demnächst hier…
Sunday December 30th 2007, 21:53
Filed under: Arne erklärt die Welt, Bücher

So. Ich bin gerad ziemlich geflashed. Peter hatte vor einiger Zeit mal über ein Buch gebloggt. “Transforming Spirituality” von LeRon Shults und Steven Sandage. Einem Theologen und einem Religionspsychologen. Lange kam ich nur zäh vorran. Der Part von Shults war so eingängig wie Free Jazz und meine Motivation mich “da reinzuhören” war nicht sehr hoch. Also landete das Buch erstmal wieder im Schrank. Aber irgendwann traute ich mich mal, einfach den Part zu überspringen, was die richtige Entscheidung war. Sandage ist dagegen anspruchsvoller Pop mit starken Sätzen, so wie ich ihn mag.

Und nebenbei bietet er zu den meisten großen Fragen, die ich gerade im Leben hab, Antwortmöglichkeiten und Verstehenshilfen an. Wer kennt es nicht: man hat irgendwelche Fragen oder Antworten oder irgendetwas dazwischen auf der Zunge liegen, steht stirnrunzelnd und fingerschnipsend da, aber man findet die Worte einfach nicht, das auszudrücken. Wie schön es da ist, wenn jemand kommt und dir seine leiht. So ging und geht es mir mit diesem Buch.

Fragen, die angeschnitten werden: Was ist menschliche Identität? Wie verläuft Persönlichkeitsentwicklung? Wie hängt die Entwicklung von Persönlichkeit mit der Entwicklung von Spiritualität zusammen?

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actually about skills AND balls
Monday December 24th 2007, 12:40
Filed under: Charakterskizzen, Freunde und Bekannte, belanglos wie die Neon, das Leben und so

Manchen Leuten darf man nicht sagen: “Hast du nicht drauf!”, denn dann werden sie es auf jedenfall machen. Noch vor dem Hardcorekonzert am Samstag, kriegten zwei meiner alten Karlsruher Kumpels wieder eine dieser “Hast-du-nicht-drauf-Ideen”.

Martin ist Chemiker und Björn ist Informatikirgendwas. Beide sind Nerds und wenn sie zusammenkommen, passiert in der Regel was ungewöhnliches. Ich weiß noch, vor einigen Jahren, als wir aus Hasendraht und einen Stock einen tragbahren Grill gebaut haben und damit 10 km marschiert sind (man muss wissen: meistens hat das ungewöhnliche mit Grillen zu tun). Also sagten wir uns am Samstag: heute wieder grillen. Und es hat nicht viel Verrücktheit gefehlt, dass wir an den Rhein gefahren wären.

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not about skills but about balls…
Sunday December 23rd 2007, 19:11
Filed under: Freunde und Bekannte, Szenekram, das Leben und so

Der Samstag war nun ganz anderen Strickmusters.

Hardcore. Der Sound meiner Jugend (höhö). Ich muss echt sagen: da geht in Karlsruhe relativ viel. (komischerweise in Heidelberg gar nichts) Der Grund: ein paar Leute, die Verantwortung übernehmen und das Ding ins Rollen bringen. Namentlich: die Leute von Mount Caldera. Find ich interessant: eine Hand voll Leute übernehmen den Streß und das Risiko, Konzerte zu organisieren und deshalb grupiert sich um die herum Szene. Sie eröffnen einen Ort, wo Vernetzung stattfindet und Leute sich auch mal außerhalb von Myspace sehen. Nur am Rande: erstaunlich finde ich, dass mittlerweile der Frauenanteil in dieser Szene doch recht hoch ist. 40% würde ich schätzen. Und davon waren weiß Gott nicht alle von ihrem Freund mitgeschleppt.
Jedenfalls war gestern ein Festival.

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…actually about hope
Sunday December 23rd 2007, 15:57
Filed under: Szenekram, Youtube etc., das Leben und so

Es ist nicht so häufig, dass die Tage so gedrängt sind von Ereignissen, wie die ersten zwei Tage meiner Weihnachtsferien. Nach einem streßigen Arbeitstag, der mit Inventur bei meiner Arbeitstelle um 9 Uhr begann und mit einem Tutorium (vor den Weihnachtsferien!) um 19 Uhr endete, fuhr ich am Freitag nach Karlsruhe. Dort ohne Umschweife zur Lutherkirche um zum “Stille Kracht” Konzert zu gehen, das von den Kubik Leuten organisiert wurde. Olafur Arnalds, ein isländischer Hardcoredrummer, hat ein Sideprojekt, mit dem er die Kammermusik der Romantik wieder aufleben lassen will. Fragil und schön wie die Raureifschicht, die hierzulande die Bäume überzieht. Dazu kreierte das Zoon VJ Team eine wunderschöne visuelle Begleitung aus Loops, Schattenspielen und Projektionen, die sich im ganzen Raum bewegten. Apropos Raum: das Konzert fand in der Lutherkirche statt und das hat sehr gepasst. Es gab nichts besseres, als aus einem streßigen Tag kommend dort in der ruhigen Athmospähre dieser Kirche, die unerwartet voll war, anzukommen und bei einem Weihnachtstee der Musik zu lauschen.

