Grenz – Zusammenfassung
Dann will ich eben noch zusammenfassen, was Stanley Grenz in seinem Buch überhaupt gemacht hat.
Grenz geht davon aus, dass unser Gottesbild einen großen Einfluß auf unsere Spiritualität hat. Er sagt: wenn wir davon ausgehen, dass unser Gott vor allem eine Einheit ist, das große, losgelöste, transzendete Subjekt und wir hören: “werde Gott ähnlich!” dann passiert folgendes: ich versuche selber losgelöst zu werden. Ich werde meine Identität selbst außerhalb von Beziehungen suchen.
Wenn ich aber davon ausgehe, dass unser Gott eine Gemeinschaft ist; und ich berufen bin, ihm ähnlicher zu werden, dann werde ich selbst die Gemeinschaft suchen. Dann muss ich selbst anerkennen, dass ich von den Gemeinschaften geprägt bin, in denen ich mich befinde und ich werde selbst die Gemeinscahft suchen, in die ich meine gottgebenen Gaben investieren kann und die mich herausfordert, in meinen Beziehungen gottähnlicher zu werden.
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Grenz – das narrative Selbst

Der Mensch ist ein Wesen, dass in Geschichten lebt. Geschichten (‘narratives’) erklären nicht nur die Vergangenheit, sondern sie bestimmen darüber, wie wir die Welt in der Gegenwart wahrnehmen.
Wir schaffen automatisch Zusammenhänge, in denen unser Leben einen Sinn ergibt. Krisen bedeuten, das Geschichten zusammenstürzten. Es geht bei dieser Konstruktion (von der ich ja schon bloggte) nicht darum, dass man einfach die Daten seiner Vergangenheit wahrnimmt, sondern man wählt aus, indem man diese Daten durch einen Filter jagt. Ein berühmter Filter wäre zum Beispiel “vor der Bekehrung-Nach der Bekehrung”.
Die narrative, die wir von unserem Leben erzählen- das geschieht oft in Kurzform in Gesprächen, bis hin zum Small Talk- hängt natürlich stark von der großen Geschichte ab, die die Gemeinscahften von sich erzählen, in denen wir sind.
Wenn ich mich in einer Gemeinscahft bewege, sagen wir einen Fußballverein, der eine Geschichte darüber erzählt, wie wichtig Sport ist und wie viel Anerkennung einen ein Sieg bringt, werde ich versuchen selbst Dinge aus meinem Leben zu suchen, dass dazu passt oder: wenn ich in einem völlig inkompatiblen Zusammenhang lebe (zum Beispiel in einer Gemeinschaft, die erzählt, dass Sport was für Proletarische Deppen ist), werde ich mich davon abgrenzen.
Und hier kommt natürlich die Kirche- die neue Menschheit- ins Spiel. Jene Gemeinscahft, die sich die Geschichte von Christus, dem menschgewordenen Gott erzählt. Darin finden wir unsere Geschichte. Wenn wir die Gramatik und die Vokabeln dieser Geschichte lernen, werden wir unsere Identität neu sehen (“Wiedergeburt”). Wir werden eine welt- und selbstverändernde Hoffnung haben. Besonders durch die Auferstehung sind wir nicht mehr allein den bestimmenden Einflüssen der Gene, der Gesellschaft und unserer Erfahrung unterworfen, sondern haben eine Hoffnung, darüber hinauszuwachsen.
Was folgt mM nach daraus für die Kirche?
a) Lasst die Menschen ihre Geschichte erzählen!
Die Praxis, zu erzählen, wo man herkommt, was man erlebt hat, wer einen prägte und wie man die Welt wahrnimmt, hilft ungemein. Man beschäftigt sich in gesunder Weise mit sich, bekommt eine gute Perspektive und vor allem: gerade wenn man das Prozeßhafte und unfertige an seinen Leben sieht, bewahrt das einen vor einer falschen Vorstellung von Individualität und hilft einem, demütig zu sein. Auf der anderen Seite, fördert das Erzählen der Geschichte, das gegenseitige Interesse und Verstehen. Man misst den Menschen oft nur daran, wie er in Bezug zu den Konventionen der Gruppe agiert. Wenn man aber eine Gefühl dafür kriegt, dass jeder Mensch irgendwo herkommt, neigt man leichter dazu, gnädig zu sein.
b) Erzählt die Geschichte Gottes als Geschichte!
