden und eine Emoband zu finden, die sich freiweillig &#8220;Emo&#8221; nennt, ist ungef&#228;hr so schwer, wie eine Sekte zu finden, die sich Sekte nennt.</p>
<p><span id="more-280"></span></p>
<p>Aber Peter Rollins geht einen kleinen, aber wichtigen Schritt weiter. Gott ist nicht einfach nur irgendwo im Weltall und au&#223;erhalb der Reichweite von unserem Verstand und unserer Erfahrung: Gott passiert. Wenn man von Gott nicht in den Kategorien wie &#8220;Wesen&#8221; &#8220;Substanz&#8221; etc. reden will, dann bietet sich eine andere Rede an: Gott tritt in unser Sichtfeld als ein Ereignis. Wie ein Meteorit, der auf die Erde st&#252;rzt, ereignet sich Gott in unserem Leben. Man kann nicht genau beschreiben, was passiert ist; aber man sieht die Auswirkungen im Leben derer, die es betrifft. Theologie ist f&#252;r Rollins nicht der Diskurs &#252;ber Gott, es ist der Ort, an dem Gott in den diskurs tritt und redet. Theologie findet immer im Nachhall an das Ereignis statt, im Nachklang Gottes. Wir stehen am Kraterrand und schauen, was dort passiert ist.</p>
<p>Wie die Geschichte in Exodus, in der Moses Gott bittet, Gottes Antlitz sehen zu d&#252;rfen. Gott aber sagt, dass kein Mensch sein Antliz ertragen kann, man kann ihm nur hinterhersehen. Das ist worum es laut Rollins in der Theologie geht: Wir schauen Gott hinterher. gott hat sich ereignet und wir versuchen mit dieser Erfahrung zu ringen, versuchen auszuloten, welche Auswirkung diese Erfahrung hat. &#8220;Come to terms with&#8221; hei&#223;t es im Englischen. Das ist auch was bei Paulus Bekehrung in der Apostelgeschichte passiert. Paulus wird geblendet und muss nun 2 Tage lang sein Leben &#252;berdenken. Vielleicht sind diese 2 Tage der Kern von dem, was man &#8220;Theologie treiben&#8221; nennt und der Rest seines Lebens einfach nur ein ausbreiten dieser Erfahrung. Der Knackpunkt f&#252;r Peter Rollins ist also die Transformation, die Ver&#228;nderung von Menschen. Erst das zeichnet wahre Orthodoxie aus: das Menschen von sich weggucken  und sich in Liebe dem Anderen zuwenden lernen.</p>
<p>Das ist dann auch der Begriff von der Bibel: die Bibel ist der Ort, an dem sich Gott ereignet hat und Menschen versucht haben das in Worte zu fassen und es ist der Ort, an dem wir durch diese gro&#223;en Symbole, Geschichten und Metaphern Zugang kriegen zu dem Ereignis, dass auch die Autoren der Bibel ersch&#252;ttert hat.</p>
<p><a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/21/nichts-sagender-glaube-god-happens/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Im n&#228;chsten Post dann meine Fragen an diesen Ansatz. So und jetzt guck ich noch schnell ne Folge Bing Bang Theory. Gut&#8217; Nacht!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Dis-kurs: Gott im Werden?</title>
		<link>http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/11/dis-kurs-gott-im-werden/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 18:37:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Gut, dann bin ich heute eben mal im &#8220;Flow&#8221; und wenn man gerade Schwung hat, soll man auch weitermachen.
Jansalleine hat in seinem Kommentar zum letzten Post eine Frage aufgeworfen, die ich nicht unbedingt in den kleinen Kommentarfeld oder innerhalb der Blogserie beantworten wollte.  Also mache ich einen kleinen Umweg um darauf einzugehen.
