Was ist Emerging Church?
Ich wurde und werde immer mal wieder gefragt, was Emerging Church ist. Vor einigen Jahren hatte ich relativ kurzfristig und ohne das groß mit irgendjemanden zu besprechen, den Wikipedia Artikel über Emerging Church geschrieben. Ich hatte wohl die Hoffnung, dass sobald mal IRGENDEIN Artikel bei Wikipedia drin stehen wird, dieser relativ schnell verbessert werden wird. Ich muss sagen: der Artikel ist teilweise doch stark irreführend oder einseitig. Es sieht auch nicht so aus, als ob der gerade korrigiert wird. Und da fühle ich doch eine gewiße Verantwortung, das Ding irgendwie zu korrigieren. Also habe ich angefangen an einen neuen Vorschlag zu schreiben, den ich in die Diskussion bringen will. Es geht eigentlich nicht so sehr um exakte Definition, sondern um eine Stelle auf die man verweisen kann, wenn Leute fragen, aus welchen Hintergrund man kommt.
Vielleicht kann ich hier mal die Sachen, die ich bisher geschrieben haben reinstellen und vielleicht kann man ja einiges daraus gebrauchen für einen neuen Wikipedia Artikel. Äußert euch mal dazu und fühlt euch frei, Dinge zu kritisieren- btw. die zahlreichen Rechtschreibfehler, werden noch eleminiert:
Die Emerging Church (auch „emerging conversation“ und „emerging churches“) ist eine dezentrale, stark heterogene Bewegung von verschiedenen Christen, die in ihrem Umfeld und in ihrer jeweiligen Tradition auf die Herausforderungen der Postmoderne reagieren wollen.
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Wohnung
“Oh da haben sie Glück!” sagte die Sachbearbeiterin des Studentenwerks, “es ist gerade eben ein Apartment frei geworden”. Nachdem ich die Konditionen gehört hab- 20qm, Einzelapartment(EDIT: hm naja im Endeffekt kommt das Wort Mönchszelle der Wahrheit doch näher; aber wir wollen ja nicht meckern…) mit Küche und Bad, warm mit DSL 189€- wollte ich nur eins wissen: “Wo muss ich unterschreiben?”.
Demnächst (theoretisch ab Dienstag) wohn ich also in Heidelberg. Yippieh. Ich freu mich.
Das Reich Gottes gleicht I
Monday March 26th 2007, 23:21
Filed under:
Gottkram
Das Reich Gottes gleicht Matt, der um die Welt tanzt; immer mal wieder an verschiedenen Orten kurz auftaucht und Freude verbreitet.
Es gleicht einem ansteckenden Lachen. Einem Witz, dessen Pointe noch ausbleibt.
Das Reich Gottes ist wie das Lernen einer neuen Sprache, mit völlig anderer Logik als die eigene Sprache.
Es ist wie ein Ohrwurm- man hört ihm im Radio, behält ihn im Kopf und pfeift ihn vor sich hin. Und viele denen man begegnet werden auch befallen und können ihn auch nicht mehr vergessen.
Es ist wie ein Kinofilm, der dich so packt, dass du immer mehr mit ihm verschmilzt und dich immer mehr mit der Geschichte und den Charakteren identifizierst.
Es ist wie ein Gedanke, der dir schon seit Tagen nachhängt; es wie ist eine Frage, die dich umtreibt.
Das Reich Gottes ist wie das Internet. Millionen Menschen sind unsichtbar verbunden.
Es ist wie ein Trend: erst hängen ihm sehr wenige an und alle finden es albern; plötzlich wird es mainstream und die ganze Erde wird erfasst.
Das Reich Gottes ist subversiv wie Street Art;
Es “ähnelt den Skeletten, von Häusern im Entstehen”,
es gleicht dem Gefühl von Überraschung wenn man einen völlig neuen, unerwarteten Musikstil hört und man noch nicht weiß, ob man es gut finden soll oder nicht;
einem GPS-Gerät, dass nachdem man sich verfahren hat, eine neue Route berechnet
Es ist wie die Tour deiner Lieblingsband „coming to a town near you“.
Das Reich Gottes passiert, wenn die Welt so funktioniert, wie sie sollte; wie wenn die Penner einer Stadt zu einer Party eingeladen werden und von den Reichen einer Stadt bedient werden.
Das Reich Gottes gleicht einer weltweiten Ansammlung von Hunderttausenden Leuten, die nach Gerechtigkeit schreien.
Das Reich Gottes gleicht einem Traum, den jemand hat, von einem Tisch der Brüderlichkeit.
Das Reich Gottes ist besonders nahe den Armen, denen, die sich ungeliebt fühlen, denen, die kaum Aufmerksamkeit von Menschen kriegen; es ist nahe denen, die schlimmes durchgemacht haben; es ist nahe denen, deren Träume zerplatzt sind.
Es gleicht einer dieser kreativen Hinterhof Medienfirmen, wo die Mitarbeiter die Freiheit haben, zu träumen und rumzuspinnen.
Es gleicht einer kleinen, irrationalen doch irgendwie mächtigen Stimme in dir, die flüstert, dass die Dinge besser werden können.