Zuviel Lebenstipps, zuviel Reduktion von Bibelstellen auf 3 Punkte, zuviel herunterbrechen von Lobpreis auf “Intimität mit Gott” mindert die Wirkung der Bibel. Demonstriert lieber, wie es funktionieren kann, dass die Geschichte der Bibel zur Geschichte wird, in der man sich wiederfindet. Narrative Theologie scheint hier sehr wichtig zu sein. Aber man muss nicht unbedingt nur noch in Stories predigen. Lernt, dass Lieder/Kunst allgemein Geschichten erzählen können und das sie besonders gut, zwei Gesschichten kollabieren können, denn nichts anderes ist eine Metapher.
c) Sakramente und das Kirchenjahr
Macht euch Gedanken, wie ihr stärker die Sakramente in das Kirchenleben integrieren könnt. Das was in der Urkirche das Abendmahl war, ist oft heute Lobpreis (for better or for worse…). Die Sakramente zeigen, wie die materielle Welt Gottes Geschichte erzählen kann. Die Sakramente und vor allem auch das Kirchenjahr, fordern uns auf, unsere Geschichte als Teil von Gottes Geschichte zu begreifen; sie helfen uns durch bestimmtes Handeln in Gottes Geschichte einzusteigen. Es gibt da massive Lücken, die unsere spontanen Liturgien hinterlassen.
Songs: Kante-Zombi oder: der neue Mensch
Ich will eine neue Kategorie auf den Blog einführen, nämlich Songbetrachtungen (vielleicht allgemeiner: Kunstbetrachtungen). Diese Kategorie wird sehr regelmässig erscheinen aber in einem Rhytmus, der mathematisch so kompliziert ist, dass ihr ihn nicht verstehen werdet und es so aussehen könnte, als würde ich nur posten, wenn ich Bock hätte. Deshalb hier das erste Lied von der Hamburger Band Kante, dass ich schon lange mit mir rumtrage und dass mit viel bedeutet. Außerdem passt es hervorrangend zu Stanley Grenz. Und das geht so:
Zombi
Wir sehen die Welt mit anderen Augen
seitdem wir draußen sind
sehen wir Dinge ohne Namen
mit schleierhaftem Sinn
wir sind Leute in den Strassen
wir sehen unmöglich aus
unsere Art sich zu bewegen
gleicht einem Fallen oder Schweben
so als wäre uns der Boden
unter den Füssen weggezogen
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Frauensache

“Es ist wahrscheinlicher, dass ein Bus in Heidelberg ein Jahr lang immer pünktlich kommt, als dass ein Mann ins Himmelreich eingehe” könnte man überspitzt aber doch mit einigem Recht behaupten.
Tobi hat eine interessante Diskussion ausgelöst über “welches Geschlecht hat Gott”? Zusammen mit mehreren Artikeln über die Probleme, die Jungen gerade in der Pubertät machen, die in der Zeit erschienen sind, hab ich mich etwas anderes gefragt.
Man kann eigentlich gut beobachten, dass das Christentum trotz eines patriarchischen Ansatzes, schon immer die Frauen stärker anzog als die Männer.
Ich habe mich immer um “der ungezähmte Mann” von Eldredge herumgedrückt, weil das Buch in meinem Kopf immer Assoziationen mit fellenbehangenen Homer Simpson Verschnitten ausglöst hat, die im Wald Rehe jagen/in der Küche Donuts jagen.
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Grenz- Sexualität
So Buch mit zugehöriger Tasche sind wieder da und ich hab keine Ausrede mehr die Zusammenfassung von Stanley Grenz weiter zu verschieben. Ich weiß jetzt schon, dass durch den Titel dieses Posts die Spambotzahlen in die Höhe schlagen werden. Aber nunja: ich sitze hier und kann nicht anders.
Das nächste Kapitel ist eins der interessantesten und sicher das innovatisvste seines Buches. Grenz beobachtet, dass in der Schöpfungsgeschichte erwähnt wird, dass Gott den Menschen als Ebenbild machte und außerdem wird erwähnt, dass Gott den Menschen als Mann und Frau schaffte. Die Frage ist nun: wie passen diese beiden Aussagen zusammen, wenn überhaupt?
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