Die Frage war, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gut, dann bin ich heute eben mal im &#8220;Flow&#8221; und wenn man gerade Schwung hat, soll man auch weitermachen.</p>
<p>Jansalleine hat in seinem <a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2010/02/11/nichts-sagender-glaube-warum-nichts-sagen/#more-266">Kommentar</a> zum letzten Post eine Frage aufgeworfen, die ich nicht unbedingt in den kleinen Kommentarfeld oder innerhalb der Blogserie beantworten wollte.  Also mache ich einen kleinen Umweg um darauf einzugehen.</p>
<p>Die Frage war, wenn ich sie richtig verstanden hab:  Will ich von Gott nicht in &#8220;objektivierter&#8221;, technischer Sprache reden, m&#252;sste ich dann nicht auch von Gott als jemanden reden, der sich ver&#228;ndert?Jemand, der wir, eine Biographie hat? Ist das nicht Blasphemie?`Machen wir damit nicht Gott zu einem launischen, menschen&#228;hnlichen Gott wie die der Griechen? Ich denke, zwei &#220;berlegungen erlauben es mir tats&#228;chlich von Gott als im Werden zu sprechen.</p>
<p><span id="more-271"></span>Aber fangen wir ersteinmal weiter vorne an. Wie kommen wir eigentlich darauf, dass wir Gott vor mit einer statischen Sprache beschreiben: Gott sitzt auf dem Thron; er ist der Selbe gestern, heute und in Ewigkeit etc.? Er ist all-m&#228;chtig, all-gegenw&#228;rtig etc.?</p>
<p>Ich glaube, dass es durchaus Stimmen in der Bibel gibt, die so klingen. Aber selbst wenn diese Sprache im alten Testament auftaucht: es handelt sich um relationale Begriffe. Es beschreibt Gottes Beziehung zu uns, unsere Erfahrung von ihm, unsere Geschichte mit ihm. Wenn in den Psalmen steht: er ist allm&#228;chtig, wor&#252;ber wird dann geredet? &#220;ber dieu Frage, ob er einen Stein erschaffen kann, den er selbst nicht hochheben kann? Nein. Es geht dort um den Exodus: Gott ist m&#228;chtiger als unsere Feinde (Komparativ nicht Superlativ! Relational nicht ontologisch!). Ich glaube dieses Denken in statischen Begriffen von Gott kommt aus dem Zusammenprall von christlicher Theologie mit griechischer Philosophie.</p>
<p>Hier w&#228;re Aristoteles ein gutes Beispiel. Aristoteles sprach von Gott, aber er benutzte ihn um Probleme zu kl&#228;ren, die in seiner Philosophie auftraten. &#8220;Alles muss eine erste Ursache haben. In der Welt kann man Dynamik feststellen. Also hat diese Dynamik ihre Ursache in Gott. Den unbewegten Beweger, den statischen Erschaffer von Dynamik. Den mit sich selbst identischen.&#8221; Und hier h&#228;tte Heidegger recht: dies ist Onto-Theologie. Dies ist ein Gott &#8220;zu dem keiner opfern oder beten k&#246;nnte&#8221;.<br />
Das bringt mich zu dem ersten Punkt: bewirkt die Erfahrung des Gebets nicht genau das? Eine Ver&#228;nderung in Gott? Redet die Bibel nicht von der ersten Seite an von einem leidenschaftlichen, involvierten Gott, der in der Abendhitze nochmal spazieren geht, den es manchmal reut, was er getan hat, der herabkommt um den Turm zu Babel zu betrachen, der sich von dem Schrei der Unterdr&#252;ckten ver&#228;ndern l&#228;sst, der mit seinem Volk unterwegs ist als Feuers&#228;ule und der sich letztlich ganz riskiert indem er seinen Sohn schickt? Ist nicht sowohl die christliche Geschichte als auch die christliche Erfahrung voll von Beispielen, in denen Gott sich wagt, sich riskiert, sich &#228;ndert? Wenn nicht, warum beten?</p>
<p>Der zweite Punkt: wenn man den Gedanken der Dreieinigkeit ernst nimmt, muss dann nicht sogar innerhalb von Gott eine gro&#223;e Dynamik sein? Die &#246;stlich-orthodoxen umschreiben die Trinit&#228;t als einen ewigen Tanz, in denen sich die 3 Personen bereichern und sie in einer liebenden Dynamik leben. Mehr noch: dieser Tanz wird ge&#246;ffnet. Das ist was in Jesus Christus passiert: Gott &#246;ffnet sich und macht Raum in sich, um uns einzuladen an diesen g&#246;ttlichen Leben teilzuhaben. Ist nicht eine Umschreibung des Geschehens: Gott riskiert sich um mehr zu werden, als er jetzt ist: n&#228;mlich &#8220;alles in allem&#8221;.</p>
<p>Ist jetzt alles etwas hastig und vielleicht unausgegoren formuliert, aber vielleicht reicht das um mal ein erster Ansto&#223; zu sein.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>[Nichts-sagender Glaube -Warum Nichts sagen?]</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 13:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[
Was gibt es &#8211; wenn &#252;berhaupt &#8211; f&#252;r Gr&#252;nde f&#252;r einen apophatischen Glauben? Ich denke, es ist die Reaktion auf Versuche, Gott vor unseren Karren zu spannen, Gott zu benutzen, &#8220;seinen Namen&#8221; zu missbrauchen.Es gibt diese Versuche in der westlichen Philosophie und Theologie, in der Politik, aber auch im ganz normalen kirchlichen Leben.