Mag die Musik manchmal wie Abspannmusik geklungen haben oder wie Musik bei der man bei einem Glas Rotwein alte Fotos verbrennt (mach ich zugegeben nicht so oft. Heutzutage hat ja niemand mehr Fotos ‘in echt’), so hatte sie doch immer wieder Ausbrüche, in der sie sich aufbäumt. Olafur Arnalds, der genauso zerbrechlich wie seine Musik wirkt (er ist erst 20), meinte, seine Musik mag traurig und deprimiert klingen, aber es ginge ‘eigentlich um Hoffnung’, darum, Schönheit in allen Dingen zu sehen.

Hier mein Lieblingslied:

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Nach dem Konzert unterhielt ich mich noch mit alten Freunden, die ich lang nicht mehr gesehen hab, zuerst im NUN, später im Auto, bis 3 Uhr und war schließlich ganz durchgefroren. Aber das passt ja zum Winter und allem.



biologischer Reduktionismus
Monday December 17th 2007, 13:15
Filed under: Youtube etc., belanglos wie die Neon, der müde Versuch, witzig zu sein

ist unterhaltsam. Ich mag Funny van Dannen. Hier ein Klassiker:

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Und weil wir gerad dabei sind: hier noch ein tolles Funny Video (der Typ hat ja den Vorteil, dass man nicht selber kiffen muss…)

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3 Videos und ein Buch
Monday December 17th 2007, 13:06
Filed under: Bücher, Youtube etc., belanglos wie die Neon

Das nenn ich Missionseifer. Nachdem ich vor Zeiten mich einmal abfällig über Kollegen Maxim Biller geäußert habe, meinte Tobi mir ein Buch von ihm finanzieren zu müssen. Und so kaufte ich von seinem Geld Billers “Moralische Geschichten“, ein Sammlung von Kurzgeschichten, die allesamt höchstens 2 Seiten lang sind.

Und ich muss sagen: ich finds schon lustig. Nicht so, dass ich in Freudentränen ausgebrochen bin, aber das bin ich ja bei Max Goldt auch höchst selten. Billers Kurzgeschichten drehen sich bisher immer um eine jüdische Hauperson, die sich in komischen Liebschaften (Seitensprünge, Anklagen wegen sexueller Belästigung, Träume, die sich nie erfüllen werden), in den Absurditäten des Kulturbetriebes oder in der großen Politik verfängt. Billers Lieblingswort ist “Erektion” und verschiedene Abwandlungen davon, was aber meiner Meinung nach nun wirklich nicht mehr für Tabubrüche ausreicht. Aber das scheint Billers Ziel zu sein: Tabubrüche. Juden, die zum Islam konvertieren, die Kurzgeschichten in der Reihenfolge: “Hitler”, “Arafat”, “Möllemann”, “Bush” angeordnet, eine Geschichte, in der die eingravierte KZ-Nummer zum Lottogewinn verhilft. Vieles sehr komisch, unter allem liegt ein bittterer Weltschmerz (wir wissen ja: Zynismus ist Eiter. Und wo Eiter ist, ist eine schlecht verheilte Wunde.) und man hat den Eindruck viel über Maxim Biller persönlich zu erfahren (mehr als man eigentlich will?). Aber nicht falsch verstehen: ich hab nicht den Eindruck, dass man den Kauf (selbst wenn man ihn ncht finanziert kriegte) bereuen müsste. Vieles ist schon sehr genial komponiert. Aber ich bin ja nunmal kein Literaturkritiker. Genauer betrachtet, hab ich ja davon auch keine Ahnung. Aber ein Satz ist mir wirklich aufgefallen, auf Seite 73, dort musste ich zum ersten Mal ausgiebig und laut lachen:

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warmer Erpel
Saturday December 15th 2007, 18:07
Filed under: belanglos wie die Neon, das Leben und so, der müde Versuch, witzig zu sein

Schuld war nur der warme Erpel.

Dieses Gesöff ist wohl eine Heidelberger Lokalgrässlichkeit und hat nichts, aber wirklich gar nichts mit Donald Duck zu tun.

Vermutlich erfunden in den Kellern einer dieser schmucken Studentenverbindungsheimen, welche seinerzeit aus dem Zahngold von Auschwitz teilfinanziert wurden.

In ihren Scherfen saßen die Verbindungsmänner da grübelnd über irgendwelche Gemeinheiten, die sie den sogenannten Füchsen antun konnten, damit diese sich würdig erweisen konnten, in den altehrwürdigen, efeuverhangenen Hallen mit den Alten Herren Nächte durchzuzechen.

