Der zweite Teil des Kapitels über geistliche Gesundheit im Buch Transforming Spirituality von LeRon Shults und Steven J. Sandage.
Es gibt eine Studie die versucht herauszufinden, inwieweit geistliches Wohlergehen mit “existentiellem” Wohlergehen zusammenhängen. Craig Ellison geht von einer Sicht von Wohlergehen aus, die in dem hebräischen Konzept von Shalom wurzelt. Shalom ist ein Zustand der Erfüllung, die aus Gottes Gegenwart und intakten Beziehungen hervorgeht. Dabei ist Shalom stark “holistisch”: es versucht Körper, Geist, Seele, die Gemeinschaften und Syteme in denen wir leben zu verbinden.
Die Studie testet zum einen Items wie “Ich glaube, dass Gott mich liebt und sich um mich kümmert.” und andere Items wie “Ich glaube, dass es einen Sinn in meinem Leben gibt.”. Wenig überraschend ist, dass die die in diesem Test ein hohes Maß an geistlichem Wohlergehen aufweisen auch weniger stark zu Depressionen, Ängstlichkeit, Einsamkeit, Süchten und Hoffnungslosigkeit leiden. (Wie valide so ein Test ist, kann ich nicht beurteilen).
In dem Buch folgen dann einige Studien, wie Spiritualität mit körperlicher Gesundheit (das heißt: niedrigeren Blutdruck, bessere Immunfunktionen) zusammenhängen. Das kann man aber sich auch googlen. Viel interessanter finde ich die Aussagen, dass, wenn Spiritualität wirklich gesund sein soll, sie sich in der Form der Weisheit ereignen muss.
Weisheit in der Psychologie
Es gibt verschiedene psychologische Untersuchungen, was Weisheit ist.
Robert Sternberg beschreibt Weisheit als ein intuitives Wissen, dass dazu führt eigene Interessen, die Interessen der anderen und andere Interessen in verschiedenen Kontexten zu balancieren um so dem Gemeinwohl zu dienen.
Andere beschreiben Weisheit als Expertenwissen über das Wesen des Menschen und die Wege ein gutes Leben zu planen, zu führen und zu verstehen. Es ist gekennzeichnet durch: a)reiches Fakteswissen über das Leben (“was beinhaltet das Leben”) b)umfangreiches Wissen über die Prozeduren des Lebens (“wie funktioniert Leben?”) c)kontextuelles Bewußtsein über den Lebenszyklus (“wann ist was dran?”) d)Wertschätzung der Verschiedenartigkeit des Lebens und e)Anerkennen und tolerieren der “Ambiguitäten” des Lebens. Also die Bereitschaft durch “schwierige Zeiten” durchzugehen und eine Offenheit von herausfordernden Erlebnissen zu lernen.
Weisheit in der Bibel
In der Bibel gibt es einen Block von Büchern, der sich um das Thema Weisheit zu drehen scheint. Dabei kann man 2 Stränge der Weisheit ausmachen: praktische und reflexive Weisheit:
Das Buch der Sprüche ist ein Beispiel für die praktische Weisheit. Hier geht es um Lebensklugheit, darum eine moralische Ordnung in der Welt zu sehen und in Einklang mit ihr zu leben, aber durchaus auch effektiv und vorrausplanend zu sein. Das ist so ein bisschen die “How-to” Schiene: welchen Schlater muss ich drücken, um weiter zu kommen? Welches Leben ist längerfristig lohnender?
Reflexive Weisheit findet man in den Büchern die die Erfahrung verarbeiten, dass manchmal ein “geradliniges” Leben nicht erfolgreich ist; Bücher die sich mit den Tragödien, mit der Ungerechtigkeit und Unberechenbarkeit des Lebens auseinandersetzen. Wie das Buch Hiob oder das Buch Prediger. Hier geht es vor allem darum, offen zu sein über die Dunkelheiten und Unwägbarkeiten des Lebens.
Es geht natürlich wieder um beide Stränge: zu überlegen, wo man “good choices” treffen kann und muss, um einfach weiterzukommen im Leben. Und bereit zu sein, dass sich manchmal selbst die besten Entscheidungen nicht auszahlen. Auf der anderen Seite darf man sich von der Aussicht auf Leid nicht lähmen lassen und sich zu sehr zurückzuziehen aus dem Leben. Achja. Nebenbermerkung: Weisheit wird immer in Form von Geschichten vermittelt; seien es große Erzählungen oder kleine Metaphern.
1 Comment so far
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hallo arne … in wenigen wochen ziehe ich wieder hoch in den osten … wollte nur nach meinem buch von kl. berger über bibl spiritualität fragen … kannst du es mir zukommen lassen? soweit alles klar bei dir?? grüße aus dem lza … dj
Comment by Martin DJ 03.13.08 @ 14:58Leave a comment
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