In der Philosophie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/02/4128392893_66c6a0161a_b.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-267" title="Mikroskop" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2010/02/4128392893_66c6a0161a_b-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Was gibt es &#8211; wenn &#252;berhaupt &#8211; f&#252;r Gr&#252;nde f&#252;r einen apophatischen Glauben? Ich denke, es ist die Reaktion auf Versuche, Gott vor unseren Karren zu spannen, Gott zu benutzen, &#8220;seinen Namen&#8221; zu missbrauchen.Es gibt diese Versuche in der westlichen Philosophie und Theologie, in der Politik, aber auch im ganz normalen kirchlichen Leben.</p>
<p>In der Philosophie spricht seit Martin Heidegger von Onto-Theologie. Wenn man die westliche Theologie anguckt, so ist sie davon gepr&#228;gt, dass sie das Ganze der Realit&#228;t f&#252;r den menschlichen Geist aufzuschlie&#223;en sucht. Man strebt nach dem absoluten Wissen mit reinen Vernunft.  In Zusammenhang mit den Naturwissenschaften entstand dadurch auch der Gedanke des autonomen Individuums, welches losgel&#246;st von der Welt (Distanz) die Welt in St&#252;cke zerschneidet (Analyse) um so ein kontrollierendes Wissen zu erlangen, welches erm&#246;glicht, die Welt zu manipulieren (Technik).  Dieses Subjekt-Objekt-Denken stellte unter anderem Martin Heidegger in Frage indem er deutlich machte: Wir sind immer schon Teil jenes Beziehungsgeflechts das wir &#8220;die Welt&#8221; nennen; wir sind immer In-der-Welt. Onto-Theologie beginnt da, wo wir mit Gott so umgehen. Wo wir Gott unseren Gesetzen und unserer Rationalit&#228;t unterwerfen. Heidegger Beispiel ist das Gesetzt der Kausalit&#228;t. F&#252;r die technische Vernufnt, muss alles ein Ursache haben. Man versteht ein Ph&#228;nomen, indem man sein Ursache kl&#228;rt. Dies war schon im Mittelalter so, aber im Mittelalter war Gott derjenige, der dieses Gesetz in Kraft hielt besser gesagt: Gottes sch&#246;pferisches Handeln WAR das Gesetz der Kausalit&#228;t (oder wie es Johannes sagt: durch ihn ist alles geworden ohne ihn ist Nichts geworden).  Nun passierte im Sp&#228;tmittelalter folgendes: pl&#246;tzlich wurde dieses Gesetz auch auf Gott angewendet. Alles muss eine Ursache haben, was ist die Ursache von Gott? Er selbst! Und so kam man auf die ziemlich verwirrende Formel, Gott<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Causa_sui"> sei seine eigene Ursache</a>.</p>
<p><span id="more-266"></span></p>
<p>Es gibt davon auch theologische Formeln. Im charismatischen Bereich zB hei&#223;t es manchmal Gott sei geistlichen Prinzipien unterworfen oder Gott habe seine Freiheit beschr&#228;nkt und hat sich an die Bibel gebunden. Das bedeutet, wenn man ordentlich Bibel studiert, kann man geistliche Prinzipien, &#8220;Schl&#252;ssel f&#252;r die Erweckung&#8221; etc herausfinden. Aus einer Beziehung wird eine Technik. Die Bibel wird zur Quelle von Geheimwissen. Es handelt sich um Onto-Theologie sobald wir mit Gott umgehen wie mit einem Pantoffeltierchen unter dem Mikroskop. Sobald wir Gott zu einem Objeklt machen, dass wir aus der Distanz studieren k&#246;nnen, sobald wir Gott vor unsren Karren spannen, damit er unsere Projekte legitimiert, machen wir aus ihn einen G&#246;tzen.  Wie oft haben wir erlebt, dass Leute mit den Brustton der &#220;berzeugung davon gesprochen haben, was Gott sagt und was er will. wie oft wurde versucht, mit Gott eine Gesellschaftsordnung (oder auch nur eine Gemeindeordnung!) zu legitimieren. Kant zB machte Gott zu einem Postulat der praktischen Vernunft: &#8220;Ok wir k&#246;nnen ncihts wirklich &#252;ber Gott sagen, oder gar zu ihm beten; aber irgendwie ist es doch ne gute Idee so zu tun, als ob es Gott g&#228;be. Denn nur so wird der Mensch zu einem moralischen Wesen.&#8221;. Oder wenn Gott als eine leistungssteigernde Droge benutzt wird; wenn Gott der Weg zu dem ultimativen emotionalen Kick ist. All dies sind Formen, in denen wir Gott z&#228;hmen; in denen wir uns einen &#8220;lieben&#8221; Gott basteln, der uns nicht in Frage stellt, der sich manipulieren l&#228;sst, der nur so auftreten darf, wie es uns passt.</p>
<p>Dagegen entwickelte sich die apophatische Theologie. Als ein Aufschrei. Als ein Protest. Als ein bestehen auf Gottes Heiligkeit. Mehr davon nach der n&#228;chsten Maus.</p>
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		<title>securitas und der gottlose Bonhoeffer</title>