(to be continued some day)
Kommunität in Adelshofen
Ich komme gerade wieder von meiner alten FSJ Stelle, dem Lebenszentrum Adelshofen. Das ist eine christliche Kommunität bei Heilbronn. Ich war seit Mittwoch bis heute dort und hab es echt bereut, heute schon wieder gehen zu müssen. Ich glaube mir liegt prinzipiell so ein Leben in Gemeinschaft (auch wenn nicht gerade zölibatär). Es waren einfach sehr geile Tage; (Manni berichtete)- vormittags in Ruhe im Garten Griechisch gelernt, später dann: Pokern, Futurama gucken, was trinken gehen oder Scheisse bauen. Und man ist ständig umgeben von Leuten; ständig nette Gespräche und am Ende ist es mehr als die Summe der Begegnungen (man gewöhnt sich wenn man dort lebt recht schnell an das hohe Niveau der Gemeinschaft, aber wenn man ein halbes Jahr weg ist kann man das wieder anders wertschätzen). Und dann heute wieder zurück ins Privatleben. Und Privatleben ist ein komisches post-Industrielle-Revolution Produkt, von dem man heute merkt, dass es wenig taugt.
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Lust- bug oder feature? John Piper
John Piper ist ein amerikanischer, konservativer Theologe, der den Ausdruck “christlicher Hedonismus” erfunden hat. Eigentlich geht es ihm besonders um die Beziehung mit Gott, er argumentiert so: jeder Mensch will glücklich sein. Das Problem ist nicht, dass er Glück und Freude und Lust sucht, sondern dass er es abseits von Gott sucht. Er zitiert diese geile Stelle von C.S. Lewis, in der es sinngemäß heißt: “Der moderne Mensch ist nicht zu sehr mit seinem Glück beschäftigt, sondern zu wenig. Das Problem ist nicht, dass er nach Glück sucht, sondern, dass er sich mit Oberflächlichkeiten zufrieden gibt.”. Also geht es Piper darum, dass man in Gott glückllich wird [Das hat einige sehr gute Seiten, nämlich dass ein freudloser Pflichtglaube ausgeschlossen wird. Negativ ist unter anderem der Erlebniszwang den das kreieren kann; man bürdet außerdem das ganze Gewicht dem Individuum auf: es muss alleine Glück in Gott finden, obwohl die Bibelstellen, die er zitiert fast alle im Plural stehen. Aber das ist ein anderes Thema]. Entscheidend ist ja, was er zur zwischenmenschlichen, investiven Liebe sagt.
Er sagt unter anderem: die richtige investive Liebe sucht ihre Freude, in dem sie Freude in anderen schafft.
Außerdem wurzelt echte Liebe in einer Art Grundzufriedenheit, die man in der Beziehung zu Gott findet (“Love is the overflow of Joy in God that gladly meets the needs of others”).
Untheologisch ausgedrückt: Investive Liebe hat immer ein Element von Eigennutz. Aber eben nicht materiellen Eigennutz (das wäre laut Piper minderwertige Freude) sondern ideeler Eigennutz, sprich: ein Gefühl von Zufriedenheit, vielleicht das Element, dass man sich freut gebraucht zu werden etc.
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Roundhouse Kick 1
Als Ausgleich dafür, dass ich länger nicht gebloggt hab, hier mal ein paar nette Sachen, die ich so im Internet gefunden hab.
Zum einen: Tim Keller Videos. Kurze Videos zu verschiedenen Themen von diesem wirklich sympathischen Pastor in New York. Ich denke er ist ein gutes Beispiel, was Emerging Church auch sein kann; theologisch ist er nämlich sowohl ein klassischer konservativer Reformierter, als auch ziemlich durchdacht, relevant und demütig. Ich denke, wenn man seinen konservativen Freunden Emerging Church näher bringen will, sollte man nicht mit Dan Kimbell oder mit Brian McLaren anfangen sondern mit Tim Keller; denn: wenn die Evangelikalen in Deutschland so demütig, informiert und relevant formulieren würden und das Wohl ihrer Umgebung so betonen würden wie Tim Keller, wär eigentlich schon alles in Ordnung. (besonders seine Erläuterungen zum Thema missional Church sind empfehlenswert).
Damit direkt zusammenhängend: Depone Daniel fängt eine neue Blogreihe an über ein Umdenken in Bezug auf den Begriff Mission.
Ein sehr cooler Blog ist Experimental Theology, in dem ein christlicher Psychologe (mit großem Interesse an Neurobiologie) versucht, die Erkenntnisse der Psychologie in Dialog mit der Theologie zu bringen. Zum Einstieg ist vielleicht der jüngste Post ganz interessant: dort fragt er sich: welche Metapher benutzen wir beim Thema Sünde? Reden wir davon, dass Sünde ein Tabu ist- das bedeutet: was Sünde ist entscheiden andere und es gibt keine große Diskussion darüber- oder ist Sünde Unweisheit, Dummheit? Das heißt man muss darüber diskutieren: wie ist es mit Alkohol etc.
