Filed under: Emerging Church
Ich war das Wochenende also auf den Forum von Emergent Deutschland in Erlangen, auf dem sich Blogger wie Nichtblogger, Gemeindeleiter, Gemeindegründer, Gemeindelose und normale Gemeindeglieder trafen, um sich auszutauschen, über die Frage, wie man heute das Christentum auslebt, darüber spricht und auch um gemeinsame Projekte zu starten.
Ich fand es eine sehr tolle Sache. Die Betonung lag im Gegensatz zu den Studientagen in Marburg und Hamburg weniger auf der Auseinandersetzung mit Konzepten als auf dem Austausch von Leuten, die sich in irgendeiner Form schon mit diesen Fragen in ihren Kontext auseinandergesetzt haben.
So hat man gespürt, dass die beiden Redner, Brian McLaren (US) und Jason Clark (UK), nicht als Gurus auftraten, die Antworten geben, sondern sich sehr weit zurücknahmen und kaum konkrete Impulse gaben. Einigen war das zu vage und zu wenig greifbar. Verständlich, das Brian vieles nur anschnitt, vieles in Bildern und Geschichten verpackte und vor allem vieles zwischen den Zeilen durch die Art und Weise, WIE er über die Dinge sprach rüberbrachte. Deshalb ist es vielleicht zu kurz gegriffen zu sagen, es kam nichts Neues rüber. Der Inhalte wollte entpackt werden in den Gesprächen und Diskussionen, nicht in Präsentationen und Tabellen.
Dafür gab es auch reichlich Zeit. Zunächst gab es natürlich viele Kaffepausen, die von Mirko und einem eigens aus Landhut angereisten Barista wirklich sehr nett betreut wurden. [ich glaube übrigens immer mehr an die Allgegenwart Mirkos. Kann es sein, dass er wie Phillippus in der Apostelgeschichte immer automatisch dahin gebeamed wird, wo was geht? Es ist unglaublich.]. Die Workshops waren meistens stärker inputzentriert. Jetzt wo ich drüber nachdenke, hab ich gemerkt, dass die Workshops oft typische Kirchentags-Themen waren [das mein ich nicht abfällig, sondern man müsste gucken, inwieweit es Räume gibt, in denen solche Themen schon diskutiert werden und man sich fragen müsste, wie man sich mit der schon laufenden Diskussion connecten könnte]: Umwelt und Soziale Gerechtigkeit, religionsoziologische Untersuchungen zur postsäkularen Gesellschaft, Konsumkultur, Evangelium und Kultur. Aber eben auch Themen wie: Web 2.0 und die damit verbundene Kommunikationskultur, missionale Kirche in Abgrenzung an missionarische Kirche, Postmoderne, integrale Spiritualität (mit Modellen von Ken Wilber, Robert Webber etc.).
Nach den Workshops kam eben der Open Space Teil; sicher einer der Höhepunkte, da hier nun massiv die Möglichkeit da war, das Gehörte oder eben das was man hätte hören wollen, zu diskutieren. Hier gab es Themen wie: Warum sind in Erlangen so wenig Frauen? (vielleicht 25%; die Frage wurde an vielen Stellen diskutiert) Welche Ethik haben wir und wie vermitteln wir sie? Gibt es nicht bessere Namen als “Emerging Church”? Wie funktioniert Kirche in der Großstadt? usw.
Danach gingen eine nicht kleine Gruppe (unter anderem sämtliche Initiatoren des Forums) noch in ne Bar, war trinken. Man redete über Verschwörungstheorien, Maxim Biller (dazu bald mehr), Slavoj Zizek, Moltmann, Tillich und ihr jeweiliges Privatleben und wieder über die Frage, warum so wenig Frauen in Leiterschaftspositionen sind. So war dann Dosis Fazit dieses Kneipenbesuchs auch gut nachvollziehbar; nämlich, dass er an den Abend mehr gelernt hat, als bei den Vorträgen.
Und das ist ja auch gut so.
5 Comments so far
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@ Simon:
tja ich hoffe die eigens für das Thema eingerichtete Arbeitsgruppe wird da Antworten finden. Überhaupt gut, dass es den Leuten überhaupt aufgefallen ist und es zum Thema gemacht wurde.
[...] Am Wochenende war ich auf dem Forum in Erlangen das von Emergent Deutschland initiiert wurde. Da mittlerweile wohl schon fast jeder bloggende Teilnehmer sich dazu geäußert hat (z.B. Arne, Daniel “depone” Ehniss, Hufi Peter Aschoff, Björn u.a.), will ich nichts Vollständigkeit beanspruchendes schreiben, sondern fragmentarisch das wiedergeben, was mich berührt, getroffen, erfreut oder ermutigt hat. [...]
Pingback by HERZTON IN SCHRIFT » Blog Archiv » Retrospektive: Emergent Deutschland Forum 12.05.07 @ 00:01Leave a comment
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