		<link>http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2009/05/24/securitas-und-der-gottlose-bonhoeffer/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 15:14:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine m&#246;gliche Antwort auf die eben gestellte Frage scheint mir doch erstmal in der Best&#228;tigung von der Beobachtung meines Freundes zu liegen. Ja, es ist die gro&#223;e Gefahr gegeben Gott &#8211; zumal einen pers&#246;nlichen &#8211; zu einem Objekt zu machen und ihn f&#252;r eigene Zwecke zu benutzen. Das ist die dreifache Gefahr des Theismus: Objektivierung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine m&#246;gliche Antwort auf die eben gestellte Frage scheint mir doch erstmal in der Best&#228;tigung von der Beobachtung meines Freundes zu liegen. Ja, es ist die gro&#223;e Gefahr gegeben Gott &#8211; zumal einen pers&#246;nlichen &#8211; zu einem Objekt zu machen und ihn f&#252;r eigene Zwecke zu benutzen. Das ist die dreifache Gefahr des Theismus: Objektivierung, Instrumentalisierung, Merkantilisierung. Das bedeutet:</p>
<p>a) ich mache Gott zu einem Konzept, &#252;ber das ich reden kann statt zu einem Subjekt, welches mich in Anspruch nimmt.</p>
<p>b) ich mache Gott zu einem Instrument im Projekt meiner Selbstsicherung. Gott ist vor allem f&#252;r mein privates Heil und pers&#246;nliches Gl&#252;ck da. Ich stehe weiterhin im Mittelpunkt des Universums.</p>
<p>c) ich schlie&#223;e einen Deal mit Gott: ich mache was er verlangt damit er tut, was ich verlange. M&#246;glicherweise faste ich oder ich befolge eine strikte Moralit&#228;t. Dieses aber wieder als Mittel zu einem Zweck.</p>
<p><span id="more-260"></span></p>
<p>Diese Tendenz wird in der klassischen lutherischen Theologie die Tendenz zur <em>securitas</em> genannt. Der Glaube wird so zu einem Mittel zum Erlangen von Sicherheit. Ich will mich nicht der Beklemmung der Kontingenz aussetzen, also der Erfahrung, dass wenig vorgegeben ist im Leben und ich mich f&#252;r eine Optionen entscheiden muss ohne wissen zu k&#246;nnen, welche die richtige ist. Also gehe ich dieser Beklemmung aus den Weg indem ich im Glauben halt suche. H&#246;rt sich gut an, ist f&#252;r Luther aber zumindest teilweise G&#246;tzendienst. Wenn der Glaube zur Erarbeitung von Souver&#228;nit&#228;t dient, ist er ungesunder Theismus. Also wenn ich sage: &#8220;hier hab ich die Bibel, damit habe ich feste Regeln zum Leben. Daran kann ich mich halten und ich werde immer zurecht kommen&#8221;, dann bin ich gerade durch diese Regeln unabh&#228;ngig von Gott (Stichwort: Ambivalenz des Gesetzes). Dabei ist die protestantische Grunderfahrung die des Dilettantismus (danke <a href="http://pickaboo.typepad.com/pickaboo/index.rdf">Tobi</a>, dass du mich auf <a href="http://egora.uni-muenster.de/ew/persoenlich/reichenbach/q_onlinepublikationen.shtml">Reichenbach </a>aufmerksam gemacht hast!): die Erfahrung, dass wir nicht souver&#228;n im Leben stehen, dass es keine Regeln und es keine Praktiken (wie das Beten) gibt, die uns vor den Wechself&#228;llen des Lebens sch&#252;tzen. Es gibt keine Versicherung und wir wissen alle nicht so recht, was wir tun. Wir stolpern. Bestenfalls vorw&#228;rts.</p>
<p>Diese Erfahrung kann man vielleicht untermalen durch zwei Betonungen: eine radikale Subjektivit&#228;t Gottes und ein offener Theismus. Zum einen muss man vielleicht das Betonen, was man die Heiligkeit Gottes nennen k&#246;nnte. Gott ist uns auf eine bestimmte Weise entzogen. Er l&#228;sst sich nicht vor unseren Karren spannen, sondern ist Person im radikalsten Sinne. Alle unsere Metaphern von Gott sind genau dies: Bilder. Jean-Luc Marion macht den Unterschied zwischen G&#246;tze und Ikone. Wenn wir behaupten Gott ist so und genau so, wie unsere Konzepte und Vorstellungen, dann beten wir nicht mehr den lebendigen Gott an. Wenn wir aber Gott als &#8220;so aber doch anders&#8221; als unsere Vorstellungen bezeichnen, dann wirken unsere Bilder (Vater, K&#246;nig etc.) als Metaphern, die einen Spielraum f&#252;r verschiedene Deutungen lassen und uns ist bewu&#223;t, dass Gott bei all dem doch der ganz andere bleibt. Eine weitere <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Open_Theism">Vorstellung</a> w&#228;re, dass Gott vielleicht gar nicht der allwissende Opa im Himmel ist, sondern selbst mit uns durch die Zeit stolpert und anstatt die Welt souver&#228;n zu einem Ziel zu lenken, uns in seine erhoffte Zukunft einl&#228;dt (->Prophetie). Hier g&#228;be es zwar immer noch keine souver&#228;ne Autonomie des Menschen aber eine gro&#223;e Verantwortung.</p>
