Filed under: Gottkram
Ich will noch mal weiter machen in der Geschichte, in der wir uns befinden. Da geht’s nämlich weiter damit, dass die Welt aus den Fugen gerät.
Einer der Folgen dieser zerbrochenen Harmonie ist, dass sich Gott aus bestimmten Bereichen der Welt zurückzieht (->Fluch); und das geht so:
“Weil du gehorcht hast der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -,verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.”
Was passiert da?
Zum einen kommt ganz offensichtlich zu der Arbeit die “Mühsal” hinzu. Der Schweiß des Angesichts. Arbeit macht nicht mehr unbedingt Spass, sondern wird so fragil, dass die eigene Existenz auf dem Spiel steht. Die Gefahr besteht in der Verausgabung, sei es nun körperlich oder in unseren Breiten vor allem psychisch. Burn-out ist nichts anderes.
Sehr gut ist ein Gedanke kommt da von Siegried Kettling: nämlich, was mit den Disteln und Dornen gemeint ist. Es geht um das Gesetz der Ambivalenz. Nämlich an alles Positives ist gleichzeitig Negatives geknüpft. Durch den Sündenfall wird die Welt nicht schlecht; viel schlimmer: sie wird zweideutig. So komplex und vielschichtig, das man daran verrückt werden kann. Dort, wo sich der Mensch am stärksten engagiert, wird er am stärksten frustriert. (besonders Menschen in sozialen Berufen, wissen, was ich meine). Wegen dieser Ambivalenz und natürlich wegen dem Tod, kommt es zur Spaltung von Tätigkeit und Sinn. Der Mensch ist die Romanfigur, die aus dem Roman herausfällt und der den Platz des Autors einnehmen möchte um seine eigene Geschichte zu schreiben. Er ist getrennt von der Geschichte, in die er gehört. Die Welt wird absurd. Richtig ausbuchstabiert wird das im Kohelet, im Buch Prediger.
In dieser Sinnlosigkeit wirkt sogar Gott als die letzte Ursache für die Sinnlosigkeit:
Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, daß sie sich damit plagen. Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur daß ader Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Da merkte ich, daß es bnichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da ißt und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. (Prediger 3:10-13)
Wegen der Vergänglichkeit wirkt alles frustra- vergeblich. Engagement wird zwecklos; was bleibt ist sich zynisch zurückzuziehen in den Genuss.
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