Mike Bischoff aus Basel der Schweiz hat eine sehr interessante Buchzusammenfassung über das Buch “linked” gepostet, welches sich mit Netzwerktheorie beschäftigt. Hier geht’s nicht darum, wie man Computer vernetzt um ne Runde Counterstrike zu spielen, sondern besonders um soziale Netzwerke; also auch um Kirche. Er hat die Zusammenfassung als PDF gespeichtert; vielleicht ist das schöner als Post für Post durchzuklicken.
Peter Aschoff hat interessante Gedanken von Brian McLaren zum Thema Anbetung zusammengetragen:
Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4
Sehr interssant: eine sehr ausführliche Zusammenfassung vom neuen Buch von Rob Bell: Sex.God das versucht Verbinbdungen von der christlichen Spiritualität zur Sexualität zu ziehen. Scheint sehr gut zu sein und außerdem rock Rob Bell eh.
Lust- bug oder feature? das Problem
Es ist ein bisschen still hier geworden. Das liegt daran, dass ich die letzten Wochen mit anderen Sachen beschäftigt war und dort meine Schwerpunkte gesetzt hab. Unter manch anderem hab ich meine Proseminar Arbeit geschrieben. Ich hab dabei zwei Theologen und ihr Verständnis von Liebe verglichen: Paul Tillich und John Piper; ein klassich liberaler Theologe und ein klassich evangelikaler Theologe.
Vielleicht kann ich euch ein Destilat daraus geben, was ich von beiden gelernt habe.
Es geht um Folgendes Problem: In unserer Gesellschaft herrscht ein Verständnis vor, das Liebe mit Gefühl gleichsetzt [beschränken wir uns mal auf den Bereich Nächstenliebe. Also weniger den Bereich der Beziehungen zu Gott und dem Partner, wobei das ähnlich funktioniert]. Jetzt sagen viele Christen zu recht: moment, das ist zu oberflächlich. Liebe ist nicht was du fühlst, sondern was du tust. Liebe ist dann gleichzusetzen mit Selbstlosigkeit- man verfolgt die Interessen von anderen STATT seiner eigenen. So ist es mir zum Beispiel mal wieder aufgefallen in Peter Rollins Buch “How (not) to speak opf God” (und ich fand, das war eine der wenigen großen Schwachstellen des Buches). Philosophisch könnte man das so bezeichnen, dass der Selbstlose Part der Liebe, den man oft Agape nennt, gegen den Teil der Liebe der Selbsterfüllung sucht und den man oft Eros nennt (den man auch nicht auf Sex usw. beschränken sollte) ausspielt. Das hat zwei Probleme: einmal ist es nicht wünschenswert außerdem ist es nicht möglich.
Liebe, die keine emotionale Komponente mehr hat, wird zu Pflichterfüllung. Zu recht sagt Paulus: “Wenn ich mich für meine Freunde opfern würde und hätte die Liebe nicht, wär es nichts wert” das bedeutet: nur richtiges Handeln ist noch nicht Liebe.
Auf der anderen Seite, gibt es in unserer Gesellschaft eine große Betonung der Eigennützigkeit: Jeder Mensch sucht in allen seinen Handlungen nur die Maximierung seines materiellen Wohlstandes. Leute, die so denken werden zynisch gegenüber anderen Leuten, die sich aufopfern um einer Sache willen, die kein Geld einbringt. Dann wird psychologisiert; dann wird Freud rausgekramt. Und dann wird gesagt: ok, wenns nciht um Geld geht, geht es um Sex oder Macht. Oder: “naja die haben ein Helfersyndrom, die wollen sich nur unersetzbar fühlen”. Und wenn man lang genug analysiert, findet man tatsächlich in den größten Akten der Aufopferung große Anteile an Eigeninteresse (man denke an die Jungfrauen, die islamische Selbstmordattentäter antreibt; aus ihrer Perspektive sind es sicher Akte zur Durchsetzung von Liebe)
Und das ist die Ausgangssituation: wir haben in der rechten Ecke mit den goldenen Shorts und dem weißen Nerzmantel: die Materialisten; sie leben für sich und ihre Karriere, verfolgen ihre Eigeninteressen und grinsen zynisch über all die Weltverbesserer (“vermutlich alt 68er”) da draußen. In der linken Ecke mit den mausgrauen Shorts und in Sack und Asche gekleidet: die zwangshaften Pflichtmenschen; sie versuchen jedes Eigeninteresse; jedes Gefühl aus ihren Leben herauszuhalten und leben in Verzweiflung, weil sie merken, dass das nciht klappt.
Mal gucken, wohin das führt. (PS: nein, die andere Reihe hab ich nicht vergessen; ich hab sie ausformuliert im Hinterkopf und hatte bisher keine Zeit sie abzutippen)
Finden sie den Fehler
Eben gesehen auf N24 (oder war es NTV? ne glaub nicht, da läuft bestimmt gerade ne Dokumentation über ne Ubootkatastrophe oder so):
“Haben RAF Terroristen Gnade verdient?”
Finden sie den Fehler; unsere Leitungen sind noch bis 23:46 besetzt. Viel Erfolg.