<p>Zu dem ganzen Themenkomplex hab ich ein interessantes und r&#228;tselhaft-faszinierendes Bonhoeffer Zitat gefunden. Vielleicht k&#246;nnen die Boenhoeffer Kenner unter euch da ein bisschen entschl&#252;sselnd weiterhelfen:</p>
<p>&#8220;Und wir k&#246;nnen nicht redlich sein, ohne zu erkennen, da&#223; wir in der Welt leben m&#252;ssen. Und eben dies erkennen wir-vor Gott! So f&#252;hrt unser M&#252;ndigwerden zu einer wahrhaften Erkenntnis unserer Lage vor Gott. Gott gibt uns zu wissen, da&#223; wir leben m&#252;ssen als solche, die mit dem Leben ohne Gott fertig werden. Der Gott der mit uns ist, ist der Gott der uns verl&#228;sst (Markus 15,34)! Der Gott, der uns in der Welt leben l&#228;&#223;t ohne Arbeitshypothese Gott, ist der Gott, vor dem wir dauernd stehen. Vor und mit Gott leben wir ohne Gott.&#8221;</p>
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		<title>Wahljahr und Wut und wo lebt ihr eigentlich?</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 14:34:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich finde, man muss schon ziemlich verkommen sein, um nicht ein Mindestma&#223; an Wut &#252;ber dieses (Bund-)esland zu empfinden. Nat&#252;rlich: eine egoistischer Wut, eine ohnm&#228;chtige Wut aber eine nicht unberechtigte Wut. Da wird man als Student durch ein Turbostudium Marke Bachelor gepr&#252;gelt f&#252;r eine Geb&#252;r von 500€ zuz&#252;glich 70 € Studentenwerksbeitrag zuz&#252;glich 130 € Semesterticket [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde, man muss schon ziemlich verkommen sein, um nicht ein Mindestma&#223; an Wut &#252;ber dieses (Bund-)esland zu empfinden. Nat&#252;rlich: eine egoistischer Wut, eine ohnm&#228;chtige Wut aber eine nicht unberechtigte Wut. Da wird man als Student durch ein Turbostudium Marke Bachelor gepr&#252;gelt f&#252;r eine Geb&#252;r von 500€ zuz&#252;glich 70 € Studentenwerksbeitrag zuz&#252;glich 130 € Semesterticket zuz&#252;glich den h&#246;hsten Mieten und Lebenshaltungskosten in Deutschland direkt nach Hamburg und M&#252;nchen. Man rackert sich studienbegleitend mit einem 400€ Job ab, weil man nicht mehr verdienen kann, da sonst Kindergeld wegf&#228;llt und Steuern und Versicherung anf&#228;llt und man damit quasi das Studium schmei&#223;en m&#252;sste. Zahlreiche Kommilitonen werden im Rahmen einer arischen Gro&#223;familienpolitik von den Studiengeb&#252;ren befreit ohne Ansehen des Einkommens der Eltern allein aufgrund von mindestens 2 Geschwistern (Eine Ma&#223;nahme die nicht etwa Familien entlasten will sondern Akademikerfamilien den Anreiz bieten will sich auch mal in den Brutkasten zu setzen). Und nun kam heute zum 4. Mal die Ablehnung f&#252;r den BAF&#214;G-Antrag (den ich bereits im Januar eingereicht hatte!). Da wird erz&#228;hlt, dass eine arbeitslose Mutter und ein Vater der als Schlosser 1500€ netto raus hat seinen Sohn mit 600€ im Monat unterst&#252;tzen sollen. Und um mich herum beobachte ich Lehrer- und Arzts&#246;hne die sich &#8211; weil ihre Eltern offensichtlich cleverer und abgebr&#252;hter sind &#8211; mit einigen hundert Euro BAF&#214;G ein strapazeloses Studentenleben finanzieren.</p>
<p>In diesem Superwahljahr wollte ich eigentlich gem&#228;&#223;igt links w&#228;hlen damit schwarz-gelb verhindert wird. Doch a) glaube ich nicht daran dass irgendetwas diese Konstellation aufh&#228;llt und b) muss ich vermutlich doch trotz einiger Bedenken viel deutlicher meine Interessen markieren als ich eigentlich vor hatte. Denn der kleine Linksschwenk den alle Parteien eine Zeit lang vollf&#252;hrten ist noch lang nicht so tiefgreifend dass er ernsthaft die sozialen Realit&#228;ten ver&#228;ndert h&#228;tte.</p>
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		<title>[Gastpost zur Lent-Serie: Glaube und Naturwissenschaft]</title>
