Rebel Sell- Der aristokratische Impuls
Sunday September 16th 2007, 13:31
Filed under: Bücher

Dies ist ein typischer Derek Hess, eins seiner berühmtesten Bilder. Das Individuum, dass sich aus der Masse erhebt. Man fragt sich, ob es ein Zufall ist, dass er auf der Masse rumtrampelt. Aber wenn ich mich recht erinnere soll das Bild ein bisschen an Jesus, der auf dem Wasser läuft erinnern. Jesus als der Prototyp des Individualisten… komisch.

Also ein weiterer Post in meiner unsystematischen Zusammenfassung von Heath & Potters Buch “The Rebel Sell”.

Typisch für große Teile der linken Subkultur ist ja die Ansicht, dass man anders sein will als die Masse. Da stellt sich natürlich die Frage: “Welche Masse?”. Ich glaub, es ist fast notwendiger Prozess, in der Pubertät, dass man zu irgendeinem Zeitpunkt sich als unterschiedlich von “den anderen” begreift. Das man plötzlich seine Umwelt als etwas sieht, in das man nicht nur harmonisch hineinpasst, sondern in dem es auch Konflikte gibt. Bis dahin, dass man “die Gesellschaft”, “die Masse”, “die Anderen” als etwas versteht, dass einem gegenübersteht.
Aber es ist die Frage, wie sich dieses Konzept, über die Pubertät hinausretten kann und sogar zentraler Wert von ganzen Subkulturen werden kann.

Die Frage ist, wie gesagt: wie entstand die Idee, einer Masse, eines willenlosen, irrationalen, konturenlosen Pöbels?

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Rebel Sell – Parties gegen Volker Rühe
Tuesday September 11th 2007, 16:11
Filed under: Arne erklärt die Welt, Bücher

“Die Spießer werden lauter, die Wut immer leiser
der mit dem Megaphon ist völlig heiser.
Ich kann nicht so viel essen, wie ich kotzen will,
ihr Chefideologen, bleibt ganz kurz still!
Differenzieren bis nichts mehr klar ist,
formulieren bis nichts mehr wahr ist. [...]
Will nichts als feiern, gebt euch keine Mühe,
will viel mehr Parties gegen Volker Rühe.”

singt Markus Wiebusch und charakterisiert damit die ideologische Krise der Linken, die auch seinen musikalischen Werdegang kennzeichnet: von der linksintellektuellen Punkband …but alive, die immer wieder die Unzufriedenheit mit all den Parolen und leeren Revolutionsversprechen von Antifa und Co auf der einen Seite und einer zynischen Resignation auf der anderen Seite (ein Album von ihnen hieß: “nicht zynisch werden?!”) kämpfte. Jetzt ist er Sänger von Deutschlands erfolgreichster Indieband Kettcar, die kaum noch politische Texte haben und von der manche sagen, dass sie genau den Shift von Ideologie- zu Lebensgefühlband darstellt: “Die Wahrheit ist, man hat uns nichts getan“.
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Eschatologie
Monday September 10th 2007, 12:37
Filed under: Gottkram

Simon startet eine kleine Reihe über Eschatologie und fragt, was andere so für eschatologische Konzepte haben. Eine kleine Übersicht über die verschiedenen Systeme findet man hier. Oder aber in dem Buch Pocket Guide to the Apocalypse:

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Sehr komisch. Es werden -ironisch gebrochen- alle möglichen Theorien vorgestellt. Aber am besten ist das Kapitel: “know your potential Antichrists”, wo Leute wie Bill Gates, Bill Clinton und Prince Charles anhand einer Checkliste auf Antichrist-kompatibilität geprüft werden. Wußtet ihr zum Beispiel, das der Geburtsort Hitlers 48.25° Nord und 13.05° Ost liegt. Und was ist der Kosinus von 48,25°? .666! Kann das Zufall sein?

Oder aber Sadam Hussein wurde am 28.April 1937 geboren und am 13.Dezember 2007 gefangen genommen. Wie alt war er da? 66,6 Jahre!

Anyways. In meinem vorletzten Post habe ich ja schonmal über das Reich Gottes gepostet und was es nicht ist. Das ist für mich die halbe Miete auf dem Weg zu einer guten Eschatologie. Ansonsten interessieren mich die verschiedenen Systeme nicht so sehr. N.T. Wright hat in einer Rede ganz beiläufig einen zentralen Satz gesagt: “Genau wie die Christus starb und auferstand, wird der Kosmos sterben und auferstehen.” Mirsolav Volf hat mal argumentiert, dass die Produkte menschlicher Arbeit den Menschen verändern. Die Druckerpresse hat die kognitive “Verschaltung” des Menschen total verändert. Deshalb wird sie Teil von Gottes Welt werden. Alles, was nicht völlig verdorben ist. wird von Gott in veränderter Weise in seiner neuen Welt aufgenommen werden.

Meine Eschatologie sieht weder ersatzlose Wegrationalisierung des Kosmosses vor, noch Evolution zum Reich Gottes hin, sondern Transformation, wobei es Momente der Kontinuität gibt, genau wie es Brüche gibt.



[Buch] The Rebel Sell
Thursday September 06th 2007, 15:28
Filed under: Bücher

Ich lese gerade – durch einen Tipp von Tobi- das Buch “the Rebell Sell- How the Counterculture became the consumer culture”. Es ist eins dieser “Mythos Zertrümmer” Bücher oder Peusomythos zertrümmer Bücher, das muss sich noch rausstellen. Es geht dabei viel um die Linke Kritik der konsumeristischen Massen Kultur. Diese Kritik wird nun an Stellen, wo die Autoren sie als oberflächlich oder störend empfinden, selbst kritisiert.

Ich finde, dass Buch ist sehr gut, um Einblicke in Theoretiker der “Neuen Linken” zu bekommen. Außerdem werden Filme wie Matrix, Fight Club und American Beautiy im Kontext der Anti-Kommerz Bewegung gesetzt. Ich bin ja irgendwie auch mehr oder weniger so im Unfeld einiger kritischer Subkulturen angesiedelt und beeinflußt von diesen.

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Das Reich Gottes ist nicht…
Wednesday September 05th 2007, 11:30
Filed under: Emerging Church, Gottkram

Einige Mißverständnisse beim Reich Gottes und wozu sie führen können.

Kirche:

Wenn das Reich Gottes die Kirche wäre, würde man seine “geistliche” Arbeit in der Gemeinde sehr wichtig ansehen. Es wäre fundamental wichtig, in der richtigen Kirche zu sein, da alle anderen Kirchen wahrscheinlich “die Hure Babylon” sind. Die Kirche würde die Bringerin des Lichts, man rettet Menschen aus der Welt in die Kirche. Man wäre nicht mehr bereit, sich in der Gesellschaft einzubringen oder von Leuten, die nicht Mitglied in der Kirche sind, zu lernen.

Himmel:

Ein Mißverständnis des Dispensionalismus. Hier wurde Mathäus gegen Lukas ausgespielt. In dem einen steht “Reich Gottes” im anderen “Reich der Himmel”. Aber beides bedeutet das selbe. Und beides bedeutet nicht das Jenseits. Über Weltabgewandtheit ist schon so viel geschrieben wurden. Ich glaub, ich kann davon ausgehen, dass die meisten meiner Leser sich eh von diesem Mißverständnis abgrenzen.

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