Nachdem nun der Verzehr eines rohen Hähnchens oder das Trinken von abgestandenem Abwaschwasser nun wirklich niemanden mehr schockte, erfand man fluchs den warmen Erpel.

Dies ist im Wesentlichen Korn mit Tabasco. Der Verzehr allein ist wenig problematisch aber die darauffolgenden Stunden –besonders wenn die Tabascokonzentration viel zu hoch war und man noch andere alkoholische Getränke zu sich nahm- können die Hölle sein.

Mein Stolz darauf, den Abend mit einem alten Freund ohne würdelosen Rücktransport von Nahrungsmittelresten überstanden zu haben, verflog alsbald.

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3 Bücher und ein Video
Tuesday December 11th 2007, 01:05
Filed under: Emerging Church

In Erlangen unterhielt ich mich mit ein paar Leuten unter anderem über den slowenischstämmigen Popstarphilosophen, Psychologen und Filmkritiker Slavoj Zikzek. (sprich: Schischeck). Hier ein Video:

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(irgendwie funktioniert das Video gerade so nicht; also hier der Link dazu)

Ich erwähnte es in Erlangen in dem Zusammenhang, dass ich auch immer über Bücher rede, die ich nie wirklich las. In dem Post gehe ich noch eine Stufe weiter und rede über Bücher, die noch nie jemand las.

Weil es sie noch gar nicht gibt.

Denn Zizek ist nicht nur ein halb verrückter Philosoph, sondern er beschäftigt sich sogar mit dem Christentum. Er erforscht den Zusammenhang zwischen Christentum und Judentum, findet Paulus besonders relevant für unser Zeitalter und findet die Gemeinschaft, die aus dem Tod Christi erwächst etwas einzigartiges. Im Mai 2008 kommt ein Buch heraus, dass eine Reihe über “Philosophie und Theologie” anfängt über Zizeks Verhältnis zu Theologie. Hier dazu eine Beschreibung des Autors.

Auch freuen darf man sich über 2 Bücher, die Henry (verdammt, das ist wer anders. Aber ich schreib immer automatisch Henry) Peter Rollins im April 2008 herausbringen wird. Zum einen: Fidelity of Betrayal: Towards a Church beyond Belief, zum anderen ein Buch mit selbstgeschriebenen Gleichnissen: The Prodigal Father and other Parables.

Hier der Link dazu.



Eos Gottesdienst
Monday December 10th 2007, 01:14
Filed under: Emerging Church

Erstmal kurz: sorry, falls ihr in den letzten Tage versucht habt hier zu posten. Mein Anti Spambot Plugin Bad Behavior hat irgendwie am Rad gedreht. Ärgerlich.

Naja ich will nochmal von unserem Vineyard Heidelberg Untercluster erzählen (meine Gemeinde fährt zur Zeit ein Konzept der Dezentralisierung, wo viele verschiedene mittelgroße Gemeisncahften enstehen sollen, die stärker konzeptuell ausgerichtet sind). Die erste dieser Cluster ist “Eos” fka Vineyard Kontakt [Eos heißt Morgenröte auf Altgriechsich und soll das Sich-anbahnende symbolisieren] und es geht so in die Emerging Richtung. Man kann dabei nicht davon sprechen, dass es nur um kosmetisch- gottesdiensttechnsiche Veränbderungen bei diesem Cluster geht. Ein Jahr traf man sich ohne konkret Gottesdienste zu planen. Man redete darüber wie man wirklich diakonisch tätig werden könnte lange bevor Alternative Worship ein Thema war.

Aber heute war es dann so weit: der erste Alternative Worship Gottesdienst- mit Sicherheit was die Vineyard anbelangt, vielleicht was Heidelberg angelangt.

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Dialektik und Dialog
Wednesday December 05th 2007, 16:30
Filed under: Emerging Church

pendel.jpgIn der Schule in Englisch hatten wir sehr oft die Aufträge Gruppenvorträge über bestimmte Regionen wie Wales, Kalifornien etc. vorzubereiten. Irgendwann hatten wir dafür mal eine Vorlage bekommen, die anfing: “Wales is a region of contrasts. On the one hand…” …die schöne Landschaft, die eigene Kultur, Sprache und Geschichte “on the other hand…” …die vielen Arbeitslosen, die stillgelegten Fabriken etc. blabla.

Daraus machten wir uns einen Spass und fingen jetzt jeden Vortrag in diesem Stil; ja meistens auch mit diesem Satz “…is a region of contrats” an. Unsere Lehrerin merkte das nicht und fand das immer alles sehr ausgewogen und war überhaupt begeistert.

Das Ding ist: es hat unser Denken geprägt. Ich kann mich an einen Text von Brecht erinnern, wo er so schön aufzählt, was er am Leben liebt und unter anderem war da die Dialektik.

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