		<link>http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2009/04/08/gastpost-zur-lent-serie-glaube-und-naturwissenschaft/</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 21:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael ist ein wirklich au&#223;ergew&#246;hnlich kluger und belesener Mensch, der mit seinen 22 Jahren doch schon ein beachtliches Wissen erworben hat. Seine Themen sind Sprachevolution, kognitive Biologie und Mettbr&#246;tchen. Sein Blog ist eine gute Anlaufstelle f&#252;r Leute wie mich um &#252;berhaupt in die Neurobiologische Fragestellung hineinzukommen. Ihn fragte ich, ob er nicht etwas zum Thema [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael ist ein wirklich au&#223;ergew&#246;hnlich kluger und belesener Mensch, der mit seinen 22 Jahren doch schon ein beachtliches Wissen erworben hat. Seine Themen sind Sprachevolution, kognitive Biologie und Mettbr&#246;tchen. Sein <a href="http://sharedsymbolicstorage.blogspot.com/">Blog</a> ist eine gute Anlaufstelle f&#252;r Leute wie mich um &#252;berhaupt in die Neurobiologische Fragestellung hineinzukommen. Ihn fragte ich, ob er nicht etwas zum Thema Atheism for Lent beizutragen habe und ob er nicht aus seiner Perspektiven einige Herausforderungen an das christliche Denken formulieren kann. Das Resultat darauf hier:</p>
<p><span id="more-257"></span> In Gespr&#228;chen mit meinen christlichen Freunden, bekomme ich oft den Eindruck dass viele Gl&#228;ubige sich h&#228;ufig anderen Perspektiven auf den Menschen und die Welt nicht stellen. Ich denke da besonders an die Naturwissenschaften, wenn sie sich auf den Menschen, seine Stellung in der Welt und seine evolution&#228;ren Entwicklungsgeschichte beziehen. Nat&#252;rlich ist das nicht alles, was es interessantes und bedeutsames &#252;ber das Wesen und die Natur des Menschen zu sagen gibt – aber es ist wichtig.</p>
<p>Es ist eine Sache, einen bestimmten Sichtpunkt auf die Welt einem anderen vorzuziehen, aber ich habe ein gro&#223;es Problem damit, wenn wichtige Fragen aus anderen Richtungen einfach abgetan oder fortgeschoben werden, ohne dass man sich wirklich damit besch&#228;ftig hat.</p>
<p>Arne hat richtig gesagt, das man sich immer fragen muss (und das gilt f&#252;r mich und andere Nichtgl&#228;ubige nat&#252;rlich genauso wie f&#252;r Christen): „Wo ist mein Glaube eine Flucht vor der Realit&#228;t?“: Denn wie die Realit&#228;t aussieht, die der Glauben ausdeutet, hier hat die Wissenschaft wichtiges zu sagen. Ich finde nicht, dass das, was wir unter diesem Blickwinkel vorfinden, sich einfach in das Schema eines gerechten und liebenden Gottes einf&#252;gen l&#228;sst, aber das ist meine Sache. Viel wichtiger finde ich es, sich mit diesem Blickwinkel auseinanderzusetzen.</p>
<p>Der Theologe Karl Rahner z.B. hat die fruchtbaren kritischen Fragen, die durch eine solche Auseinandersetzung aufgeworfen werden k&#246;nnen, sehr bewegend beschrieben:</p>
<p>„Ich sage: die Welt ist von Gott geschaffen. Aber was Welt ist, davon wei&#223; ich fast nichts und darum bleibt auch der Begriff der Sch&#246;pfung seltsam leer. Ich sage als Theologe: Jesus ist auch als Mensch der Herr der gesamten Sch&#246;pfung. Und dann lese ich, dass der Kosmos Milliarden von Lichtjahren sich ausdehnt, und frage mich dann erschreckt, was eigentlich der eben gesagte Satz bedeute. [...] Ich frage mich erschreckt, ob denn das ewige Reich Gottes so ungef&#228;hr zur H&#228;lfte mindestens mit Seelen erf&#252;llt sei, die nie zu einer personalen Lebensgeschichte gelangt sind, weil nach normaler kirchlicher Lehre die personal-geistige und unsterbliche Seele schon bei der ersten Befruchtung des Eies durch das Sperma gegeben sei und andererseits nicht vorstellbar sei, wie die unz&#228;hligen nat&#252;rlichen Aborte mit einer auch noch so anf&#228;nglichen personalen Freiheitsgeschichte vereinbar seien. Ich frage mich, wie man sich genauer die Urmenschheit vor zwei Millionen Jahren als die ersten Subjekte einer Heils- und Offenbarungsgeschichte denken k&#246;nne, und wei&#223; keine sehr deutliche Antwort. Ich lasse mich von der profanen Anthropologie belehren, dass die Unterscheidung von Leib und Seele vorsichtiger gemacht und problematisch bleibe, und kann darum die Lehre von „Humani generis“, dass der menschliche Leib aus dem Tierreich stamme, aber die Seele von Gott geschaffen sei, nicht mehr so dualistisch interpretieren, wie sie doch zun&#228;chst klingt.“ (Karl Rahner: Von der Unbegreiflichkkeit Gottes, S. 53f.).</p>
<p>Drei (wissenschaftliche) Perspektiven auf den Menschen finde ich pers&#246;nlich besonders wichtig wenn wir die (philosophische) Frage stellen: Was ist der Mensch? Wie k&#246;nnen wir uns den Menschen– uns – als etwas besonderes und gewolltes im Ganzen der Sch&#246;pfung denken?</p>
