[Transforming - Risiken und Nebenwirkungen]
Friday May 16th 2008, 12:29
Filed under: Bücher, Emerging Church

Vor Monaten fing ich an, über das Buch “Transformin Spirituality” von Steven Sandage zu bloggen. Ich hatte in letzter Zeit nicht die Ruhe das fortzusetzen, will es aber in Grundzügen dennoch machen, weil ich merke, dass es mir auch selbst hilft, den Inhalt des Buches zu verarbeiten.
Diesmal geht es um die Frage: wann ist Spiritualität gesund?

Ohne große Umschweife: die Punkte die Sandage nennt.

bewusst körperlich (embodied)

Menschen sind Körper. Das sollte man verkraften und keine geistlichen Überbauten konstruieren, die alles verkomplizieren. Deshalb wäre es kein Schock durch bildgebende Verfahren bestimmte Bereiche im Gehirn aktiv zu sehen, während man betet oder via Torontosegen durch die Luft fliegt (wobei das sicher schwierig wäre zu messen). Wir sind Körper. Aber hilft uns unsere Spiritualität, unsere Körperlichkeit bewusst anzunehmen? Oder gilt Körperlichkeit als ungeistlich? Für Sandage ist Spiritualität immer die Spannung zwischen Erregung und Beruhigung; zwischen schnellerem Puls und langsameren Puls. Manche Traditionen betonen dieses, manche jenes. Diese sind meditativ, jene sind enthusiastisch (wobei mein Einwurf: Enthusiasmus ja ursprünglich die Erfahrung des außerhalb-des-Körpers-sein war). Tatsache ist, dass beides Ausdruck von gesundem Verhältnis zum Körper sein kann: Hände heben oder Hände falten, Tanzen oder Bodyprayer.

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Was man Liebe nennt
Monday May 12th 2008, 13:31
Filed under: Arne erklärt die Welt

Nach ner längeren Blogpause will ich mich mal kurz wieder melden. In einem Nebensatz, den ich bei Tobi fallen ließ, kritisierte ich, dass viele Postmoderne Philosophen oder Theologen zwar sehr pathetisch von Liebe reden, aber wenig problembewußt mit dem Thema Liebe umgehen. Ich glaube, es ist problematisch heute von Liebe zu reden; vor allem positivistisch von Liebe zu reden, so als wäre klar, was damit gemeint sei.
Vielleicht sollte man das Wort Liebe nur mit einer Apposition benutzen, die genau beschreibt, was man denn eigentlich meint mit Liebe. Ich habe nichts dagegen, dass man der Liebe eine poetische Unschärfe lässt, da ja die Liebe mit Grund jeder zu scharfen Eingrenzung entgeht, aber man sollte nicht aus der Liebe einen Platzhalter machen, in den jeder seine Erfahrungen, und Vorstellungen hineinprojezieren kann.
Die Frage ist, inwiefern Liebe gleich Altruismus ist. Altruismus hat ja den Sound der Selbstlosigkeit. Aber vom Wort her (lat. alter: der Andere) bezeichnet es ja erstmal nur eine gebende Bezogenheit auf Andere. Ich glaube schon, dass es dem sehr nahe kommt.

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