<p>Die psychologische Perspektive:<br />
Wie wenig wir tats&#228;chlich &#252;ber uns selbst und &#252;ber unsere mentalen Prozesse wissen, ist eines der robustesten und st&#228;rksten Befunde der Kognitionswissenschaften und der Psychologie. Es gibt so viele Beispiele wie unsere Wahrnehmung uns t&#228;uscht und unser Denken unbewusst von &#228;u&#223;eren Umst&#228;nden beeinflusst wird, dass wir immer sehr dem&#252;tig sein sollten, wenn wir den „Wahrheitsgehalt“ unseren eigene Gef&#252;hle und unsere Gedanken bewerten.</p>
<p>Die biologische Perspektive:<br />
Der Mensch ist in der Welt verankert und zu einem wichtigen Teil durch die Interaktion mit seiner Umwelt beeinflusst. Das, was wir unser Bewusstsein, unseren Geist nennen, wird von dem komplexen System der einhundert Milliarden in Mustern feuernden Nervenzellen unseres Gehirns hervorgerufen. Wenn wir &#252;ber den Menschen reden, h&#246;rt es sich oft so an, als w&#252;rden wir &#252;ber seinen reinen „Geist“ reden, aber wir sollten immer daran Denken, dass der Mensch ist ein biologischer, „verk&#246;rperter“ Organismus ist.</p>
<p>Die evolution&#228;re Perspektive:<br />
Der Mensch ist mit allem Leben auf der Erde durch gemeinsame Vorfahren verbunden. Er ist nur ein Ast eines gro&#223;artigen Baums des Lebens, nicht die Krone einer scala naturae. Dies soll den Menschen nicht einfach auf einen Primaten mit besonders gro&#223;em Gehirn, und besonders komplexes Sozial- und Geistesleben reduzieren. Die Tatsache, dass all unser Denken und Handeln Vorl&#228;ufer und simple Entsprechungen bei anderen Tieren und unseren evolution&#228;ren Vorfahren hat, sollte uns aber doch vielleicht dem&#252;tiger und selbst-kritischer machen.</p>
<p>Wir alle sind voreingenommen, wenn wir uns mit einer Sache auseinandersetzen. Trotzdem sollten wir vielleicht versuchen, uns die Dinge einfach einmal genauer anzusehen und uns kritisch zu fragen, ob sie wirklich so nahtlos in unsere Deutungsmuster hineinpassen, wie wir es h&#228;ufig denken. Was immer auch geschieht, ich bin &#252;berzeugt, dass man dadurch ein tieferes Verst&#228;ndnis von der Welt bekommt, in der wir leben, und auch davon, wer wir sind.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>[Atheism for lent - Freud]</title>
		<link>http://www.bunchofnerds.de/failingforward/2009/03/26/atheism-for-lent-freud/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 14:51:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arnachie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einiger Pause nun weiter in meiner Besch&#228;ftigung mit Merold Westphals Buch &#8220;Faith &#038; Suspicion&#8221; in dem er eine konstruktive Auseinandersetzung mit den gro&#223;en Religionskritikern Marx, Freud und Nietzsche sucht.
Fahren wir mit Freud fort.
Sigmund Freud war zun&#228;chst einmal ein Naturwissenschaftler und Arzt. Aus dieser Grundorientierung seines Lebens leitet sich ein damals stark verbreiteter positivistischer Glauben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einiger Pause nun weiter in meiner Besch&#228;ftigung mit Merold Westphals Buch &#8220;Faith &#038; Suspicion&#8221; in dem er eine konstruktive Auseinandersetzung mit den gro&#223;en Religionskritikern Marx, Freud und Nietzsche sucht.</p>
<p>Fahren wir mit Freud fort.</p>
<p>Sigmund Freud war zun&#228;chst einmal ein Naturwissenschaftler und Arzt. Aus dieser Grundorientierung seines Lebens leitet sich ein damals stark verbreiteter positivistischer Glauben an die Erkl&#228;rbarkeit der Welt ohne Gott und damit an die R&#252;ckst&#228;ndigkeit des monotheistischen Glaubens.</p>
<p><img height="143" align="left" width="215" alt="233655644_21125fd16d_b.jpg" id="image254" title="233655644_21125fd16d_b.jpg" src="http://www.bunchofnerds.de/failingforward/wp-content/uploads/2009/03/233655644_21125fd16d_b.jpg" /></p>
<p>Doch er besch&#228;ftigte sich auch mit Philosophie. F&#252;r ihn wurde insbesondere Schopenhauer interresant, der ihm eine grunds&#228;tzlich pessimistische Sicht der Welt vermittelte. Die Welt ist f&#252;r den Menschen ein unwirtlicher Ort. Die Natur wirkt sehr bedrohend auf den Menschen, der sich zum Schutz gegen die Natur dann zu einer Gemeinscahft zusammenfindet. Mit dieser Gemeinschaftsbildung einher geht dann die Unterdr&#252;ckung von gewissen Aspekten des menschlichen Seelenlebens, den Trieben. Diese abgr&#252;ndige Urgewalt des Menschen muss umgelenkt werden. Um diese aufgestauten Energien abzubauen bedient sich der Mensch in modernen Zivilisationen verschiedener Mittel, die alle eines gemein haben: sie verschleiern und verdunkeln die Abgr&#252;nde des Menschen, die hoffnungslose Lage des Menschen und der Welt. Freud nennt hier: Chemische Substanzen, die eigene Arbeit (das war nach Eigenauskunft Freuds auch seine Mittel der Wahl), die Illusion der Kunst, sexuelle Z&#252;gellosigkeit und die Verneinung der Welt in Paranoia und Religion.</p>
<p><span id="more-253"></span>Betrachten wir ein Zitat von Freud:</p>
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<link rel="colorSchemeMapping" />„Die Religion des gew&#246;hnlichen Mannes ist ein System von Lehren und Verhei&#223;ungen, die ihm auf der einen Seite mit einer beneidenswerten Vollst&#228;ndigkeit die R&#228;tsel dieser Welt erkl&#228;ren, auf der anderen Seite ihn versichern, dass eine umsichtige Vorsehung &#252;ber sein Leben wacht und ihn f&#252;r jede Frustration, unter der er hier leidet, in einer zuk&#252;nftigen Existenz entsch&#228;digt. Der gew&#246;hnliche Mensch kann nicht anders als sich diese Vorsehung als einen enormen, erhabenen Vater vorzustellen. Nur solch ein Wesen kann die N&#246;te der Menschenkinder verstehen und von ihren Gebeten erweicht und von den Zeichen ihrer Reue bes&#228;nftigt werden.  Das Ganze ist so offenkundig kindisch, so realit&#228;tsfremd, dass es jeden der Menschheit freundlich gesinnten, Schmerzen bereitet, dass sich die gro&#223;e Mehrheit der Sterblichen niemals &#252;ber diese Sicht des Realit&#228;t erheben werden.“</blockquote>
<p>Hier finden sich zwei Spuren: zum einen ein Skeptizismus (Religion verkennt einfach die puren Fakten der Welt) und ein Atheismus des Verdachts (Religion ist eine kindliche Flucht vor der H&#228;rte der Welt). Zentral ist hier das ironisch gemeinte: &#8220;mit beneidenswerter Vollst&#228;ndigkeit die R&#228;tsel der Welt erkl&#228;ren&#8221;.<!--[if gte mso 9]><xml>  <w:WordDocument>   <w:View>Normal</w:View>   <w:Zoom>0</w:Zoom>   <w:TrackMoves/>   <w:TrackFormatting/>   <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone>   <w:PunctuationKerning/>   <w:ValidateAgainstSchemas/>   <w:SaveIfXMLInvalid>false</w:SaveIfXMLInvalid>   <w:IgnoreMixedContent>false</w:IgnoreMixedContent>   <w:AlwaysShowPlaceholderText>false</w:AlwaysShowPlaceholderText>   <w:DoNotPromoteQF/>   <w:LidThemeOther>DE</w:LidThemeOther>   <w:LidThemeAsian>X-NONE</w:LidThemeAsian>   <w:LidThemeComplexScript>X-NONE</w:LidThemeComplexScript>   <w:Compatibility>    <w:BreakWrappedTables/>    <w:SnapToGridInCell/>    <w:WrapTextWithPunct/>    <w:UseAsianBreakRules/>    <w:DontGrowAutofit/>    <w:SplitPgBreakAndParaMark/>    <w:DontVertAlignCellWithSp/>    <w:DontBreakConstrainedForcedTables/>    <w:DontVertAlignInTxbx/>    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<p>Dieses beneidenswert meint: &#8220;Ist das nicht alles zu perfekt? Hier wird bequem die Tragik des Lebens umschifft indem man all die Fragen und R&#228;tsel auf einen perfekten Weltenlenker zur&#252;ckschiebt.&#8221; Es gibt hier verschiedene Spielarten ein und desselben Mechanismusses: im Calvinismus ist es der unverstehbare Gott der eines Tages uns seinen perfekten Plan erkl&#228;ren wird und dem wir bis dahin vertrauen m&#252;ssen, in anderen Spielarten ist Gott f&#252;r das Gute und der Teufel f&#252;r das Schlechte verantwortlich. Was bleibt ist die kindliche, nein kindische Geste, jemanden anders f&#252;r sein Tun und Ergehen verantwortlich zu machen.Verwandt mit dieser Geste ist die Ansicht, das Leben schulde einen irgendetwas. Wir modernen Menschen haben schlie&#223;lich das Recht auf Gl&#252;ck. Nur wen k&#246;nnen die Ungl&#252;cklichen verklagen? Da kommt einen doch die Personifizierung des Lebens gerade recht. Doch f&#252;r den anti-tragischen Gl&#228;ubigen erscheint Gott als der Garant des Gl&#252;cks. Ihm, als Kind Gottes, kommt pl&#246;tzlich eine kosmische Bedeutung zu. Gott wird der reiche Daddy, der alles f&#252;r sein geliebtes Knuddelkind tut, ihm sein Studium finanziert und ihm vor allem &#220;bel besch&#252;tzt. Und so wirkt f&#252;r Freud Gott als Projektion aller unserer egoistischen W&#252;nsche auf einen Garanten dieser W&#252;nsche und als narkotische Droge, die uns den Schmerz &#252;ber eventuelle R&#252;ckschl&#228;ge im Leben nimmt.</p>
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